Totschlag-Anklage in Lyon: Der 23-jährige Quentin Deranque wurde brutal zu Tode geprügelt – der Staatsanwalt spricht jetzt von „homicide volontaire“ und sucht mindestens sechs maskierte Angreifer.

    _ von Sigbert Thielmann 

    Lyon, 17. Februar 2026 – Der Tod des 23-jährigen nationalistischen Aktivisten Quentin Deranque hat in Frankreich eine breite Debatte über politische Gewalt ausgelöst. Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag des 16. Februar gab der Staatsanwalt von Lyon, Thierry Dran, detaillierte Informationen bekannt und verschärfte die strafrechtliche Einordnung der Tat erheblich.

    Die Ereignisse ereigneten sich am Donnerstag, den 12. Februar 2026, am Rande (der Staatsanwalt betonte ausdrücklich diese Formulierung: „en marge / sur les côtés“) einer Veranstaltung der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan an der Sciences Po Lyon. Eine kleine Gruppe von sieben Aktivistinnen des rechten Frauen-Kollektivs Némésis (Quentin gehörte zum Begleitschutz) hatte eine Protestbanner entrollt. Es kam schnell zu Spannungen.

    Ein gezielter Angriff

    Laut offizieller Darstellung des Staatsanwalts hielten sich die männlichen Begleiter und Freunde von Némésis – darunter Quentin – zunächst abseits und griffen nicht ein, als die Aktivistinnen körperlich angegriffen wurden (mindestens zwei von ihnen wurden attackiert). Kurz darauf stürmte eine Gruppe von etwa 20 maskierten und vermummten Personen gewaltsam auf die jungen Männer los. Der Staatsanwalt vermied bewusst Begriffe wie „Konfrontation“ oder „Schlägerei/Rauferei“, die in Teilen der Presse verwendet wurden, und sprach stattdessen von einem gezielten Angriff: Die Opfer wurden zu Boden geworfen und wiederholt auf sie eingeschlagen, vor allem gegen den Kopf.

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    Quentin wurde kurz nach der Flucht der Angreifer von einem Freund, noch bei Bewusstsein, am Tatort vorgefunden. Er war desorientiert und erinnerte sich nicht an die unmittelbar vorangegangenen Ereignisse. Sein Zustand verschlechterte sich jedoch rapide. Freunde brachten ihn unter einen Bushaltestellenunterstand, legten ihn hin und alarmierten den Notruf. Er wurde ins künstliche Koma versetzt und starb am folgenden Samstag, den 14. Februar. Die Obduktion ergab nicht überlebensfähige Verletzungen: eine temporale Fraktur, die als „kurzfristig tödlich“ eingestuft wurde, sowie die überwiegende Mehrheit der Schläge und Tritte gegen den Kopf. Die Verletzungen vor Ort waren unbehandelbar und mussten zwangsläufig innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen.

    Die Staatsanwaltschaft hat daher folgende Ermittlungen eingeleitet:

    • eine kriminalistische Untersuchung wegen vorsätzlichen Totschlags („homicide volontaire“, strafbar mit bis zu 30 Jahren Haft, unter Umständen mehr bei erschwerenden Umständen);
    • eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung (drei erschwerende Umstände: in einer Gruppe begangen, maskiert/vermummt zur Verschleierung der Identität, mit Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen).

    Mindestens sechs Personen haben Quentin geschlagen, wie erste Zeugenaussagen und Videoaufnahmen belegen. Mehrere Verdächtige wurden identifiziert, doch bis zur Pressekonferenz gab es keine Festnahmen.

    Ein „ bösartiger Angriff“

    Die Affäre wurde in der Sendung „C dans l’air“ auf France 5 ungewöhnlich direkt und faktenbasiert behandelt – ein für einen öffentlich-rechtlichen Sender seltener Ansatz. Die Sendung hob die Schwere der Anklage wegen vorsätzlichen Totschlags hervor, qualifizierte die Tat als „bösartigen Angriff“ statt als bloße Eskalation einer Straßenschlägerei und thematisierte direkte Verbindungen zwischen der antifaschistischen Gruppe Jeune Garde (die im Verdacht steht, beteiligt zu sein) und La France Insoumise: Der parlamentarische Mitarbeiter des LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault ist mit Hausverbot im Nationalversammlung belegt. Auch kontroverse Details aus der Biografie von Rima Hassan wurden angesprochen.

    Diese Kombination aus präziser Justizdarstellung, harten strafrechtlichen Qualifikationen und der schnellen Verbreitung von Videos sowie Zeugenaussagen auf sozialen Netzwerken hat es Teilen der Mainstream-Medien erschwert, den Fall als einfache „Auseinandersetzung zwischen Extremen“ abzutun oder kleinzureden.

    Die Ermittlungen laufen weiter und wurden der Kriminalpolizei Lyon übertragen. Sie sollen nun die genauen Verantwortlichkeiten klären, mögliche Verbindungen der Täter zu militanten Strukturen aufdecken und feststellen, ob der Angriff geplant oder opportunistisch war.

    Quentin Deranque, der zuvor bei der Action française aktiv war und sich dann Némésis anschloss, steht nun im Zentrum einer nationalen Diskussion über politische Gewalt, ideologische Konfrontationen und mögliche indirekte Verantwortung bestimmter Diskurse oder politischer Unterstützung.

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