„Wir Prügeln den Dreck aus ihnen raus.“ Der US-Präsident spricht vom Krieg wie von einem Faustkampf. Donald Trump kündigt eine „große Welle“ gegen den Iran an und hält ,,Boots on the ground“ für vorstellbar. Wer verstehen will, warum die USA immer wieder zur militärischen Karte greift, findet in Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ eindrucksvolle Beispiele und unbequeme Antworten. Hier mehr erfahren. 

    Washington. In einem neunminütigen Telefoninterview mit CNN wählt Trump eine Sprache, die jede Zurückhaltung abstreift: „Wir prügeln den Dreck aus ihnen raus“, kündigt der Präsident an. Das US-Militär mache den Iran bereits jetzt „fertig“, jubelte er, doch das sei lediglich der Auftakt:

    „Wir haben sie noch nicht einmal richtig getroffen. Die große Welle hat noch nicht einmal begonnen. Die große Welle kommt bald.“

    Gleichzeitig fordert Trump die iranische Bevölkerung auf, „zu Hause zu bleiben. Draußen sei es nicht sicher.“ Damit wird klar: Die angekündigte „große Welle“ ist mehr als rhetorische Muskelspannung. Washington will diesmal bis zum bitteren Ende gehen.

    In der New York Post geht Trump noch weiter. Auf die mögliche Entsendung amerikanischer Bodentruppen angesprochen, schließt er diesen Schritt ausdrücklich nicht aus:

    „Falls nötig. Ich habe keine Angst vor Bodentruppen.“

    Der Clou liegt in der Kombination aus Drohung und zeitlicher Offenheit. Trump spricht von ,,vier bis fünf Wochen“ Krieg. Wenn es länger dauere, dann eben länger. Bei der Verleihung der Medal of Honor weist er Spekulationen zurück, er könne das Interesse verlieren: „Manche sagen, ich werde in einer Woche genug davon haben. Aber ich werde nicht genug davon haben.“

    Hegseth will Kampf bis zum Endsieg

    US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gießt Trumps Drohkulisse in ideologischen Stahl. Die Operation Epische Wut sei „kein Irak, kein Nation-Building-Projekt“. Er stellte klar:

    „Wir kämpfen, um zu siegen.“

    Es gebe auch keine „dummen Einsatzregeln“, wie er betont. Was genau mit dem Überbordwerfen von Einsatzregeln zu verstehen ist, bleibt vorerst offen. Fakt ist: Hegseth formuliert eine Kampfansage an alles, was nach Zurückhaltung klingt.

    Diese Linie wird von außenpolitischen Hardlinern in der Partei offen unterstützt. Senator Lindsey Graham sprach Ende Februar von einem „historischen Moment“. Trump habe „den Moment erkannt“ und gehandelt. Er bezeichnete den iranischen Revolutionsführer Chamenei kürzlich als „Hitler im Gewand“.

    Bereits Mitte Februar war Graham auf der großen Iran-Demonstration in München im Umfeld der Sicherheitskonferenz aufgetreten. Vor tausenden Jubelpersern sprach er von einem „Wendepunkt“. Seine Kriegslust gegenüber dem Iran ist dabei nur ein Vorgeschmack auf noch radikalere Forderungen zum Ukrainekrieg. So lobte er die gescheiterte ukrainische Kursk-Offensive als „kühn, brillant, großartig“ und forderte offen: „Gebt ihnen verdammt noch mal die Tomahawks.“ Gemeint waren amerikanische Marschflugkörper, mit denen Kiew tief im russischen Hinterland zuschlagen könnte.

    Exil-Iraner demonstrieren in München 2026. Times of India. Screenshot. Youtube

    Auch Senator Tom Cotton stellte sich demonstrativ hinter die Raketenoffensive im Iran. In einem Interview im CBS erklärte er, die eigentliche Opposition gegen Teheran bestehe aus „90 Millionen Iranern“, die seit Jahrzehnten unter dem Regime litten. Der Konflikt werde nicht gegen ein Volk geführt, sondern gegen dessen Führung. Die Rhetorik soll dem militärischen Schlag einen moralischen Überbau verleihen: Krieg als Befreiungsakt.

    Offene Kritik aus den eigenen Reihen

    Doch je entschlossener der außenpolitische Flügel auftritt, desto deutlicher werden die Spannungen im Inneren der Partei. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie widersprach nahezu umgehend. Die Angriffe seien „nicht verfassungsmäßig“, erklärte er, da keine unmittelbare Bedrohung der Vereinigten Staaten bestanden habe und der Kongress nicht konsultiert worden sei. Ein Präsident dürfe keinen Krieg ohne Mandat beginnen.

    Massie steht seit Monaten in einem angespannten Verhältnis zu Trump. Bereits im Zusammenhang mit der politischen Aufarbeitung der sogenannten Epstein-Akten war es zu offenen Auseinandersetzungen gekommen. Massie hatte auf vollständige Transparenz gedrängt und das Weiße Haus öffentlich unter Druck gesetzt.

    Noch brisanter ist die Entwicklung bei Marjorie Taylor Greene. Die Abgeordnete galt lange als eine der loyalsten Stimmen im MAGA-Lager. Der persönliche Bruch mit Trump begann allerdings ebenfalls in der Epstein-Frage. Als Greene wie andere Republikaner auf Transparenz drängte, reagierte Trump mit offener Verachtung und sprach von „stupid“ und „foolish“ Republicans, die auf dieses Thema anspringen.

    Greene attackiert jetzt auch die Iran-Linie aus dem eigenen Lager heraus. „Krieg mit dem Iran senkt nicht die Inflation oder macht das Leben in Amerika bezahlbarer“, schrieb sie auf X und nannte die Begründungen der Regierung „Lügen“ und „America Last“.

    Wie Insider berichten, wächst im Pentagon und in Teilen der Trump-Administration die Sorge, der Konflikt mit dem Iran könne außer Kontrolle geraten. So soll die Stimmung „intensiv“ gewesen sein, teils von Paranoia geprägt. Hinter verschlossenen Türen fürchten ranghohe Entscheidungsträger offenbar, dass sich die Kämpfe über Wochen hinziehen könnten.

    Wer die jüngsten Entwicklungen in einen größeren geopolitischen Kontext einordnen will, dem sei Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ empfohlen – eine kritische Untersuchung amerikanischer Außenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. Hier bestellen. 

     

     

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