Nach ihren historischen Wahlschlappen stehen die Liberalen vor einem Scherbenhaufen, die Parteispitze hat die Segel gestrichen. Für die FDP geht es jetzt ums nackte politische Überleben. In COMPACT-Spezial „Die Altparteien – Wie sie uns belügen und betrügen“ lesen Sie mehr über den Anfang und das Ende des Liberalismus. Hier mehr erfahren.

    Der Zustand der FDP könnte kaum schlechter sein. Die letzten beiden Landtagswahlen waren für die Liberalen eine Katastrophe. In Baden-Württemberg scheiterte die Partei mit 4,4 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde. In Rheinland-Pfalz wurde es am vergangenen Sonntag noch dramatischer. Mit nur 2,1 Prozent erreichte sie den historischen Tiefpunkt. Weil die Liberalen in beiden Ländern den Einzug in die Parlamente verpasste, ist nun der gesamte Bundesvorstand zurückgetreten. Im Mai soll dieser neu gewählt werden.

    Trotz des Debakels geben sich die verbliebenen Spitzenfunktionäre betont optimistisch. Der Bundesvorsitzende Christian Dürr will erneut kandidieren und auch die FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner ist nicht bereit, kampflos aufzugeben. Eine YouGov-Umfrage im März im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt jedoch, wie schlecht es um das Ansehen der Partei tatsächlich bestellt ist.

    Totenschein für die FDP

    Die große Mehrheit der Deutschen hält die FDP in den Parlamenten für überflüssig. 40 Prozent der Befragten finden es „nicht wichtig“, dass die Freien Demokraten dort vertreten sind, weitere 22 Prozent sagen „eher nicht wichtig“. Nur sieben Prozent halten ihre Präsenz für „sehr wichtig“ und 21 Prozent für „eher wichtig“.

    Diese Zahlen wurden sogar noch vor der Wahl in Rheinland-Pfalz veröffentlicht. Nach dem Aus in Baden-Württemberg hatte Bundeskanzler Friedrich Merz den Liberalen bereits den politischen Totenschein ausgestellt: „Die FDP ist nun seit gestern endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden. Sie wird keine Rolle mehr spielen.“

    Herrlich! Als die FDP noch national war

    Angesichts der fortgesetzten Niederlagen kämpft die Partei nun um das letzte Quäntchen Glaubwürdigkeit. Generalsekretärin Nicole Büttner hatte gesagt, sie wolle sich den Kopf kahl rasieren, falls ihre Partei den Einzug ins Parlament nicht schafft. Auf ihrem Instagram-Account postete sie:

    „Ich habe diese Wette gemacht. Ich habe sie verloren. Deshalb löse ich sie ein. Wenn wir gemeinsam die großen Herausforderungen angehen wollen vor denen unser Land steht, dann muss die Basis dafür Vertrauen und Glaubwürdigkeit sein. Selbst wenn nicht alle meine Positionen und Meinungen teilen, sollen sie sich darauf verlassen können, dass es mir ernst ist, dass ich sage was ich denke und tue was ich sage. Dafür steh ich mit meinem Wort – und jetzt auch meiner Frisur. PS: Die Haare habe ich gespendet.“

    Ex-Parteichef Christian Lindner will seinen Kollegen nicht zu Hilfe eilen. Er sagte in der ARD-Sendung Hart aber fair: „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich für ein öffentliches Amt noch einmal bewerbe, die geht gegen null. Ich habe viel Freude im privaten Sektor“. Der 47-Jährige zog sich nach dem FDP-Wahldebakel 2025 aus der Politik zurück. Seit Januar 2026 arbeitet er für das Unternehmen Autoland.

    Die Wirtschaftswoche berichtete erst kürzlich, dass der ehemalige FDP-Chef demnächst auch im Aufsichtsrat der Agenturgruppe Serviceplan sitzen wird. Ein Job, der wohl aussichtsreicher ist als jede führende Position auf der Titanic der bundesdeutschen Politik.

    COMPACT-Spezial „Die Altparteien – Wie sie uns belügen und betrügen“: Ein Nachschlagewerk über die Etablierten – wie sie alle ihre früheren Ideale geschleift haben und nun an einem absoluten Tiefpunkt angelangt sind. Wer diese Ausgabe gelesen hat, wird CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken nicht mehr auf den Leim gehen. Hier bestellen.

    Kommentare sind deaktiviert.