Ein Forscherleben, getragen vom Geld eines Sexualverbrechers: KI-Mastermind Joscha Bach bestätigt finanzielle Förderung, doch die Akten zeigen eine dauerhafte Abhängigkeit. Der Fall zeigt, wie Transhumanismus Realität wird. COMPACT-Spezial „Transhumanismus – Künstliche Intelligenz und das Ende des Menschen“ deckt die finsteren Pläne auf. Hier mehr erfahren.
Er gilt als einer der einflussreichsten deutschen KI-Denker, jetzt räumt er es selbst ein: Joscha Bach und seine Familie wurden über Jahre von Jeffrey Epstein finanziert. Umzug, Miete, Schulgeld, Krankenversicherung, ein bürgerliches Leben auf amerikanischem Boden.
Deutscher Sonderweg ins Silicon Valley
Bach, Jahrgang 1973, stammt aus Deutschland, ein Autodidakt, ein Grenzgänger zwischen Informatik, Philosophie und Neurotheorie. Ohne klassischen Universitätsabschluss im Themenfeld der digitalen Intelligenz, arbeitete er sich in die internationale KI-Szene vor. Früh faszinierte ihn die große Frage: Lässt sich menschliches Bewusstsein technisch nachbilden? Der Geist als Programm, das Denken als rekonstruierbarer Prozess.
Sein Weg führte ihn in die USA, in jenes intellektuelle Biotop aus Stiftungen, Laboren und Konferenzen, wo sich Visionäre, Milliardäre und Machtmenschen begegnen. Dort, im Umfeld des MIT Media Lab, einer Einrichtung des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), kreuzten sich seine Bahnen mit Epstein.
Obwohl Bach keine offizielle Position am MIT Media Lab innehatte, bewegte er sich nachweislich im Umfeld der Institution. Die neu veröffentlichten Epstein-Dokumente zeigen, dass Bach an wissenschaftlichen Treffen und Diskussionsrunden teilnahm, zu denen Jeffrey Epstein einlud, häufig im akademischen Milieu rund um das Media Lab.
Ein interner Untersuchungsbericht des MIT belegt, dass Epstein in den Jahren 2013 und 2014 als Spender und Vermittler am Media Lab auftrat und dort Zugang zu Forschern und Leitungspersonal hatte, darunter der damalige Direktor Joi Ito.

Das Massachusetts Institute of Technology entwickelt sich zunehmend zum neuen Machtzentrum der akademischen Welt. Während die klassische Ivy League (z.B. Harvard, Princeton, Yale) lange Finanzen, Recht, Politik und Verwaltung dominierte und die Stanford University das Silicon Valley prägte, setzt das MIT heute die Standards in den Zukunftsdisziplinen: Künstliche Intelligenz, Robotik, Biotechnologie, militärnahe Forschung. Entscheidend ist nicht nur Prestige, sondern messbare ökonomische Wirkung.
Auch beim Berufseinstieg liegt das MIT klar vorn. Nach institutseigenen Erhebungen erreichen Absolventen, die direkt in die Industrie gehen, durchschnittliche Einstiegsgehälter von rund 140.000 bis 150.000 US-Dollar. Vergleichbare Absolventen klassischer Elite-Universitäten starten deutlich niedriger: Für Ivy-League-Hochschulen liegen gemeldete durchschnittliche Startgehälter meist bei 90.000 bis 100.000 US-Dollar. Stanford bewegt sich näher am MIT, erreicht im Median jedoch nicht dessen Niveau.
Vermittelt von der Elite
Der Kontakt kam nicht zufällig zustande. Bach wurde Epstein über zentrale Figuren der KI- und Psychologieszene vorgestellt: Ben Goertzel, Roger Schank und Stephen Kosslyn. Sie galten als Türöffner, als Garanten wissenschaftlicher Seriosität im Bereich der digitalen Neurowissenschaft. Bach schildert es nüchtern: „Sie schlugen ihm vor, mich zu unterstützen, und empfahlen mir, sein Angebot anzunehmen, einen Forschungsaufenthalt in den USA zu finanzieren.“
Epstein sagte zu und zahlte. Ab 2013 flossen hohe Summen, zunächst für Forschung, bald für weit mehr. Was als Förderung begann, wurde zu einer jahrelangen Vollfinanzierung. Bach bestätigt selbst:
„Zwischen 2013 und 2019 finanzierte Epstein unseren Aufenthalt für eine vierköpfige Familie, einschließlich Umzug, Miete, Schulgeld und Krankenhauskosten.“
Auch Flüge zu Konferenzen, laufende Ausgaben, der gesamte Alltag wurden übernommen. Bach begründet das Arrangement mit einem existenziellen Argument: Ohne Epsteins Geld, so sagt er, hätte er seine wissenschaftliche Arbeit aufgeben müssen. Es ist der klassische Zielkonflikt des Intellektuellen, Erkenntnis oder Gewissen.
Epstein als stiller Architekt
Epstein verstand sich nicht nur als Geldgeber, sondern als Netzwerker der Wissenschaft. Er lud zu Treffen, brachte Forscher, Intellektuelle und Politiker zusammen. Bach nahm an diesen Runden teil. Epstein bezeichnete ihn intern als „seinen Mann für künstliche Intelligenz“.
Der Forscher betont aber bis heute: „Diese Finanzierung war an keine Bedingungen geknüpft. Epstein nahm keinen inhaltlichen Einfluss auf meine Forschung.“ Die Frage ist, ob Epstein das überhaupt tun musste.
Gedankenexperimente mit Sprengkraft
Besonders belastend wirken E-Mails aus dem Jahr 2016. Darin diskutieren Bach und Epstein nicht nur über Lernen und Intelligenz, sondern auch über Gesellschaft, Genetik und Bevölkerungspolitik. Bach spekulierte über genetische Eingriffe in Entwicklungsprozesse, schrieb, der Klimawandel könne „eine gute Methode“ im Umgang mit Überbevölkerung sein.
Heute zieht er sich auf Distanz. Es seien, so seine Erklärung, „Gedankenexperimente“ gewesen. Mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten beginnt nun die Abrechnung. Die Universität Bamberg führte Bach noch kürzlich als wissenschaftlichen Mitarbeiter. Nach einer Anfrage wurde sein Name aus den Verzeichnissen entfernt. Der Fall zeigt, wie tief Epsteins Geld in die westliche Wissenselite eingesickert ist.
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