Neue Zahlen belegen: Das Ende des Bargelds kommt schleichend daher. Auch in Deutschland. Warum der Verlust von Scheinen und Münzen unsere Freiheit bedroht, stellt Max Otte in seinem Aufklärungsbuch „Rettet unser Bargeld“ herausragend dar. Wichtig! Hier mehr erfahren.

    Bedenklich: Scheine und Münzen verlieren in Deutschland rasant an Bedeutung. Eine neue Untersuchung des Kölner EHI Retail Institute zeigt: 2025 wurde fast die Hälfte aller Einkäufe bargeldlos abgewickelt. Die jahrzehntelange Vorliebe der Deutschen für Scheine und Münzen kippt. 2025 wurden 48 Prozent aller Einkäufe in Deutschland ohne Bargeld beglichen. Das ist ein trauriger Rekordwert. Zu diesem Ergebnis kommt diese Studie, die auf einer Befragung von rund 500 Unternehmen mit insgesamt 125.000 Geschäften fußt.

    Tiefgreifender Wandel

    Mit Bargeld wurde demnach noch in 50,5 Prozent der Fälle bezahlt. Studienautor Horst Rüter spricht von einem Rückgang der Bargeldnutzung um etwa vier Prozentpunkte allein im jüngsten Erhebungszeitraum. 2026 haben Kartenzahlungen erstmals das Bargeld überholt.

    Besonders im stationären Einzelhandel ist diese Entwicklung deutlich spürbar. Laut EHI wurden 65 Prozent der Umsätze im stationären Einzelhandel aus Zahlungen per Karte generiert. Der Anteil der Bargeldzahlungen an den Umsätzen kommt hingegen nur auf rund 32 Prozent. Wie tiefgreifend dieser Wandel ist, zeigt der historische Vergleich: 1994 machte Bargeld noch fast 80 Prozent der stationären Umsätze aus. Mit Abstand wichtigste bargeldlose Zahlungsform ist weiterhin die Girocard. Auf sie entfallen knapp 41 Prozent der stationären Umsätze.

    Kredit- und Debitkarten von Visa oder Mastercard liegen deutlich dahinter, gewinnen seit der Corona-Zeit aber spürbar an Boden. Das EHI rechnet damit, dass ihr Anteil bis 2030 auf rund 18 Prozent steigt. Parallel dazu dringt das Smartphone in den Alltag an der Kasse vor. Mittlerweile wird fast jede fünfte unbare Zahlung mobil ausgelöst – im Vorjahr war es nur jede achte.

    Wohin das führen wird

    Im Internet hat sich an den Kräfteverhältnissen hingegen wenig verändert. Der US-Konzern PayPal bleibt mit knapp 29 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Zahlungsmethode, gefolgt vom Rechnungskauf mit gut 26 Prozent und der Lastschrift mit mehr als 14 Prozent.

    Das alles klingt auf den ersten Blick nach Fortschritt und Bequemlichkeit. Doch als Kritiker dieser Entwicklung muss man die Frage stellen: Wohin führt dieser Weg wirklich? Der schleichende Abschied vom Bargeld ist kein neutraler technischer Wandel. Er bereitet den Boden für eine vollständige Digitalisierung des Geldes – mit dem digitalen Euro der EZB als krönendem Abschluss. Und genau hier wird es gefährlich.

    Wie funktioniert der digitale Euro? Jeder Bürger der EU soll ein Konto bei der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen, wo er in einer sogenannten Wallet (zu Deutsch: Brieftasche) seine digitalen Geldbestände aufbewahrt. Die Kontostände würden dem Kontobesitzer direkt zugeordnet. Das heißt: Die Anonymität, die wir beim Bargeld so schätzen, verschwindet in diesem Zahlungssystem. Es ist jederzeit einsehbar, wer was kauft.

    Umgekehrt ist die digitale Brieftasche diebstahlsicher, im Unterschied zu jener aus Leder oder einem anderen Stoff. Halten sich also Vor- und Nachteile die Waage? Die Berliner Zeitung verweist auf weitere Gefahren:

    „Zugleich kann die EZB das Geld konfiszieren, wenn etwa der Verdacht der Geldwäsche besteht. Auch für andere Steuerungen ist das System praktisch: Wenn das digitale Konto mit anderen Datenbanken verknüpft wird, können die Behörden sofort zugreifen. Reisebeschränkungen, Klimawandelmaßnahmen oder Gesundheitsvorschriften können dazu führen, dass Zuwiderhandelnden der Zugriff auf ihr individuelles Geld gesperrt wird – automatisch.“

    Eine solche Horrorvision ist in der Volksrepublik China bereits in der Umsetzung. Dort gibt es ein Sozialkreditsystem, das die Bürger mit Sanktionen belegt, sofern sie sich „unangemessen“ verhalten. Dasselbe könnte mit dem digitalen Euro passieren: Gibt jemand zu viel für Alkohol, Zigaretten oder Süßigkeiten aus, könnte das zu Geldstrafen, Wallet-Sperrungen oder Erhöhung der Krankenkassenbeiträge führen.

    Denkbar wäre auch ein Verfallsdatum für digitale Guthaben, um die Bürger zum Konsum zu zwingen und Sparen unattraktiv zu machen, oder ein Transaktionsverbot in andere Währungen. Anders als beim Bargeld wäre man dann im Euro-Raum eingesperrt, schon ein Urlaub in der Türkei oder Amerika wäre nicht mehr möglich.

    Man muss sich das so vorstellen: Die digitale Börse soll auf einen mittleren Betrag von zum Beispiel 3.000 Euro begrenzt werden. Ist das Limit erreicht, wird automatisch ein sogenannter Wasserfallmechanismus ausgelöst: Die Wallet zapft das Girokonto des Betreffenden an und wird dadurch wieder aufgefüllt. Dies könnte, wenn es massenhaft gemacht wird, bei Orts- und Regionalbanken die Rücklagen angreifen: Insolvenzgefahr!

    Die Obergrenze für Barzahlungen wird immer weiter gesenkt – in Frankreich liegt sie schon bei 1.000, in Griechenland gar nur bei 500 Euro. In Deutschland gibt es bis dato kein Limit, aber ab 10.000 Euro muss man sich ausweisen und die Herkunft des Geldes nachweisen. Der gleiche Höchstbetrag soll ab 2027 EU-weit auch für Barzahlungen gelten.

    Wertlose Treueschwüre

    Hat man die große Masse der Bevölkerung zur Aktivierung ihres digitalen EZB-Kontos gebracht, könnten die Treueschwüre zur Beibehaltung des Bargeldes schnell Makulatur sein – so wie bekanntlich auch unsere Grundrechte in der Corona-Zeit von einem auf den anderen Tag abgeschafft wurden. Aus der Option „digitaler Euro“ würde dann eine Pflicht – etwa unter dem Vorwand, der böse Russe hätte im Rahmen seiner „hybriden Kriegführung“ massenhaft Blüten in Umlauf gebracht.

    Der Verlust des Bargelds ist kein harmloser Trend. Er ist der erste Schritt in eine Welt, in der jede Transaktion nachverfolgbar, jede Ausgabe steuerbar und jede Abweichung sanktionierbar wird. Die Deutschen stehen vor der Wahl: Wollen wir weiterhin frei und anonym bezahlen können – oder akzeptieren wir, dass unser Geld zum Instrument staatlicher und supranationaler Kontrolle wird? Die Uhr tickt. Und sie tickt nicht für die Bequemlichkeit, sondern für die Freiheit.

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