Ein Verlag gerät unter linken Druck, weil er ein Buch mit Kritik zum Zustand in dieser Gesellschaft veröffentlicht hat. Reden Sie mit und bestellen Sie den Zankapfel gleich, ehe es zu einer Tabuisierung oder gar zu einem Verbot kommt. Es geht um die Schrift „Links-Deutsch/Deutsch-Links“. Hier mehr erfahren.
Noch bis vor kurzer Zeit galt der Westend-Verlag als eine feste Größe im linken Milieu. Nun protestieren 32 seiner bisherigen Autorinnen und Autoren – darunter der Alt-Linke Gregor Gysi, die langjährige SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti und die linke Journalistin Ulrike Herrmann – lautstark gegen eine Entwicklung, die ihnen offenbar unerträglich ist: Der Verlag öffnet sich für echte Meinungsvielfalt.
Bitte möglichst geschlossen…
In einem offenen Brief kündigen die Unterzeichner an, fortan nicht mehr beim Westend-Verlag veröffentlichen zu wollen. Sie werfen dem Haus eine „ideologische Kehrtwende“ vor, weil es nicht länger ausschließlich linke Perspektiven bedient. Besonders empört sie die Streichung einer früheren Selbstbeschreibung auf der Homepage, wonach der Verlag „kritische, linke Perspektiven“ ohne „Anspruch auf ideologische Geschlossenheit“ vertrete. Genau diese Geschlossenheit fordern sie nun offenbar ein.
Die Autoren räumen gnädigerweise ein, dass sie Erweiterungen des Programms um Liberale wie Wolfgang Kubicki oder Ulf Poschardt noch „im Sinne der Meinungsfreiheit“ akzeptiert hätten. Doch beim Erscheinen des Bandes „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ (herausgegeben von den Nius-Vertretern Pauline Voss und Julian Reichelt) war für sie Schluss. Damit sei das Spektrum „bis hin zur extremen Rechten“ erweitert worden.
Ein Portal, das täglich große Teile des demokratischen Spektrums kritisiere und Autoren mit Positionen fördere, die der AfD nahestehen, seien für sie untragbar. Die AfD bezeichnen sie dabei pauschal als „demokratiebedrohende Partei“.
Exemplarischer Vorgang
Bemerkenswert ist die Argumentation: Einerseits räumen die Unterzeichner dem Verlag das Recht ein, er möge doch veröffentlichen, was er wolle. Andererseits erschweren und verweigern sie durch ihre Haltung genau diese Freiheit. Statt sich mit abweichenden Meinungen auseinanderzusetzen, ziehen sie sich beleidigt zurück und erklären die ideologische Nachbarschaft quasi für unrein.
Der Vorgang zeigt exemplarisch, wie eng das Verständnis von „Meinungsfreiheit“ bei manchen Linken tatsächlich ist: Solange sie selbst das Spektrum definieren, ist alles in Ordnung. Sobald kritische Stimmen zu Wort kommen, wird aus Toleranz plötzlich Intoleranz.
Der Westend-Verlag hat offenbar den Mut gefunden, aus der linken Echokammer auszubrechen. Dass Teile der bisherigen Stammautorschaft das als Verrat empfinden und fluchtartig das Weite suchen, spricht Bände nicht über den Verlag, sondern über diejenigen, die Vielfalt nur dann schätzen, wenn sie einseitig bleibt.
Solidarisch sein und das Westend-Buch erwerben. Wir liefern die launige Schrift „Links-Deutsch/Deutsch-Links“. Hier bestellen.





