Wo ist man in Berlin eigentlich noch sicher? In Moabit wurde ein 22-Jähriger bei einem Drive-by-Shooting am Bein getroffen – in der Nähe einer Polizeiwache! COMPACT-Spezial «Mädchen, Messer, Morde» zeigt schonungslos auf, was in diesem Land los ist. Hier mehr erfahren.
Er stand in der Nacht von Sonntag auf Montag kurz nach 2:00 Uhr in einer Gruppe an der Perleberger Straße in Berlin-Moabit nahe einer Polizeiwache. Dann fielen Schüsse – aus einem fahrenden Auto heraus. Die Beamten der Wache übernahmen die Erstversorgung des getroffenen Mannes. Anschließend wurde der 22-Jährige operiert und stationär behandelt, lebensbedrohlich verletzt war er nicht. Ein weiteres Projektil steckte in einem geparkten Wagen.
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COMPACT unterstützenEin Racheakt?
Laut Polizei war der 22-Jährige nicht das eigentliche Ziel. Die Kugeln sollen einem Mann gegolten haben, der in diesem Moment die Wache verließ. Die Ermittler prüfen einen Racheakt. Am Sonntagabend gegen 19:45 Uhr war es vor einem Lokal in der Torfstraße im Wedding zu einem Streit zwischen vier Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren und einem 28-jährigen Mann gekommen. Dabei wurde ein 16-Jähriger am Oberkörper mit einem Messer verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei spricht von wechselseitiger gefährlicher Körperverletzung.
Gegen 20:30 Uhr verfolgten Beamte zu Fuß einen Mann in Richtung U-Bahnhof Amrumer Straße. Kurz darauf griff die Gruppe zwei Polizisten an. Die Beamten erlitten Verletzungen im Gesicht und an der Hand. Drei Tatverdächtige, darunter der 28-Jährige, wurden in Gewahrsam genommen, erkennungsdienstlich behandelt und wieder entlassen. Wer später an der Perleberger Straße auf sie geschossen hat, ist offen.
Bezug zur Clan-Kriminalität
Die Polizei geht – nicht überraschend – von einem Clan-Bezug aus. Stephan Weh, Landesbezirksvorsitzender der GdP Berlin, nannte die Entwicklung besorgniserregend: «Dass hier jemand einen Menschen direkt vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niederschießt, zeigt eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann.»
Es gebe eine Durchbewaffnung der Szene. International agierende Banden sähen Berlin als Biotop, in dem man mit Waffengewalt Geschäftsfelder neu ausloten könne. Wer hier von einer Abrüstung der Polizei spreche, habe den Verstand verloren. Es ist unschwer zu erkennen, auf wen Weh anspielt.
Die Linke will die Aufrüstung der Polizei stoppen und polizeiliche Arbeit teilweise durch Sozialarbeit ersetzen. Extra-Einheiten wie die Brennpunkt- und Präsenzeinheit sollen abgebaut, kriminalitätsbelastete Orte und Waffenverbotszonen abgeschafft werden. Und das in einer Stadt, in der vor einer Wache auf Unbeteiligte geschossen wird.
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