Bei der Präsidentenwahl in Brasilien gelingt dem Amtsinhaber in der Stichwahl die Wende! Bolsonaro, ein enger Verbündeter von Trup und Netanjahu, will die Wahl anfechten. Alles über die zionistische Abhängigkeit von Bolsonaro lesen Sie in der Novemberausgabe von COMPACT im Dossier „Israel und die Rechte“. Die Ausgabe ist schon ab HEUTE in unserem Shop als ePaper im Download erhältlich!
Damit hatte niemand mehr gerechnet. Lula gelang in der Stichwahl die Wende. Hier die nackten Zahlen: Im ersten Wahlgang: Bolsonaro: 56,1 Millionen Stimmen / Lula: 53,9 Millionen Stimmen. Gestern, im zweiten Wahlgang: Lula: 64,1 Millionen Stimmen (+10,2 Mio.) /Bolsonaro: 59,8 Millionen Stimmen (+3,7 Mio.).

Die Wende gelang durch eine sehr starke Mobilisierung der Straße. Während im ersten Wahlgang die Kampagne von Lula sehr chaotisch wirkte, was in einer hohen Zahl von Nichtwählern resultierte, gingen in den letzten zwei Wochen die Rothemden von Lulas Arbeiterpartei gezielt von Haustür zu Haustür in den Eelendsquartieren. Das Argument, das mit Bolsonaro die sozialfeindliche Kettensägen-Politik von Milei in Argentinien auch nach Brasilien kommen könnte, stach! Bolsonaro befütterte es auch noch im lezten Fernsehduell: Er bezeichnete Lula als „Neunfinger-Kandidaten“. Lula konterte, dass er seinen Finger bei einem Arbeitsunfall verloren hatte, als der Unternehmer die medizinische Soforthilfe verweigerte. Lula unterstrich damit sein Image als Kandidat der arbeitenden Menschen, während Bolsonaro die Arroganz der Reichen ausstrahlte.
Wahlbetrug?
Bolsonaro will jetzt die Wahl anfechten und verweist auf die Verlängerung der Urnenöffnung um zwei Stunden am Sonntag. Allerdings hat ER SELBST am Wahltag die Verlängerung der Wahlzeit in fünf Regionen beantragt. Begründung waren starke Regenfälle, Überschwemmungen, Erdrutsche und Stromausfälle, die den Zugang zu den Wahllokalen erschwerten. Parallel hat Lula eine bundesweite Verlängerung der Wahlzeit beantragt, weil es Probleme beim Nahverkehr gab, die ebenso den Zugang zu Wahllokalen erschwerten.
Rechte Politiker und Blogger stellen Lula als Instrument der Globalisten dar, weil Soros jr. und Ursula von der Leyen ihm zum Wahlsieg gratuliert haben. Was Letztere angeht, ist das ein normaler Akt diplomatischer Höflichkeit – sie hätte auch Bolonro gratuliert. Allerdings ist ihre Stellungnahme wie die von Soros auch Ausdruck eines innerglobalistischen Msachtkampfes: Die EU-Spitzen und Soros stehen für eine Globalisierung im Sinne der Herausbildung einer Weltregierung; Trump und Netanjahu (sowie ihre Vasallen wie Milei und Bolsonaro) wollen eine Globalisierung in Form eines amerikanisch-israelischen Imperiums. Beide Varianten sind schlecht, aber die zweite Variante ist aktuell gefährlicher, wie die fortgesetzten Aggressionen im Nahen Osten mit ihrem Potential zum Weltkrieg beweisen.
Bolsonaro rechts, Lula links – so ist der verbreitete Eindruck, entsprechend verteilen sich die Sympathien der jeweiligen Lager auf der Welt. Allerdings gilt in Brasilien wie in ganz Südamerika: Die Rechten sind Vasallen der USA und damit Antipatrioten. Die Linken dagegen verteidigen die Souveränität der Länder – ihr Schlachtruf ist seit Fidel Castro „Patrio o Muerte“, Vaterland oder Tod. Das macht sie auch für Leute wählbar, die vom Sozialismus nicht viel halten. Wahr ist aber auch, dass Lula viele Zugeständnisse an die USA machte, etwa die Aufnahme von Venezuela in die BRICS blockierte.
Bolsonaro und der Zionismus
Zu den Abhängigkeiten des Bolsonaro-Clans gibt es ein ausführliches Dossier in der November-Ausgabe von COMPACT. Hier ein Auszug:
Am 1. April 2019, acht Tage vor der Parlamentswahl in Israel, führte Netanjahu den damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro an die Klagemauer. Nie zuvor hatte ein israelischer Regierungschef einen Staatsgast dorthin begleitet. Der Premier stand unter Korruptionsverdacht und brauchte Bilder. «Netanjahu weiß den brasilianischen Präsidenten gut zu nutzen», urteilte der Tel Aviver Politologe Emmanuel Navon. Sieben Jahre danach wiederholt Netanjahu den Liebesdienst, diesmal gegenüber dem Sohn. Den Draht zur Familie pflegt Israels Diasporaminister Amichai Chikli. Im Januar 2025 ermittelte Brasiliens Justiz gegen einen israelischen Soldaten im Urlaub wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Gaza. Chikli schrieb an Flavios Bruder Eduardo Bolsonaro, das Vorgehen der Regierung Lula sei «eine Schande für das brasilianische Volk».
Im Januar 2026 lädt Chikli Flavio zu einer Konferenz gegen Antisemitismus nach Jerusalem. Mit seiner Frau Fernanda steigt Flavio in den Jordan, in dem er sich 2016 gemeinsam mit dem Vater taufen ließ, und erneuert dort seinen «Bund mit Gott». Die Aufnahmen zielen auch auf die Evangelikalen daheim, das ist jeder vierte Brasilianer. Für sie ist Israel das Heilige Land. Am 26. Januar tagt die Konferenz in der Knesset, dem israelischen Parlament, und Netanjahu empfängt Flavio selbst. Eduardo, bis vor Kurzem Abgeordneter, wendet sich an den Saal: «Ich bitte Sie, ihn zu unterstützen.» Gastgeber Chikli legt nach: «Wir wünschen dir, Flavio, viel Glück im Rennen um die Präsidentschaft.» Ein israelischer Minister wirbt im eigenen Parlament für den Bewerber eines anderen Staates. Flavios Wahlkampf beginnt auf fremdem Boden.
(Die COMPACT-Novemberausgabe mit dem Dossier „Israel und die Rechte“ kann man ab HEUTE direkt als ePaper herunterladen oder auch ein. gedrucktes Exemplar bestellen.)





