Bonny Tyler ist verstorben. Sie Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme überlebte die Folgen eines Zusammenbruchs nach einer Operation nicht. Ihre Lieder leben weiter. Lesen Sie dazu das Buch von Steffi Elsässer „Mein Deutschland“, eine Verbeugung an jene Zeit, in der die Künstlerin die Charts nach Belieben beherrschte. Hier mehr erfahren.

    Mit Bonnie Tyler verliert die Musikwelt eine ihrer markantesten Stimmen. Die walisische Sängerin, geboren als Gaynor Hopkins am 8. Juni 1951 in Skewen, starb vorgestern im Alter von 75 Jahren in Portugal. Mit ihr geht eine Künstlerin, deren kraftvolle Reibeisenstimme über Jahrzehnte hinweg Millionen Menschen berührte und deren Lieder längst zu den Klassikern der Pop- und Rockgeschichte gehören.

    Der Weg zum Weltruhm begann Ende der 1970er-Jahre mit dem Evergreen „It’s a Heartache“. Der endgültige Durchbruch gelang ihr 1983 mit der epischen Ballade „Total Eclipse of the Heart“. Der Song wurde zu einem der größten Welthits aller Zeiten und machte Bonnie Tyler über Nacht zu einer Ikone. Es folgten weitere Erfolge wie „Holding Out for a Hero“, die ihren festen Platz in der internationalen Musikgeschichte besiegelten.

    Bemerkenswert war, dass aus einer vermeintlichen Schwäche ihre größte Stärke wurde. Nach einer Stimmbandoperation entwickelte sich jene unverwechselbare raue Stimme, die zunächst als Risiko galt, schließlich aber zu ihrem Markenzeichen wurde. Bonnie Tyler bewies damit, dass Individualität der Schlüssel zu wahrer Größe ist.

    Auch Deutschland spielte in ihrer Karriere eine bedeutende Rolle. Anfang der 1990er-Jahre feierte sie mit den von Dieter Bohlen produzierten Alben „Bitterblue“, „Angel Heart“ und „Silhouette in Red“ ein erfolgreiches Comeback und gehörte erneut zu den beliebtesten internationalen Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Noch in jüngster Zeit füllte die Konzerthallen in der Bundesrepublik. Eine weitere Tournee stand gerade bevor.

    Bodenständig und herzlich

    Politisch hielt sich die Frau mit der blonden Mähne im Hintergrund. Sie verstand sich nie als politische Aktivistin oder Parteigängerin. Stattdessen vertrat sie die Überzeugung, dass Musik Menschen verbinden und nicht trennen sollte. Öffentliche politische Kontroversen vermied sie weitgehend. 2013 repräsentierte sie das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest und wurde damit einmal mehr zu einer Botschafterin der britischen Musik weit über die Landesgrenzen hinaus.

    Bis ins hohe Alter blieb Bonnie Tyler aktiv, stand auf der Bühne und begeisterte ihr Publikum mit derselben Leidenschaft wie zu Beginn ihrer Karriere. Ihre Bodenständigkeit, ihre Herzlichkeit und ihre Nähe zu ihren Anhängern zeichneten sie aus.

    Mit Bonnie Tyler verstummt eine der großen Stimmen der Rock- und Popmusik. Ihre Lieder werden jedoch kraftvoll, emotional und zeitlos weiterklingen. Bonnie Tyler hinterlässt Ehemann Robert Sullivan, einen Judoka, der 1972 an den Olympischen Spielen in München teilnahm.

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