Nach Auseinandersetzungen im Westjordanland ist es zu weiteren Gewalttaten gekommen. Nach palästinensischen Angaben griffen israelische Siedler Moscheen an, legten Feuer und hinterließen hebräische Parolen an Gebäuden. Massenmedien schweigen, wir nicht! Unsere hochbrisante Aufklärungsausgabe „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“ kennt keine Sprechverbote. Hier mehr erfahren.

    Israelis wüten: Im Dorf Kusra südöstlich von Nablus wurde nach Angaben der örtlichen Behörden eine erst vor kurzer Zeit fertiggestellte Moschee in Brand gesetzt. Zudem seien Graffiti mit Aufschriften wie „Jüdische Rache“ sowie der Name eines Israelis angebracht worden, der bei einem Schusswechsel am Freitag vergangener Woche ums Leben gekommen war. Kusra ist nun schon mehrfach Ziel von Angriffen durch israelische Siedler geworden. Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 hat sich die Sicherheitslage immer weiter neu verschärft.

    Israel bestätigt die Taten

    Ein weiterer Vorfall ereignete sich in der Nähe des Dorfes Kur südöstlich von Tulkarm. Dort sollen drei Siedler versucht haben, eine Moschee in Brand zu setzen. Nach Angaben des Gemeinderats konnten Gläubige das Feuer gerade noch rechtzeitig löschen, sodass größere Schäden verhindert wurden. Auch an diesem Gebäude wurden hebräische Schmierereien entdeckt.

    Das israelische Militär bestätigte, dass Einsatzkräfte in Kusra Spuren eines Brandanschlags und Graffiti festgestellt hätten. Die Sicherheitsbehörden erklärten, sie suchten nach den Verantwortlichen und verurteilten Angriffe auf religiöse Einrichtungen. Zugleich kündigten sie Ermittlungen an.

    Menschenrechtsorganisationen sowie Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde werfen den israelischen Sicherheitskräften immer wieder vor, nicht konsequent genug gegen gewalttätige Siedler vorzugehen. Israel weist solche Vorwürfe zurück und betont, Straftaten unabhängig von den Tätern zu verfolgen. Tatsächlich sind kaum Fälle mit Verurteilungen bekannt.

    Auslöser der jüngsten Gewalt war ein Schusswechsel am Freitag in der Nähe des Dorfes Tal südwestlich von Nablus. Dabei wurden nach offiziellen Angaben vier Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet. Der Vorfall reiht sich in eine Serie zunehmender Exzesse im Westjordanland.

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nahm die Unruhen zum Anlass, eine Verstärkung der Militärpräsenz im Westjordanland anzuordnen und kündigte an, weitere israelische Siedlungen jetzt erst recht genehmigen zu wollen. Die israelischen Siedlungen im Westjordanland gelten nach Auffassung der Vereinten Nationen und der überwiegenden Mehrheit der Staatengemeinschaft als völkerrechtswidrig.

    Eine antisemitische Lüge?

    Nachfolgend ein kurzer Auszug aus unsrer neuen „Schurkenstaat“-Ausgabe: „Die Vertreter des Groß-Israel-Projekts fordern die Eroberung des Heiligen Landes vom Nil bis zum Euphrat, also von Ägypten bis zum Irak. Eine Teilung Palästinas lehnten sie von Anfang an ab. Die Behauptung, dass Israel territoriale Ambitionen habe, die sich an alttestamentarischen Verheißungen orientieren, ist angeblich eine „antisemitische Verschwörungstheorie“. „Der Groß-Israel-Hoax ist die gefährlichste Lüge aller Zeiten“, lesen wir Anfang April 2026 in der Jewish Times.

    Man wäre gewillt, das alles zu glauben, wären da nicht völlig offen vorgetragene Ausführungen maßgeblicher Politiker, die das genaue Gegenteil besagen. In den Leitlinien von Benjamin Netanjahus Regierungsprogramm, veröffentlicht im Dezember 2022, heißt es beispielsweise völlig ungeniert: „Das jüdische Volk hat ein ausschließliches und unveräußerliches Recht auf alle Teile des Landes Israel.“ Und weiter: „Die Regierung wird die Besiedlung aller Teile des Landes Israel fördern und vorantreiben – in Galiläa, im Negev, auf den Golanhöhen sowie in Judäa und Samaria.“ Diese Gebiete liegen großteils außerhalb der international anerkannten Grenzen des Staates.

    «Karte der Annektierung»: Hier provoziert Israels Premier im September 2024 vor der UN-Vollversammlung in New York. Foto: picture alliance/dpa

    Halb Machtdemonstration, halb Provokation ist, was Netanjahu im September 2023 vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen veranstaltet. Während seiner Rede hält er eine Karte Israels in die Höhe, auf der das Westjordanland und Gaza mit Israel verschmolzen sind. Als der Premier während eines Interviews mit dem israelischen Sender i24news 2025 gefragt wird, ob er sich mit der Vision eines «Groß-Israel» identifiziere, eiert er gar nicht lange hum: „Sehr sogar.“ Weiter erklärt er, dass er auf einer „historischen und spirituellen Mission“ sei. Sein Finanzminister Bezalel Smotrich provozierte 2024 gegenüber dem deutsch-französischen Sender Arte mit dem Spruch, die „Zukunft Jerusalem“ sei es, sich „bis nach Damaskus auszudehnen“. Noch Fragen?

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