Jan Gorkow, Kopf der linken Punk-Kapelle „Feine Sahne Fischfilet“ hat im Ronzheimer-Podcast für sein Buch Jenseits der Brandmauer werben dürfen. Geht’s noch langweiliger, werden Sie denken? – Aber: Er hat bemerkenswerte Gedanken zum Besten gegeben. Die Antifa-Szene wird aufheulen! Vor Sprechverboten warnt unser spannendes Aufklärungspaket „1.000 Seiten BRD-Diktatur“ (jetzt nur 14,99 Euro statt 79,95 Euro). Hier mehr erfahren.

    Die Formation „Feine Sahne Fischfilet“ (FSF) verstand sich bisher als singende Antifa-Combo. Mit Jan „Monchi“ Gorkow geht es auf Konzerten eigentlich immer rund. Bier fließt und spritzt in Strömen, die Meute vor der Bühne macht stets mächtig Alarm, und die Texte sind nicht allzu zartbesaitet. Neben „Nazis“ bekommen auch „Bullen“ immer wieder ihr Fett weg und zwar bin hin zu Gewaltaufrufen. Das gehört bei FSF zum guten Ton.

    Und weil die Jungs so brav Staatspropanda jungendgerecht aufbereiten, gibt es immer wieder auch Preise oder auch Schulterklopfer vom Bundespräsidenten. Jetzt saß Monchi bei Paul Ronzheimer, das Bild-Mädchen für alles, im Podcast, der von der Springer-Presse massiv gefördert wird. Das aber interessiert den Musikanten natürlich nicht. Man bewegt sich gerne in Establishment-Kreisen. Tote Hosen und Die Ärzte lassen grüßen.

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    Allerdings hat Gorkow jetzt auch Töne angeschlagen, die man so von ihm nicht erwartet hätte. Beispielsweise sagt er, je näher er AfD-Anhängern aus seinem Umfeld kommt, „umso schwerer fällt mir das Hassen“. Das werden Antifa-Kumpanen gar nicht gerne hören. Bei Ronzheimer erzählt er, dass sein Umzug aufs Land beziehungsweise in seine alte Heimat Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern einen anderen Blickwinkel seiner Denke freigelegt hätte. So klingt auch der Titel seines Buches, das er jetzt vorgelegt hat: Jenseits der Brandmauer. Aus dem Klappentext:

    „Nach vielen Jahren in Rostock kehrt Monchi, Sänger von Feine Sahne Fischfilet, in die vorpommersche Provinz zurück. Als bei der Bundestagswahl 54 Prozent der Stimmen in seinem Geburtsort, wo er fast jeden kennt, an die AfD gehen, kann er es kaum fassen. Dabei weiß Monchi längst: Ein Leben hier funktioniert nur neben- und miteinander, trotz aller Kontraste. Die Kneipe, in der die Band ihr Festival plant, wird auch für den AfD-Stammtisch genutzt. Auf dem Grundstück neben dem Proberaum wurde eine schwarz-weiß-rote Flagge gehisst. Aber die verschiedensten Menschen helfen mit, als ein Skatepark für die Jugend gebaut wird.“

    Dies ist auch die Stoßrichtung im Podcast: Er habe mit vielen Leute gesprochen. Immer wieder gehe es bei der Motivation, für die AfD zu stimmen, um Rente, Migration, Angst vor Krieg oder wirtschaftlichem Abstieg. Und er erzählt: Immer und immer wieder spiele die Wut auf die Berliner Politik eine wesentliche Rolle. Da könne er nur davor warnen, alle AfD-Wähler über einen Kamm zu scheren. 54 Prozent der Menschen aus seiner Heimatregion seien ja schließlich keine organisierten Rechtsradikalen. Er warnt sogar ausdrücklich vor pauschaler Verurteilung:

    „Wenn alle Nazis sind, dann ist nachher keiner mehr Nazi. Das ist der Punkt.“

    Linke Schwarzmalerei helfen nach seiner Auffassung nicht weiter: „Man darf sich nicht so in Weltuntergangsszenarien verlieren, weil ich glaube, das macht die Welt nicht besser.“ Es scheint, als nimmt Gorkow zunehmend Abstand von seinen früheren Ansichten, die ja durch Antifa-Scheuklappen geprägt waren. Heute meint er, man dürfe auch mit den Nordkurier und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung reden. Linke Cancel Culture sei scheiße. Und dann:

    „Und natürlich gibt es Momente, wo ich verstehe, dass die Leute abgegessen sind, dass die Leute sagen: kein Bock mehr! Ich kann nicht verstehen, dass die Antwort für die die AfD ist.“

    Ob er für die Antifa schon verloren ist? Monchi auf halbem Weg nach rechts? Das will er gewiss nicht wahrhaben. Aber seine einstigen Antifa-Weggefährten dürften das weniger entspannt sehen.

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