Ausländerstopp? „Dann wären hier kaum noch Kunden, ne?“

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„Zu Besuch bei der Tafel Wuppertal“ kam kürzlich eine WDR-Reporterin, um nachzuschauen, ob dort ähnliche Probleme existieren wie in Essen. Die Antwort: Nö, alles unter Kontrolle der Ausländer hier. via COMPACT-Volksreporter

Ein Blick auf die Webseite der Wuppertaler Tafel reißt einen nicht vom Hocker. Mathias Kießling, Astrid Zimmerbeutel, Stefan Heinz, Dr. Carl Kutzbach oder Wolfgang Nielsen heißen die hier exemplarisch vorgestellten, biodeutsch aussehenden Helfer.

Lauschte man am frühen Mittwochmorgen jedoch der WDR2-Radioreportage „Andere Stadt, gleiche Probleme? Zu Besuch bei einer Wuppertaler Tafel“, bekam man einen gänzlich anderen Eindruck.

Um zu sehen, ob die Lage wirklich so verzweifelt ist, wie die Betreiber der Tafel Essen sie schildern, hat eine WDR2-Reporterin sich bei der Tafel Wuppertal „mal angestellt“, heißt es.

„Wer in den kleinen, gekachelten Lebensmittelausgaberaum rein möchte“, schildert die Reporterin, „der muss erst mal an Shkelzim Nasiwi (???) vorbei. „Alles die Leute alles normal“ sagt dieser in gebrochenem Deutsch.

Die Reporterin: „Hinter der Theke in dem schlichten Raum stehen dann vor allem Frauen mit Kopftuch. Da war ich erstaunt.“

Wäre ein Ausgabestopp für Ausländer auch in Wuppertal denkbar, fragt der Moderator? Die Antwort: „Naja, dann wären hier kaum Kunden, ne?“ Der Anteil der Bedürftigen mit Migrationshintergrund betrage offiziell 70 bis 80 Prozent. „Ich hatte fast den Eindruck, als wären es eher mehr.“

Findet in Wuppertal ein Verdrängungswettbewerb zuungunsten älterer und alleinerziehender Menschen statt, wie es in Essen heißt? Nein, richtet die Reporterin Angaben der Betreiber aus. Ärger gebe es „nur selten, zum Beispiel wenn Menschen betrunken seien“. Ist ja auch nicht halal…

Eine junge deutsche Studentin namens Juliette mit „langen, dunkelblonden Haaren“, die zur Tafel kommt, weil sie kein Bafög erhalte, berichtet, sie werde von Flüchtlingen „unangenehm angeschaut“ und fühle sich manchmal „ein bisschen bedrängt“. Allerdings, so sagt sie dennoch, habe sie „noch keine negative Erfahrung gemacht“?!

Läuft in Wuppertal.

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Über den Autor

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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