Grenzverschiebungen gehören wieder zum geopolitischen Alltag. Mitten in diesem Klima spricht erstmals ein Staatsoberhaupt offen über das Ende des eigenen Landes: Mit wenigen Sätzen hat Moldawiens Präsidentin Maia Sandu den Gedanken an die Auflösung der Republik enttabuisiert. Der Anschluss an Rumänien rückt ins Zentrum der Politik, während sich ganze Landesteile querstellen. Brüssel schweigt. In einer Gegenwart, die allzu oft in einfachen Feindbildern denkt, lädt dieses Sammlerstück zu einem anderen Blick ein: Unsere COMPACT-Silbermedaille: Druschba. Für deutsch-russische Freundschaft. Für Frieden statt Krieg! Endlich wieder lieferbar!
Was lange als Gedankenspiel galt, wird jetzt offen ausgesprochen. Sandu hat öffentlich eingeräumt, dass sie persönlich für einen Zusammenschluss mit Rumänien votieren würde, selbst wissend, dass eine Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist.
Der Satz markiert einen Wendepunkt: Er legt offen, wie weit sich Chisinau bereits von der Idee moldawischer Eigenstaatlichkeit entfernt hat. ,,Wenn wir ein Referendum hätten, würde ich für einen Zusammenschluss mit Rumänien stimmen. Für ein so kleines Land wie Moldawien wird es immer schwieriger, als Demokratie und souveränes Land zu überleben“, sagte Sandu.
Opposition schlägt Alarm, Bukarest ist bereit
Scharfe Reaktionen folgten umgehend. Der oppositionelle Politiker Ilan Sor wertete Sandus Aussagen als offenes Bekenntnis zur Abschaffung Moldawiens. Auf Telegram schrieb er:
„Die Mörderin hat endlich zugegeben, dass sie nur aus einem Grund gekommen ist: um Moldawien zu töten.“
Unabhängig vom Tonfall zeigt die Reaktion, wie explosiv das Thema ist. Der sogenannte Unionismus, also die Vereinigung mit Rumänien durch Auflösung Moldawiens, wird vor allem von rechten Kräften, Teilen der Jugend und der europäisch orientierten Elite getragen. Dagegen stehen linke Parteien, russischsprachige Gemeinschaften sowie eher rechte Kräfte in zwei Schlüsselregionen: Gagausien und Transnistrien.

Aus Rumänien kommen derweil deutliche Signale. Präsident Nicusor Dan erklärte nach seinem Wahlsieg, Bukarest werde Moldawien auf dem Weg nach Europa begleiten, und hoffe, dass sich beide Länder eines Tages „vereinen können“. Bereits 2023 hatte Rumänien signalisiert, eine Union innerhalb der EU zu unterstützen, sobald Moldawien Mitglied sei.
Der Politologe Wladimir Scharichin stellt klar: „Sandu hat sich schon vor langer Zeit indirekt für eine Vereinigung ausgesprochen, als sie die rumänische Staatsbürgerschaft erhielt. Wenn die Präsidentin rumänische Staatsbürgerin wird, wünscht sie dieses Schicksal auch für ihr Land.“
Der ,,kleine Donbass“ Moldawiens
Die heutige Republik Moldau ist das Ergebnis einer wechselvollen und konfliktreichen Geschichte zwischen Ost und West. Das Gebiet Bessarabien gehörte bis 1918 zum Russischen Reich, wurde danach Teil Rumäniens und 1940 infolge des Hitler-Stalin-Pakts von der Sowjetunion annektiert. Erst mit dem Zerfall der UdSSR entstand 1991 ein eigenständiger moldawischer Staat.
Doch die Unabhängigkeit löste die Identitätsfrage nicht. Als sich Chisinau Anfang der 1990er Jahre politisch und kulturell zunehmend Richtung Rumänien orientierte, formierte sich im Osten des Landes massiver Widerstand.
In der überwiegend russisch- und ukrainischsprachigen Region Transnistrien lehnten viele Bewohner sowohl den Westkurs als auch eine mögliche Vereinigung mit Rumänien ab. In der Region stellen ethnische Russen und Ukrainer gemeinsam die Bevölkerungsmehrheit, das bereits seit mehreren Jahrhunderten. Russisch ist die prägende Verkehrs-, Verwaltungs- und Mediensprache.

