US-Feuerdruck auf Teheran wird weiter erhöht: Trump kündigt eine massive Ausweitung der Militärschläge an, obwohl er den Krieg kürzlich noch für „fast beendet“ erklärt hatte. Wer verstehen will, warum die USA immer wieder zur militärischen Karte greift, findet in Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ eindrucksvolle Beispiele und unbequeme Antworten. Hier mehr erfahren. 

    Im strategischen Nadelöhr des Weltölhandels droht die nächste Eskalation. Washington wirft Teheran vor, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen. Das amerikanische Militär meldete daraufhin, mehrere Boote zerstört zu haben, die als iranische Minenleger identifiziert worden seien. Trump griff den Vorfall sofort auf und verschärfte seine Rhetorik:

    „Die militärischen Konsequenzen werden auf einem Niveau sein, wie man es noch nie gesehen hat.“

    Trump legte später nach. Sollte der Ölfluss durch die Straße von Hormus gestoppt werden, würden die Vereinigten Staaten „zwanzigmal härter“ zurückschlagen, schrieb der US-Präsident.

    Jagd auf iranische Marine

    Im Persischen Golf richtet sich der Blick der US-Navy derzeit auf eine Reihe kleiner iranischer Bootgruppen. Nach Angaben Washingtons sollen sie Seeminen in der Straße von Hormus ausgelegt haben.

    Das Pentagon meldete daraufhin eine Serie von Angriffen. Insgesamt seien 16 iranische Minenleger-Boote zerstört worden. Zunächst hatte Donald Trump selbst von „zehn zerstörten Minenbooten“ gesprochen und weitere Attacken angekündigt: „Ich freue mich berichten zu können, dass wir mehrere Minenleger-Boote vollständig zerstört haben – weitere werden folgen“, schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social.

    Die Entwicklung wirft allerdings Fragen auf. In einem Beitrag vom 3. März schrieb der Präsident, die ,,iranische Luftverteidigung, Luftwaffe und Marine seien ausgeschaltet“. Dass nun erneut Boote im Golf auftauchen, zeigt jedoch, dass Teheran weiterhin über zahlreiche maritime Einheiten verfügt.

    Auch aus dem Pentagon kommt eine scharfe Tonlage. US-Kriegsminister Pete Hegseth erklärte, amerikanische Streitkräfte würden iranische Minenleger „mit rücksichtsloser Präzision ausschalten“. Und weiter: „Das geschwächte iranische Regime ist gewarnt“.

    Die Härte der Reaktionen erklärt sich aus der strategischen Bedeutung. Durch die Straße von Hormus, eine schmale Passage zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel, fließt rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls.

    Verwirrung um Tanker-Eskorte

    Vor dem Hintergrund des Krieges im Persischen Golf prüft Washington inzwischen weitere militärische Schritte. Nach Angaben aus der US-Regierung könnte die US-Navy Tanker und Handelsschiffe künftig durch die Straße von Hormus eskortieren, um den Ölfluss offen zu halten.

    Die Diskussion kam auf, nachdem US-Energieminister Chris Wright auf der Plattform X schrieb, ein Tanker sei bereits „sicher durch die Straße von Hormus eskortiert worden“. Der Beitrag verschwand kurze Zeit später wieder. Aus dem Energieministerium hieß es anschließend, Wright habe sich auf eine mögliche Maßnahme bezogen, nicht auf eine bereits durchgeführte Eskorte.

    Dass eine solche Idee überhaupt im Raum steht, gilt als extrem risikoreich. Der Streit um die Meerenge begann Ende Februar, im Zuge des amerikanisch-israelischen Angriffes, mit einem drastischen Schritt aus Teheran: Am 28. Februar informierten Einheiten der iranischen Revolutionsgarden vorbeifahrende Schiffe über Funk, dass keine Passage durch die Straße von Hormus erlaubt sei. Jedes Schiff, das sie dennoch passieren wolle, könne angegriffen werden.

    Iran und der Persische Golf. Foto: Jim Vallee / Shutterstock

    Die Maßnahme traf den globalen Schiffsverkehr sofort. Der Verkehr durch die Meerenge brach innerhalb weniger Tage massiv ein. In den folgenden Tagen signalisierte Teheran zwar, zivile Schiffe könnten unter bestimmten Bedingungen wieder passieren. Doch von einer stabilen Öffnung kann kaum die Rede sein.

    Denn gleichzeitig kam es weiter zu Angriffen auf Handelsschiffe. Erst in dieser Woche wurden mehrere Frachter in der Straße von Hormus beschossen. Besonders schwer getroffen wurde der thailändische Massengutfrachter Mayuree Naree, der von zwei Projektilen getroffen wurde. An Bord brach Feuer aus, Teile der Besatzung mussten das Schiff verlassen.

    Eine Eskorte der US-Navy wäre somit nicht nur Schutz für Tanker, sondern käme faktisch dem Durchbrechen einer iranischen Sperre gleich.  Wie schnell das eskalieren kann, zeigte bereits der sogenannte Tankerkrieg der 1980er Jahre. Damals eskortierten die USA kuwaitische Tanker durch den Persischen Golf. 1988 lief die amerikanische Fregatte USS Samuel B. Roberts auf eine iranische Seemine. Washington reagierte mit massiven Angriffen auf iranische Ölplattformen und Kriegsschiffe in der Operation Praying Mantis, der größten Seeschlacht der USA seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Wer den Iran-Krieg in einen größeren geopolitischen Kontext einordnen will, dem sei Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ empfohlen – eine kritische Untersuchung amerikanischer Außenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. Hier bestellen. 

     

     

     

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