Asylbegehren von Syrern werden mittlerweile fast ausschließlich abgelehnt. Es ist aber nicht festzustellen, dass sie in nennenswerter Zahl unser Land verlassen. Die Folgen sind teils verheerend. COMPACT hat das im Spezialheft „Mädchen, Messer, Morde“ aufgearbeitet. Sehr aufschlussreich! Hier mehr erfahren.

    Nach dem Sturz des Assad-Regimes ist die Anerkennungsquote syrischer Asylbewerber in Deutschland drastisch gesunken. Im vergangenen Jahr wurden fast 95 Prozent aller Anträge von Syrern abgelehnt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger hervor.

    Die wahren Zahlen

    Während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 2024 noch fast jeden syrischen Antrag positiv beschied oder zumindest ein Abschiebeverbot aussprach, werden derzeit fast 95 Prozent der Anträge abgelehnt. Nur 5,3 Prozent der syrischen Staatsangehörigen, über deren Fälle das Bamf entschied, erhielten einen Schutzstatus – sei es als Flüchtling, Asylberechtigter, subsidiär Schutzberechtigter oder mit Abschiebeverbot.

    Doch die tatsächlichen Rückkehr- und Abschiebezahlen bleiben weit hinter der Ablehnungsquote zurück. Zwar stiegen die Fortzüge syrischer Staatsangehöriger 2025 an (rund 21.800 Personen von Januar bis September), gleichzeitig kamen weniger Neuankömmlinge. Dennoch: Bei einer Gesamtzahl von rund 900.000 bis 944.000 Syrern in Deutschland bleibt die reale Ausreisequote minimal. Viele abgelehnte Antragsteller erhalten eine Duldung, legen erfolgreich Klage ein oder kehren aus sonstigen Gründen nicht zurück. Das Nein der Behörden wird einfach ignoriert.

    Wer hat was gesagt?

    Die neuen Zahlen fallen in die Debatte um die kürzlich geführte Rückkehr von Syrern. Friedrich Merz hatte nach dem Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa Ende vergangenen Monats erklärt, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer sollten innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren; dies sei ein „Wunsch“ al-Scharaas gewesen. Der widersprach anschließend prompt: „In Wahrheit ist die Aussage etwas übertrieben. Nicht ich habe das gesagt, sondern es wurde mir zugeschrieben.“

    Bei der Schutzquote zeigen sich je nach Zugehörigkeit zu religiösen und ethnischen Gruppen erhebliche Unterschiede. Mehr als jeder zweite Jeside aus Syrien (57,1 Prozent) erhielt 2025 einen Schutzstatus. Bei Alawiten waren es 20 Prozent. Syrische Christen erhielten zu rund 17 Prozent Abschiebeschutz, Drusen zu 9,1 Prozent, Kurden zu 11,8 Prozent.

    Eindeutiger Volkswille

    Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bezogen im Dezember vergangenen Jahres 444.140 Syrer Sozialleistungen – das sind fast 47 Prozent aller hier lebenden syrischen Personen. Ihre offizielle Arbeitslosenquote liegt über dreißig Prozent. Und: Rund 250.000 Syrer wurden zwischen 2015 und 2024 eingebürgert und tauchen in den Statistiken somit nicht mehr als syrische Staatsangehörige auf.

    Eine neue Insa-Umfrage stellt den Volkswillen klar: 61 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass Syrer in nennenswerter Zahl unser Land verlassen sollten. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht keinen Grund mehr für einen dauerhaften Aufenthalt großer Teile dieser Gruppe und fordert eine konsequente Rückkehrpolitik, auch mit Abschiebungen.

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