Ein Gespräch über das Christentum im Heiligen Land endet mit einer Sicherheitskontrolle, die nun diplomatische Wellen schlägt. Der amerikanische Podcaster Tucker Carlson berichtet, er sei nach einem Interview mit dem US-Botschafter in Israel am Flughafen von Tel Aviv festgesetzt und intensiv befragt worden. Offizielle Stellen widersprechen. In unserer Februar-Ausgabe mit dem Titelthema „USA und AfD – Gefährliche Liebschaft“ zeigen wir, welche Chancen und Risiken sich aus dem amerikanischen Kurs unter Trump für die AfD ergeben. Hier mehr erfahren.

    Carlson war nach Israel gereist, um den amtierenden Botschafter Mike Huckabee zu interviewen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Christen im Heiligen Land behandelt werden und ob es eine schleichende Verdrängung gebe. Kurz nach dem Gespräch, das nach Angaben israelischer Medien direkt am Flughafen geführt wurde, habe sich die Lage nach Darstellung Carlsons spürbar verändert.

    Gegenüber der britischen Daily Mail erklärte er, Sicherheitsbeamte hätten seinem Team ,,die Reisepässe abgenommen“ und ,,einen Produzenten in einen separaten Raum geführt“. Dort sei man auffallend interessiert gewesen an dem Inhalt des Interviews mit Huckabee. Carlson schilderte den Vorgang als einschüchternd und sprach von Feindseligkeit, die er während seines kurzen Aufenthalts erlebt habe.

    Einreise sollte verweigert werden

    Die Reaktion aus offiziellen Kreisen fiel deutlich nüchterner aus. Ein Sprecher der US-Botschaft in Israel wies den Vorwurf eines Festhaltens zurück und betonte, Carlson habe die gleichen Fragen bei der Passkontrolle beantworten müssen wie andere Besucher des Landes. Die einzige Abstimmung zwischen Botschaft und israelischen Behörden habe die Landung des Privatflugzeugs betroffen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Carlson selbst habe entschieden, nur für wenige Stunden einzureisen und anschließend wieder abzureisen.

    Die Jerusalem Post ergänzte, dass Carlson den Ben Gurion Airport nicht verlassen habe und das Interview vor Ort geführt worden sei. Gleichzeitig berichtete das Blatt, dass es zunächst Überlegungen gegeben habe, dem Star-Journalisten die Einreise zu verweigern. Nach Gesprächen mit dem Team des Botschafters sei davon Abstand genommen worden, um diplomatische Spannungen zu vermeiden.

    Der frühere US-Botschafter David Friedman reagierte mit offener Ironie und erklärte, Carlson habe ,,zahlreiche Einladungen erhalten, das Land näher kennenzulernen, sich jedoch entschieden, am Flughafen zu bleiben“. Die Kritik zielte weniger auf den Sicherheitsvorgang als auf die politische Inszenierung des Besuchs.

    Der Hintergrund verleiht dem Vorgang zusätzliche Schärfe. Carlson positioniert sich seit geraumer Zeit als deutlicher Kritiker der amerikanischen Israelpolitik und hinterfragt offen den Einfluss des  Zionismus auf die republikanische Partei.

    Nick Fuentes bei Tucker Carlson. Das Interview vom 28. Oktober 2025 erreichte über sechs Millionen Aufrufe. Foto: Screenshot Youtube-Kanal Tucker Carlson

    Inzwischen ist auch Videomaterial aus dem Flughafenbereich aufgetaucht. Zu sehen ist Carlson im VIP-Bereich des Flughafens, wie er mit Mitarbeitern spricht, ein Formular unterschreibt und den Bereich später verlässt.

    Weder die angebliche Abnahme der Reisepässe noch die Befragung eines Produzenten in einem separaten Raum sind dokumentiert noch widerlegt. Ob es sich um eine gewöhnliche Maßnahme im Rahmen strenger Flughafensicherheit handelte oder um ein Signal an einen prominenten Kritiker, bleibt vorerst ungeklärt.

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