Was für eine Polit-Sensation! Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat am Abend BSW-Chefin Sahra Wagenknecht ein hochbrisantes Angebot gemacht, das die Republik im sprichwörtlichen Sinne wackeln lassen könnte. Er bietet ihr das Ministerpräsidentenamt im Freistaat. Wie kaum ein anderer Politiker hat Höcke damit Weit- und Umsicht bewiesen. COMPACT ist stolz darauf, den Höcke-Taler in Silber im Angebot zu wissen. Hier mehr erfahren.

    Die Fronten schienen festgefahren, alle Blicke richteten sich bis gestern auf die Frage, ob Grüne oder SPD in Sachsen-Anhalt die Fünfprozenthürde nun überspringen würden oder auch nicht. Ist eine absolute Mehrheit für Ulrich Siegmund machbar oder nicht? Jetzt hat sich der Kopf der Thüringer AfD eingeschaltet und mit einem Federstrich die Karten völlig neu gemischt Er bietet der BSW-Chefin am Amt der Ministerpräsidentin von Thüringen an, und zwar über Parteigrenzen hinweg! Das hätte natürlich auch segensreiche Auswirkungen für Uli Siegmund und sein Team.

    Ja, die AfD ist mittlerweile stark genug, um auch CDU-Ministerpräsidenten zu stürzen, die es wahrhaftig auch verdient haben. Was Mario Voigt, der berühmt-berüchtigte Mett-Mario dort angerichtet hat, geht schon längst auf keine Kuhhaut mehr. Zum politischen Versagen kommt die persönliche Unredlichkeit.

    Gerade erst hatte die TU Chemnitz den Widerspruch des unbeliebten-Ministerpräsidenten gegen den Entzug seines Doktorgrades wegen über einhundert Plagiaten seiner damaligen Dissertation endgültig zurückgewiesen. Der Entscheid von Mitte Juli wurde von Voigt erst jetzt, nach wochenlanger Verzögerung, bekanntgegeben. AfD-Chef Björn Höcke sieht darin eine Strategie der bewussten „Heimlichtuerei“. Voigt scheint nur noch im Sinne zu haben, sich ins Ruhegeld zu retten. Dazu fehlen ihm nämlich noch genau vier Monate.

    Die Ausgangslage in Thüringen

    Thüringen wird seit 2024 mit einer CDU-BSW-SPD-Koalition regiert, die nur über 44 der 88 Mandate verfügt und sich deshalb durch die Linkspartei tolerieren lässt. Eine sichere Mehrheit hätte dagegen ein potenzielles Bündnis AfD plus BSW, nämlich 47 Stimmen.

    Bisher hält die BSW-Fraktion im Landtag, trotz vernehmbarem Murren auch an der Thüringer Basis und trotz des jetzt verschärften Plagiatsskandals, zu Voigt. Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) sagte, dass Voigt das Recht auf eine juristisch fundierte Prüfung und Entscheidung habe. Er sehe nicht, dass die Entscheidung der TU Chemnitz diese ersetzen würde. Die Thüringer BSW-Vizeministerpräsidentin Katja Wolf wies Forderungen der Bundesspitze um Wagenknecht nach einem Rücktritt von Voigt zurück. Sie nehme zur Kenntnis, dass die Bundespartei auch an dieser Stelle eine andere Meinung habe, sagte sie. Man habe „unterschiedliche Rollen und Perspektiven“.

    Doch so einfach kommt Wolf nicht davon. Mit seiner heutigen Stellungnahme hat Björn Höcke mächtig Wind in die Bude gebracht und dürfte in den nächsten Tagen für massive Diskussionen sorgen. Kann die Querfront den ganzen Laden aufmischen? Wir dokumentierten wesentliche Teile der Höcke-Nachricht an Sahra Wagenknecht selbst. Die BSW-Chefin hatte ja selbst die Brandmauer gerade erst als gescheitert bezeichnet.

    Höcke zu Wagenknecht: „In Thüringen stützt ihre Partei den Ministerpräsidenten Mario Vogt. Ein Mann, der wirklich jede Glaubwürdigkeit verloren hat und der sich trotzdem an sein Amt klammert. Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will diesen Ministerpräsidenten nicht. Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will kein Weiter. Die Mehrheit der Menschen in Thüringen will Veränderung. Genauso wie die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Und dann:

    „Sehr geehrte Frau Wagenknecht, Sie kommentieren durchaus des Öfteren klug das Zeitgeschehen. Sie reden viel von der Seitenlinie, wenn man so will. Schreiten Sie doch mal zur Tat. Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung. Und beweisen Sie den Thüringern, beweisen Sie den Sachsen-Anhaltern, dass das BSW doch keine Kartellpartei ist. Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen.“

    Bäm! Das sind historische Sätze, die alle auf den Kopf stellen können. Höcke weiter: „Ich reiche Ihnen die Hand. Lassen Sie uns ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen. Lassen Sie uns das tun, was die Mehrheit der Menschen in Thüringen und Sachsen-Anhalt will. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Demokratie in Deutschland wieder lebendig wird. Und lassen Sie uns das tun vor dem 6. September 2026, vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.“

    Das ist eine Bombe, mit der niemand gerechnet hat: Nachdem Mario Voigt trotz Erschleichen des Doktortitels am Amt des Ministerpräsidenten klebt und dabei vom Koalitionspartner BSW Thüringen unterstützt wird, wird der Höcke-Schachzug massive Wellen schlagen. Wie wird Wagenknecht jetzt reagieren? Eigentlich fordert sie ja selbst den Rücktritt von Voigt – jetzt muss sie aktiv werden, und Höckes Hand ergreifen.

    Wie kaum ein anderer Politiker hat Höcke damit Weit- und Umsicht bewiesen. COMPACT ist stolz darauf, den Höcke-Taler in Silber im Angebot zu wissen. Hier mehr erfahren.

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