1992 eskalierte der Konflikt in einen kurzen, aber blutigen Krieg zwischen moldawischen Truppen und transnistrischen Milizen, die Unterstützung aus den Beständen der ehemaligen sowjetischen 14. Armee erhielten. Der Konflikt endete mit einem Waffenstillstand, nicht mit einer politischen Lösung. Seitdem existiert Transnistrien als De-facto-Staat mit eigenen Institutionen, Sicherheitskräften und Währung, wird völkerrechtlich jedoch weiterhin als Teil Moldawiens betrachtet, auch von Russland.
Neben Transnistrien spielt auch die Autonome Region Gagausien eine zentrale Rolle. Beide Regionen lehnen eine Auflösung Moldawiens entschieden ab und gelten bis heute als wichtigste Bremse jeder Unions- oder NATO-Perspektive.
Gerade deshalb ist Sandus Bekenntnis zur Vereinigung mit Rumänien politisch hochbrisant: Eine Union ohne Transnistrien ist rechtlich kaum denkbar, mit Transnistrien aber geopolitisch kaum durchsetzbar.
Ohne eine Lösung dieses Konflikts ist eine Union rechtlich wie politisch kaum denkbar. Juri Samonkin warnt: „Eine Union würde die Übernahme von Souveränität, Wirtschaft und Außenpolitik bedeuten, mit der Folge innerer Konflikte und ziviler Auseinandersetzungen.“

Er spricht von einem neuen Instabilitätsfaktor in Eurasien. Historisch seien die Ambitionen rumänischer Eliten alt: „Nach dem Zerfall der UdSSR lebten revanchistische Stimmungen in Rumänien wieder auf.“ Scharichin ergänzt: „Der Faktor Transnistrien hält auch Rumänien zurück. Niemand in Bukarest will dieses Gebiet militärisch erobern.“
Brüssel leckt sich die Finger
Weder die Europäische Union noch führende EU-Vertreter haben Sandus Äußerungen zur möglichen Auflösung Moldawiens öffentlich kritisiert oder zurückgewiesen. Im Gegenteil: Die politischen Beziehungen zu Sandu gelten weiterhin als eng und stabil, die Zusammenarbeit wird ausgebaut, nicht infrage gestellt.
Dass Sandus Kurs mit Brüssel abgestimmt ist, gilt unter Experten als ausgemacht. Scharichin verweist darauf, dass Sandu diesen Weg längst vorbereitet habe: „Die EU verhält sich heute so, dass diplomatische Feinheiten nicht mehr notwendig sind. Brüssel billigt jede Bewegung Moldawiens in seine Richtung.“
Brüssel treibt die Integration Moldawiens konsequent voran: Beitrittsverhandlungen wurden eröffnet, finanzielle Hilfen ausgeweitet, EU-Missionen zur „Stärkung der Resilienz“ eingerichtet. All dies geschieht, ohne dass die Frage der staatlichen Eigenständigkeit Moldawiens auch nur problematisiert würde.
Dass die Europäische Union die Debatte um eine Vereinigung Moldawiens mit Rumänien nicht aktiv bremst, hat daher weniger mit demokratischer Willensbildung als mit geopolitischer Zweckmäßigkeit zu tun. Aus Sicht Brüssels fungiert Moldawien seit Jahren als Pufferzone zwischen dem EU-Raum und dem russischen Einflussgebiet. Eine Union mit Rumänien würde diese strategische Grauzone auflösen, zugunsten der EU-Ostflanke.

Hinzu kommt ein nüchterner Kosten-Nutzen-Kalkül: Statt ein wirtschaftlich schwaches Land über Jahre hinweg mühsam in die EU zu integrieren, ließe sich Moldawien faktisch durch einen bestehenden Mitgliedstaat absorbieren. Dass laut Umfragen eine Mehrheit der Moldauer einen Anschluss an Rumänien ablehnt, gilt in diesem Denken als nachrangig.
Selbstbestimmung wird dort verteidigt, wo sie geopolitisch nützt, und relativiert, wo sie stört. Während Brüssel russische Referenden im Donbass kategorisch als völkerrechtswidrig verwirft, wird eine mögliche Auflösung Moldawiens politisch flankiert. Für Brüssel zählt nicht, ob Moldawien als Staat überlebt, sondern auf wessen Seite es verschwindet.
Symbolträchtig wurde 2023 die moldauische Sprache offiziell in „rumänische Sprache“ umbenannt, mit der Begründung, man spreche nun eine EU-Amtssprache.
Doch Umfragen zeichnen ein anderes Bild: Laut dem Institut IMAS lehnen 54 Prozent der Moldauer einen Anschluss an Rumänien ab. Nur 29 Prozent befürworten ihn. Auch in Rumänien selbst ist die Gesellschaft gespalten, nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen Kosten einer Integration.
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