Mehrere Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Egeln in Sachsen-Anhalt posierten nach einem Einsatz in voller Montur und vor ihrem Löschfahrzeug mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Doch nicht alle sind darüber erfreut. Was wäre, wenn er wirklich regieren würde? Unser Comic «Uli rettet Deutschland» zeigt, wie seine ersten Wochen an der Macht aussehen könnten. Hier mehr erfahren.

    Uli Siegmund ist derzeit jeden Tag in Sachsen-Anhalt unterwegs. Sein Wahlkampf ist vorbildlich und reißt die Menschen mit, ganz zum Entsetzen der politischen Konkurrenz. So war es auch am vergangenen Freitag im hübschen Egeln, ein Städtchen im Salzlandkreis. Der AfD-Infostand auf dem Markplatz war überaus gut besucht, Siegmund war als Zugpferd vor Ort.

    Der Menschenauflauf erregte auch die Aufmerksamkeit einer Feuerwehrbesatzung, die gerade von einem Einsatz zurückkehrte. Siegmund begrüßte die Männer, schüttelte ihnen die Hände und dankte ihnen für ihre Arbeit. Dabei lobte er auch die Freiwillige Feuerwehr ganz allgemein und zollte deren Einsatzkräften höchsten Respekt.

    Anschließend posierten die Feuerwehrmänner für Fotos und Videos vor ihrem Dienstfahrzeug. Aufnahmen davon kursierten rasch in den sozialen Medien, unter anderem über den Youtube-Kanal «Weichreite TV». Ganz und gar entsetzt gab sich daraufhin der örtliche Bürgermeister. Michael Stöhr von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Egeln drohte den Ehrenamtlichen via Facebook:

    «Als Verbandsgemeindebürgermeister und Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr stelle ich ausdrücklich klar, dass ein solches Verhalten von Mitgliedern unserer Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz nicht hingenommen werden kann.»

    Er forderte politische Neutralität und erklärte, man werde die Aktion intern auswerten und natürlich auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Privat könne natürlich jeder Feuerwehrangehörige die Partei unterstützen, die er wolle. Dem Ehrenamt sei mit dieser Aktion ein enormer Schaden zugefügt worden. Besonders bezeichnend ist der Satz:

    «Unsere Bevölkerung muss sich darauf verlassen können, dass unsere Feuerwehr im Notfall unabhängig von der politischen Einstellung, Religion oder Herkunft Hilfe leistet. Sollte das von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr auch nur ansatzweise in Zweifel gezogen werden, dann haben diejenigen nichts mehr in der Feuerwehr zu suchen.»

    Wie kommt dieser Mann darauf, dass die wohlgemerkt Ehrenamtlichen im Zweifel ihre Aufgabe nicht erfüllen würden? Schließlich handelt es sich hier um ein harmloses Foto und den Wunsch, Ulrich Siegmund die Hand zu schütteln. Ob er sich auch so aufgeregt hätte, wenn es sich nicht um den AfD-Spitzenkandidaten gehandelt hätte?

    Ortswehrleiter Rommel sah in der Handlung seiner Kameraden kein Vergehen. Er erklärte gegenüber der Volksstimme: «Das war keine böse Absicht. Die Freiwillige Feuerwehr Egeln ist nicht parteiisch. Wir helfen jedem Menschen.» Er werde die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen, weil er seine Kameraden schützen wolle. Die Mehrheit der Menschen der Verbandsgemeinde Egelner Mulde kann indes kein Vergehen der Männer erkennen.

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