Für den Herbst waren zwei große Konzerte im Baltikum geplant. Doch statt Lichtershow und Achtziger-Glanz gibt es kurz nach Start des Ticketverkaufs den Rückzug der Veranstalter. Offiziell keine Begründung. Wahrscheinlich: Bohlens Haltung zu Russland. In unserer Chrupalla-Ausgabe „Der Friedensstifter“ lesen Sie, warum der Pop-Titan richtig liegt. Hier mehr erfahren.
Geplant war ein Abend für sein Publikum in Osteuropa, das ihm seit Jahren die Treue hält. Blue System und eine Nacht zwischen Nostalgie und Chartgeschichte in Klaipeda und Kaunas. In den vergangenen Jahren war Deutschlands Pop-Titan Dieter Bohlen regelmäßig in Städten wie Warschau, Prag und Budapest unterwegs.
Doch aus dem Auftritt in Litauen wird nichts: Kurz nach der Ankündigung wurden beide Konzerte gestrichen, die Tickets sind im System nicht mehr erhältlich. Nach Angaben des litauischen Rundfunks LRT und der ukrainischen Plattform United24 könnten frühere Aussagen des Musikers dabei eine Rolle gespielt haben.
Bohlen hatte die deutsch-russischen Beziehungen im November 2025 im Gespräch mit Dominik Kettner (Youtube-Kanal Kettner Edelmetalle) als „Dreamteam“ bezeichnet und sich wiederholt kritisch zu Sanktionen gegen Russland geäußert. Im selben Gespräch erklärte er zudem, die Ukraine und der Westen seien „zum Scheitern verurteilt“.
Bereits beim Founder Summit in Wiesbaden im August 2022 kritisierte er die Sanktionen gegen Russland und plädierte dafür, sich „vernünftig an einen Tisch“ zu setzen. Ticketanbieter bestätigten den Stopp. Mantas Vedrickas von der Zalgirio-Arena in Kaunas sagte: „Ja, das Konzert in Kaunas ist abgesagt. Wir haben uns mit den Organisatoren beraten und vereinbart, dass eine solche Veranstaltung in unserer Arena nicht stattfinden sollte.“ In einem politischen Umfeld, das gegenüber Moskau kaum Spielraum lässt, reichen solche Aussagen offenbar aus, um einen Auftritt unmöglich zu machen.
Vom Rampenlicht ins Kreuzfeuer
Der 72-Jährige gehört zu den prägenden Figuren des deutschen Pop. Mit Modern Talking schrieb er Musikgeschichte, später knüpfte er daran mit Blue System an und blieb über Jahrzehnte präsent. Spätestens mit Deutschland sucht den Superstar wurde er zum festen Bestandteil der Fernsehunterhaltung, bekannt für klare Worte und ein Gespür für harte Wirkung.
In den vergangenen Jahren verschob sich sein Ton. Bohlen äußerte sich zunehmend kritisch zu wirtschaftlichen und politischen Fragen im eigenen Land. Bei dem Auftritt im Umfeld des Founder Summit in Wiesbaden warnte er auch davor, Leistungen würden am Ende „enteignet hoch zehn“, wenn der Staat immer stärker zugreife.

Auch zur politischen Debatte um die AfD meldet er sich zu Wort. Er betont, kein Anhänger der Partei zu sein, kritisiert jedoch den Umgang mit ihr. Die sogenannte Brandmauer hält er für problematisch, weil sie Millionen Wähler ausgrenze.
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