Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe dem Gaskraftwerk Lichterfelde saßen rund 100.000 Berliner tagelang im Dunkeln und in der Kälte. Betroffen waren die wohlhabenden Viertel Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Ein Blackout kann Jeden treffen. Bereiten Sie sich mit dem „Handbuch für die Flucht“ auf mögliche Extremsituationen vor. Hier mehr erfahren.
Seit dem verheerenden Anschlag saßen zahlreiche Haushalte tagelang im Dunkeln. Besonders ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern harrten frierend in ihren Wohnungen aus und hofften auf ein baldiges Ende der Störung. Es soll der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegszeit gewesen sein. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezifferte die Zahl der Betroffenen auf rund 100.000 Menschen, die zeitweise ohne Strom auskommen mussten. Betroffen waren die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Das Russen-Narrativ
Währenddessen verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken die Verschwörungstheorien. Besonders populär: die Annahme, der Kreml habe persönlich seine Finger im Spiel.

Befeuert wurde diese Erzählung unter anderem von CDU-Politiker Roderich Kiesewetter. Er verwies darauf, dass das Bekennerschreiben mithilfe von KI rückübersetzt worden sei und einige Formulierungen im Russischen angeblich schlüssiger klängen: „Also, der Linksextremismus kann entweder nicht richtig Deutsch oder er lässt sich vorschreiben, was er sagen soll.“
Die Vulkangruppe reagierte empört. Mit einem zweiten Bekennerschreiben versucht die linksextreme Gruppierung, die Deutungshoheit über den Anschlag auf das Stromnetz zurückzuerlangen. Während Politik und Öffentlichkeit noch über mögliche russische Hintermänner diskutierten, legte die Gruppe nach und machte deutlich, dass sie die Tat ganz bewusst selbst für sich beansprucht.
Sie erklärten: „Dass Menschen hier vor Ort in der Lage sind, Infrastruktur anzugreifen, passt nicht ins Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Also wird ein äußerer Feind konstruiert. Das ist bequem, entlastet und verschiebt die Debatte.“ Jeder, der behaupte, dass hinter jeder Sabotage ein fremder Geheimdienst stecke, verweigere sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren, so das Statement.
Auch Berlins Polizeivizepräsident Marco Langner dämpfte am Dienstag Spekulationen über eine russische Urheberschaft. Bislang gebe es dafür keinerlei Anhaltspunkte, erklärte er. Die bisherigen Ermittlungen, die gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt durchgeführt worden seien, deuteten vielmehr klar auf die Vulkangruppe hin. Das Bekennerschreiben werde als echt eingestuft, die Tat stamme demnach aus dem linksextremistischen Milieu.
Vulkan gegen Vulkan
Doch damit war die Angelegenheit nicht erledigt. Auf der Plattform Indymedia tauchte ein weiteres Statement auf. Diesmal von der ursprünglichen Vulkangruppe aus dem Jahr 2011, die sich ausdrücklich von der aktuellen Aktion distanzierte:
„Wir melden uns, weil in unserem Namen gesprochen wird, gehandelt wird, veröffentlich wird, ohne dass es unser Handeln ist. Die Texte und Aktionen der letzten Jahre stammen nicht von uns. Sie widersprechen dem, wofür wir standen und warum wir überhaupt gehandelt haben. Wir waren die Vulkangruppe der Jahre 2011. Unser Bezugspunkt war klar und begrenzt.“
Und weiter: „Unser Ziel waren Bundeswehreinsätze, deutsche Kriegsbeteiligung und Waffenexporte. Infrastruktur war für uns kein Selbstzweck und kein Spielfeld, sondern Symbol und Träger militärischer Gewalt nach außen. Unsere Interventionen richteten sich gegen Kriegspolitik, nicht gegen gesellschaftliche Grundversorgung, nicht gegen Menschen im Alltag.“
Mittlerweile ist das Problem in einigen Teilen Berlins behoben: 11 Uhr bekamen die ersten Haushalten im Süd-Westen Berlins wieder Strom, jetzt soll der Ausfall endgültig beendet worden sein. Ursprünglich hatte der Berliner Senat erst ein Ende am Donnerstag prognostiziert.
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