Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist erneut der Falschaussage überführt. Längst ist sein Rücktritt überfällig. Solche Volksvertreter schaden der Demokratie. Es ist Zeit für frische Kräfte. Dies symbolisiert unsere neue Silbermünze zu Ehren von Ulrich Siegmund, dem möglichen nächsten Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Hier mehr erfahren.
Kai Wegner versinkt immer tiefer in seinem Lügen-Skandal, der ihn für das Amt als Regierender Bürgermeister der deutschen Hauptstadt untragbar macht. Neue Enthüllungen des Tagesspiegels – erzwungen durch zwei Eilanträge vor dem Berliner Verwaltungsgericht – belegen: Wegner hat die Öffentlichkeit über seine Aktivitäten am Vormittag des 3. Januar 2026 erneut getäuscht.
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COMPACT unterstützenEin Tennisspiel zur Unzeit
An jenem Tag, als ein linksextremistischer Brandanschlag der sogenannten Vulkangruppe auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins einen der schwersten Stromausfälle der Nachkriegsgeschichte auslöste, war er eben nicht der tatkräftige Krisenmanager, als der er sich zunächst darzustellen versuchte. Bis zu 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe in Steglitz-Zehlendorf saßen tagelang ohne Strom und Heizung im bitterkalten Winter. Menschen froren, Aufzüge fielen aus, Warmwasser blieb aus, Kranke und Pflegebedürftige waren in lebensbedrohlicher Not.
Wie reagierte Wegner auf den Anschlag auf die kritische Infrastruktur in Berlin? Er war Tennis spielen mit seiner Lebenspartnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. Zunächst behauptete Wegner, er habe sich „im wahrsten Sinne zu Hause in seinem Büro eingeschlossen“ und „den ganzen Tag am Telefon“ koordiniert. Später räumte er das Tennismatch ein, rechtfertigte es aber mit angeblichen intensiven Telefonaten am Vormittag: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, Telefonate zu führen. Mit Krisenstäben, mit Stromnetz Berlin, vor allem auch mit der Bundesregierung, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister.“ Dann erst sei er zum Tennisplatz gegangen, „um den Kopf freizukriegen“.
Telefonate am Vormittag: Fehlanzege!
Diese Darstellung war doppelt falsch. Die Senatskanzlei musste jetzt nach Gerichtsbeschluss einräumen: Vor 12:45 Uhr führte Kai Wegner kein einziges dienstliches Telefonat. Der Austausch beschränkte sich auf wenige Textnachrichten. Das erste Telefonat fand erst um 12:45 Uhr mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey statt, also unmittelbar bevor Wegner zum Tennisplatz fuhr. Die von ihm genannten Gespräche mit Stromnetz Berlin und der Bundesregierung gab es am Vormittag schlicht nicht.

Noch im März hatte die Senatskanzlei ausdrücklich und schriftlich die Annahme zurückgewiesen, Wegner habe vormittags keine Telefonate geführt. Diese falsche Aussage wurde nie korrigiert – erst jetzt, nach dem Gerichtsurteil. Wegner selbst wiederholte auf dem Hoffest des Regierenden Bürgermeisters am vergangenen Dienstag im RBB die Unwahrheit: Er habe „zwei Telefonate am Vormittag geführt“ und den Rest per Textnachricht erledigt. Auch das ist widerlegt.
Lüge, Lüge, Lüge: Es reicht!
Was bleibt, ist ein klares Muster: Erst die Behauptung, den ganzen Tag im Krisenmodus verbracht zu haben. Dann das späte Eingeständnis des Tennisspiels. Nun die dritte Lüge über die angebliche Intensität der Vormittagsarbeit. Wegner hat nicht nur die Bürger getäuscht, sondern offenbar auch seine eigenen Mitarbeiter und die Senatskanzlei in die Bredouille gebracht.
Die Diskreditierung kritischer Nachfragen („Die Interpretation des Tagesspiegels entbehrt jeder Grundlage“) passt ins Bild eines Politikers, der Wahrheit als lästige Störung empfindet. Ein Amtsträger in einer rechtsstaatlichen Demokratie ist zur Wahrheit verpflichtet. Wer in einer schweren Krise lügt, um sein eigenes Verhalten zu schönen, beschädigt dies das Fundament des Vertrauens in die Institutionen.
Die Entschuldigung für „kommunikative Fehler“ war von Anfang an eine leere Floskel. Die neue Enthüllung zeigt: Es ging nie nur um eine Stunde Tennis. Es geht um systematische Irreführung der Öffentlichkeit.
Die Folgen sind verheerend. Die CDU in Berlin rutscht in Umfragen ab (aktuell nur noch auf Platz vier). Intern herrscht Schockstarre. Kaum jemand will für den „Regierenden Tennisspieler“ Wahlkampf machen und werben. Wegner hat die Partei mit Intrigen und Durchstechereien gespalten.
Die Neue Zürcher Zeitung findet passende Worte: „Es wirft ein etwas zweifelhaftes Licht auf Teile der Landespresse, dass sie dieses Lavieren und Ausweichen des politisch Verantwortlichen weitgehend hinnahmen, ohne seinen Rücktritt zu fordern. Dass der christdemokratische Chef der ‚Regenbogenhauptstadt Berlin‘ (Senatsprosa) angesichts eines der womöglich folgenreichsten Terroranschläge der Nachkriegszeit weder besonders tätig noch besonders kräftig oder besonders ehrlich war, ist nämlich durchaus ein Skandal. Ein ungeheuerlicher.“ AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker erklärte, Wegner sei für das Amt des Regierenden Bürgermeisters „charakterlich nicht geeignet“.
JU-Chef rückt ab
Unterdessen fordert nun sogar Harald Burkart, Vorsitzender der Jungen Union in Berlin, Wegners Rücktritt: „Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt“. Dies sei „im Interesse der Stadt und der Partei“, sagte der JU-Chef dem Portal The Pioneer.
Ein Rücktritt ist nicht nur angebracht – er ist überfällig. Kai Wegner hat das Vertrauen der Berliner verspielt. Wer in einer solche akuten Notlage lügt und dann weiterlügt, hat kein Recht mehr, die Stadt zu führen. Es ist Zeit, dass er geht. Ehe er das Amt des Regierenden Bürgermeisters endgültig ruiniert. Die Wähler im September werden es ihm nicht vergessen. Und die Demokratie verdient bessere Vertreter.
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