Der Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hätte möglicherweise noch deutlicher ausfallen können. Erste Untersuchungen der Briefwahlergebnisse lassen aufhorchen. Natürlich aber war der Wahlsieg historisch, und das würdigen wir mit unserer Silbermedaille „Ulrich Siegmund – 6. September 2026. 43,8 Prozent“; limitiert auf 1.500 Stück. Hier mehr erfahren.

    Die Zahl der Briefwähler war am vergangenen Sonntag wieder enorm hoch. 51,2 Prozent an der Urne, 24,3 per Brief. Darunter waren jene, die frühzeitig wussten, dass sie am Wahltag verhindert sein würden. Für sie ist die Möglichkeit einer Fernwahl überhaupt einst geschaffen worden – und zwar als Ausnahmefall. Nun gibt es darüber hinaus eine bisher unbekannte Zahl von Wahlberechtigten, die vielleicht allein niemals zur Wahl gegangen wären, für die jetzt jedoch von Bekannten oder Verwandten Briefwahlunterlagen bestellt werden. Da erscheint Missbrauch in größerem Stil möglich, speziell in Alten- und Pflegeheimen.

    Vorlage für Manipulationen

    Grundsätzlich schneidet die AfD bei der Briefwahl deutlich schlechter ab als bei der Urnenwahl, während vor allem CDU und Grüne überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Im Gegensatz zur Urnenwahl, deren Abläufe transparent sind und von Wahlbeobachtern zu jedem Zeitpunkt eingesehen werden können, liefert die Briefwahl viele Anknüpfungspunkte für mögliche Manipulationen.

    Als nach der Oberbürgermeisterwahl im Frühjahr 2026 in Görlitz, wo ebenfalls Briefwähler den Sieg des AfD-Bewerbers Sebastian Wippel verhindern konnten und erneut eine Debatte über die starken Abweichungen in Bezug zur Urnen-Wahl aufkam, forderte AfD-Parteichef Tino Chrupalla die grundsätzliche Abschaffung der Briefwahl.

    Wenige Wochen später geriet diese Form der Stimmabgabe auch in Aue-Bad Schlema in den Fokus, dort gewann Freie Sachsen-Kandidat Stefan Hartung die Urnenwahl, scheiterte jedoch gegen den CDU-Bewerber nach den Briefwahllokalen knapp. Gegen das Ergebnis dieser Wahl geht der Unterlegene jedoch juristisch vor und fordert Aufklärung.

    Ist das noch Wählerwille?

    In Sachsen-Anhalt bekam nun die AfD mit Uli Siegmund an der Urne auf sagenhafte 51,2 Prozent! Bei der Briefwahl sprangen vergleichsweise magere 24,24 Prozent heraus. Das ist eine Abweichung von 27 Prozent, und man fragt sich unwillkürlich, ob solche Ergebnisse tatsächlich noch den Wählerwillen abbilden.

    Der Schriftsteller und Journalist Alexander Wallasch hat dazu ein spannendes Interview mit Rechtsanwalt Dirk Schmitz geführt, der per Schnellanalyse Ungereimtheiten der der Wahl vom Sonntag beleuchtete. Er präsentiert besonders krasse Beispiele: „In Mertendorf stehen 63,2 Prozent AfD an der Urne nur 24,5 Prozent bei der Briefwahl gegenüber – eine Differenz von fast 39 Prozentpunkten. In Hedersleben sind es 62,9 zu 26,4 Prozent.“

    Rechtsanwalt Schmitz ist auf Abweichungen von bis zu 39 Prozentpunkten gestoßen. Bei großen Städten wie in Magdeburg oder Halle sei das angesichts der linksgrünen-Milieus dort zumindest erklärbar. Dass aber auf kleinen Dörfern teils ganz enorme Unterschiede auffällig waren, das gibt dann doch zu denken. Rechtsanwalt Schmitz:

    „Statistisch ist es aber so auffällig, dass eigentlich eine Strafanzeige erfolgen müsste und gleichzeitig ein Antrag bei der Landeswahlkommission auf Überprüfung sämtlicher Briefwahlauszählungen. Auch eine wissenschaftliche Überprüfung des Briefwahlergebnisses im Vergleich zur Urnenwahl – runtergebrochen auf den einzelnen Wahlkreis – ist erforderlich.“

    Und Sachsen-Anhalt sei kein Einzelfall: „In Baden-Württemberg 2021 lag die AfD bei der Urnenwahl bei 22 Prozent, bei der Briefwahl bei 12,5 Prozent. In Nordrhein-Westfalen 2022: 6,9 zu 3,7 Prozent. Solche Vergleiche kann man fortsetzen. Dort liegen die Differenzen bei etwa acht bis elf Prozentpunkten. In Sachsen-Anhalt beträgt die Abweichung 26,93 Prozentpunkte.“ Für ihn ist klar: „Statistisch deutet vieles auf Manipulation hin“.

    Der Fachmann bringt es auf den Punkt: „Früher war die Briefwahl das Modell für Menschen, die nicht in Deutschland waren oder so krank, dass sie sich nicht mehr zum Wahllokal bewegen konnten. Sie war eine zu begründende Ausnahme. Gemessen am Anteil der Briefwähler heute ist Briefwahl praktisch zu einer neuen Regelwahl geworden.“ Schließlich: „Deshalb erscheint es sinnvoll, sie nicht abzuschaffen, aber auf das frühere übliche Maß zurückzuschrauben.“

    Natürlich aber war der Wahlsieg historisch, und das würdigen wir mit unsere Silbermedaille Ulrich Siegmund – 6. September 2026. 43,8 Prozent; limitiert auf 1.500 Stück. Hier bestellen.

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