Den herkömmlichen Medien ist nichts zu blöd. Jetzt wird verlangt, den Magdeburger Fußballfans, deren Mannschaft am Sonntag in Berlin anzutreten hat, möglichst großzügig bei der Verteilung von Eintrittskarten zu berücksichtigen – und sie somit von der Wahlurne fernzuhalten. Es wird Zeit für eine Wende. Unsere Alice-Weidel-Kanzlermedaille versinnbildlicht diesen Wunsch. Hier mehr erfahren.

    In der Zeit ist ein Artikel erschienen, der zwar in Teilen als Glosse daherkommt, aber letztlich zum Kopfschütteln führen muss. Es geht um Fußball und um Politik. Am Sonntag steht bekanntlich der bundesweit beachtete Wahlgang in Sachsen-Anhalt an. Der 1. FC Magdeburg, fußballerisch das Aushängeschild des Bundeslandes, tritt an eben jenem 6. September zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga bei Hertha BSC in Berlin an. Der Zeit-Schreiberling, ganz Demokrat, hofft nun, dass viele Magdeburg-Fans nicht wählen gehen, weil sie ja in Berlin unterwegs sind. Glauben Sie nicht? Hier eine Leseprobe:

    „Die Magdeburger Fans gelten als ebenso reiselustig wie – in Teilen – problematisch. Choreo mit Nazi-Spruch-Banner, rassistische Gesänge, rechtsextreme Erlebniskultur: Beileibe nicht nur in Magdeburg, aber auch dort sieht und hört man das. Man darf also unter den Magdeburger Fans eine gewisse Anzahl potenzieller AfD-Wähler vermuten. Wenn die nun früh gen Berlin aufbrechen müssen – das Spiel beginnt um 13.30 Uhr–, bleibt kaum Zeit zum Gang ins Wahllokal.“

    Die Rechnung der Edelfeder: Wenn etwa 10.000 Magdeburger zum Spiel bei der Hertha führen, dürfte ein „relevanter Teil der AfD-Wähler“ also die Wahl verpassen. Um dies zu befeuern, sollte Hertha BSC „weitere 10.000 Freikarten an FCM-Fans verschenken“. Denn: „Am Wahlsonntag liegt die Wahrheit nicht auf dem Platz. Sie liegt dann in der Urne.“ So könnte die Hertha am Ende „die Demokratie“ retten.

    Um Klischees auch wirklich gründlich zu bedienen, wird in der Zeit geunkt: „Nach dem Spiel besuchen echte Fußballfans eh andere Lokale, in denen man keine Stimme abgibt, sondern Bier in sich hineinschüttet. Der Harndrang ersetzt dann den Urnengang. Und eine Briefwahl in den Tagen vor dem Spiel ist ohnehin keine Alternative für Deutschlands AfD-Wähler – weil damit ja vermeintlich ein Erfolg der ‚Systemparteien‘ herbeimanipuliert wird.“

    Fußballfans sind gut organisiert

    Lustig, oder? Wenn da nicht aus jeder einzelnen Zeile herauszulesen ist, dass der Typ das eben auch so meint. Hinter seinem vermeintlichen Humor versteckt er sich hier. Peinlich, peinlich. Im übrigen sind Fußballfans in der Regel überdurchschnittlich gut organisiert und wissen ihr Leben zu gestalten. Dazu zählt natürlich auch das Kreuz im richtigen Moment an der richtigen Stelle. Möglicherweise stellen Magdeburgs-Fußballfreunde einen guten Teil der merkwürdig vielen Briefwähler…

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