Westliche Meiden schweigen sich aus: Die blutige Spur des Bombenanschlags von Monaco führt tief in die ukrainischen Sicherheitsstrukturen. Hierzu empfiehlt sich unsere Spezialausgabe „Krieg gegen Russland“ mit Hintergründen, die Ihnen bewusst verschwiegen werden. Hier mehr erfahren.

    Am 29. Juni 2026 explodierte vor einem Wohnhaus in Monaco ein Sprengsatz, als der ukrainische Oligarch Vadim Jermolajew mit seiner Lebenspartnerin Anna Nasobina und seinem 13-jährigen Sohn das Gebäude verließ. Jermolajew wurde schwer verletzt, überlebte aber. Seine Partnerin verlor beide Beine und schwebt weiter in Lebensgefahr, der Sohn erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Monaco wertete den Vorfall als möglichen Terrorakt; Fürst Albert II. sprach von einem „abscheulichen Akt“.

    Täterin identifiziert – und getötet

    Die Hauptverdächtige, die 39-jährige Ukrainerin Anastasia Beresovskaja wurde recht schnell identifiziert. Sie hatte sich als Mann verkleidet, eine Tasche mit dem Sprengsatz abgestellt und die Explosion per Fernzünder ausgelöst. Anschließend floh sie zu Fuß nach Frankreich, fuhr mit einem Auto weiter und reiste am 1. Juli legal in die Ukraine ein – zu einem Zeitpunkt, als noch keine internationale Fahndung lief. Erst am 3. Juli schrieb Interpol sie zur Fahndung aus. Am 6. Juli wurde ihre Leiche in der Nähe von Kiew entdeckt: Sie war mit mehreren Schüssen in den Hinterkopf hingerichtet und verscharrt worden.

    Kurz darauf nahm der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU zwei Männer fest: Wladislaw Reut, einen aktiven Offizier des Militärgeheimdienstes GUR (Hauptnachrichtendienst des Verteidigungsministeriums), und Witali Schikowitsch, einen ehemaligen SBU-Mitarbeiter. Reut gestand den Mord an Beresovskaja. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler eine Folterkammer im Keller. Beide Verdächtigen sollen der Frau zuvor Geld und Kryptowährungen überwiesen haben – insgesamt wird der Anschlag in Monaco mit etwa 150.000 US-Dollar in Verbindung gebracht, von denen Beresovskaja nur einen Bruchteil erhalten haben sollte.

    Der Anwalt eines der Beschuldigten erklärte, seine Mandanten hätten Beresovskaja nicht „ermordet“, sondern im Auftrag von Vorgesetzten „liquidiert“. Sie seien hereingelegt worden und hätten lediglich Befehle ausgeführt. Ukrainische Medien berichten von internen Spannungen: Der Mord an der mutmaßlichen Täterin könnte dazu gedient haben, eine Zeugin zu beseitigen, der Verbindungen zu höheren Stellen nachgesagt wurden.

    Jermolajew stammt aus Dnjepropetrowsk, wo er als Bauunternehmer ein Vermögen machte und Immobilien betrieb. Er wird mit einem Netzwerk von Callcentern in Verbindung gebracht, die sich auf Telefonbetrug spezialisiert haben, vor allem gegenüber Opfern in Russland, aber auch in Estland, Litauen, Finnland, Deutschland und der Türkei. Sein Sohn Artur war in Estland wegen eines solchen Rings („Cosmo“) verurteilt worden, der Schäden von über 100 Millionen Euro verursacht haben soll. Jermolajew selbst lebte zuletzt in Monaco, hatte zuvor in Wien residiert und 2019 die ukrainische Staatsbürgerschaft abgegeben (nunmehr zyprischer Staatsbürger). Die Ukraine verhängte 2023 Sanktionen gegen ihn wegen mutmaßlicher Geschäfte auf der Krim.

    Darüber hinaus gibt es Berichte, wonach Jermolajew Verbindungen zu Waleri Saluschni unterhalten haben soll, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und heutigen Botschafter in London. Saluschni gilt als potenzieller Herausforderer von Präsident Selenski. Solche Verbindungen könnten auf einen Machtkampf innerhalb der ukrainischen Eliten hindeuten.

    BRD-Medien: War was?

    Deutsche Medien wie der Spiegel berichteten zunächst unter Überschriften wie „Angriff auf prorussischen Geschäftsmann“ und betonten Jermolajews angebliche Russland-Nähe, während Hintergründe wie die Callcenter-Aktivitäten, die Verbindungen zu ukrainischen Geheimdiensten und der schnelle Mord an der Verdächtigen weitgehend ausgeblendet oder nur knapp erwähnt wurden. Ermittler in Monaco und französische Medien wie Le Figaro hatten früh auf mögliche Verbindungen zu ukrainischen Sicherheitsdiensten hingewiesen. Andere westlichen Medien berichten gar nicht…

    Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Verhältnisse in der Ukraine: Korruption, organisierte Kriminalität und offenbar tiefe Gräben zwischen und innerhalb der Sicherheitsbehörden. Ob der Anschlag in Monaco tatsächlich von staatlichen Kreisen ausging oder Teil eines privaten oder oligarchischen Konflikts war, ist noch offen. Die rasche Beseitigung der Hauptverdächtigen und die Verwicklung von Geheimdienstmitarbeitern deuten jedoch auf hochbrisante Hintermänner hin – und auf einen Mafiastaat-ähnlichen Zustand.

    Die Ermittlungen in Monaco, Frankreich und der Ukraine laufen weiter. Der Vorfall erschüttert nicht nur das Image des Fürstentums als sicherer Zufluchtsort, sondern wirft auch Fragen auf, wie weit die Schatten der ukrainischen Machtkämpfe bereits nach Westeuropa reichen.

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