Nach über 20 Prozesstagen im Fall der Entführung der Kinder von Christina Block, Tochter des Steakhaus-Gründers Eugen Block, stehen mehrere mutmaßliche israelische Drahtzieher im Mittelpunkt. Es wird immer mysteriöser. Das ist ein Fall für Enthüllungsjournalist Gerhard Wisnewski, der gerade sein Jahrbuch „Verheimlicht – vertuscht – vergessen“ vorgelegt hat. Hier mehr erfahren.

    Silvester 2023/2024 endete ein bizarrer Familienkonflikt rund um Christina Block mit einer Entführung. Ihre zwei jüngsten Kinder wurden von acht maskierten Gestalten aus Dänemark gekidnappt, während sie mit ihrem Vater an einer Silvesterzeremonie teilnahmen. Stephan Hensel hatte die beiden, entgegen allen Absprachen, nicht wieder zur Mitter gebracht. Vorausgegangen war ein langer Sorgerechtsstreit.

    Zwei Jahre lang hatte Christina Block um ihre Kinder vor Gericht gekämpft, gewann schließlich und erhielt 2021 das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Klara (13) und Theodor (10). Dennoch blieben die Kinder beim Vater. Die dänischen Behörden weigerten sich, die deutsche Entscheidung zu vollstrecken.

    Nach der Entführung wurden die Kinder auf einen Bauernhof nach Süddeutschland gebracht, wo sie die Mutter in Empfang nahm und mit ihnen dann nach Hamburg fuhr. Anschließend eskalierte der Fall zu einem juristischen Marathon. 220.000 Euro in bar – so viel soll Christina Block für die Entführung ihrer Kinder gezahlt haben. Behauptet hat das David Barkay, 68 Jahre, Ex-Mossad-Agent, Chef einer dubiosen Sicherheitsfirma. Plötzlich stand er im November als Kronzeuge im Prozess gegen Block im Gerichtssaal.

    Eine geheime Signal-Chatgruppe

    Der Haftbefehl gegen ihn wurde vorher aufgehoben, seine Reise nach Hamburg unter „strengster Geheimhaltung“ garantiert. Und kaum hatte er seine 327 Seiten Aussage zu Protokoll gegeben, landeten sie – welch Zufall – bei den großen Zeitungen, die sofort das Bild einer gefühlskalten Rabenmutter zeichneten. Nach jetzigem Ermittlungsstand soll der vormalige Mossad-Mann die Mutter gezielt manipuliert haben.

    Er habe Lügen über ihren Ex-Mann erfunden, Dossiers gefälscht, ihn als Betreiber eines sexuellen Missbrauchsrings auf Sylt dargestellt. Die Staatsanwaltschaft prüfte den Verdacht – ohne Ergebnis. Heute erkläre Barkay, er trage keine Schuld. Er habe lediglich „einen russischen Hacker beauftragt, im Darknet zu stöbern“. Millionenerbin Christina Block wehrt sich weiter gegen den Vorwurf, ihre eigenen Kinder zur Entführung freigegeben zu haben. Sie beteuert: Von einer Rückholaktion habe sie nichts gewusst!

    Die 52-Jährige gibt jedoch an, die Israelis seien nur engagiert worden, um im Hotel „Grand Elysée“ nach IT-Sicherheitslücken zu suchen. Bei seiner Aussage brachte David Barkay ein neues Detail ins Spiel: eine geheime Signal-Chatgruppe. Darin sollen er, zwei seiner Mitarbeiter, Christina Block und Anwalt C. gemeinsam kommuniziert haben. Der Gruppenname: „Bring Kids Home“ – also „Die Kinder nach Hause holen“. Die ersten Nachrichten tauchten dort schon am 9. Februar 2023 auf – zehn Monate vor dem Kidnapping. Doch liefern sie den Beweis, dass Block und C. die Entführung zum Jahreswechsel 2023/24 in Auftrag gaben? Wohl kaum. Sie beweisen nur, wie früh die Zusammenarbeit mit Barkays Firma „Cyber Cupula“ begann, und dass sich alles um den Sorgerechtsstreit und eine mögliche Rückholung der Kinder drehte.

    Nach der Befragung von David Barkay haben jetzt zwei weitere Israelis mit den Beamten gesprochen, und das außerhalb des Prozesses. Nach ihnen wurden bereits seit Frühling dieses Jahres gefahndet. Thach K. soll angeblich eines der Fluchtautos gesteuert haben und dabei gewesen sein, als ein israelisches Team die Block-Kinder aus Dänemark herausbrachte. Die Aktion soll jedoch alles andere als eindeutig geplant gewesen sein. Vor dem eigentlichen Einsatz habe die Gruppe Dänemark zunächst nur auskundschaften wollen, schilderte K. über seinen Dolmetscher. Ein genauer Termin habe damals nicht festgestanden.

    Kann Investigativjournalist Gerhard Wisnewski Licht ins Dunkel bringen? Er wäre gewiss der richtige Mann! Wer sich davon überzeugen will, sichert sich sein Jahrbuch „Verheimlicht – vertuscht – vergessen“. Hier bestellen.

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