Die Berliner Polizei sucht Nachwuchs, und findet Förderfälle. Zur zentralen Hürde wird die deutsche Sprache. Die staatliche Antwort folgt dem gewohnten Muster: mehr Kursangebote. Ein Blick auf Zahlen, Tests und Aussagen zeigt, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Für alle, die keine Nachhilfe brauchen: Unser COMPACT-Kugelschreiber ist für Leser, denen Deutsch eine Selbstverständlichkeit ist. Hier klare Haltung zeigen.

    Was die Gewerkschaft der Polizei (GdP) seit Jahren beklagt, wird nun auch von der Polizeiführung offen eingeräumt. Im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bekannte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel, dass ein erheblicher Teil der Bewerber die sprachlichen Mindestanforderungen für den Polizeidienst nicht mehr erfüllt.

    Das Problem sei keineswegs neu, habe jedoch eine neue Qualität erreicht. Zunehmend verließen junge Menschen die Schulen mit Bildungsständen, die für einen Beruf ungeeignet seien, der auf präzise Kommunikation, rechtssichere Formulierungen und sprachliche Souveränität angewiesen ist. Meisel:

    „Wir haben ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen.“

    Damit wird erstmals aus dem Mund der Polizeiführung bestätigt, was lange als internes Problem galt. Der Befund fällt ernüchternd aus, und bleibt nicht ohne Folgen für Auswahl und Ausbildung.

    Bildungsproblem mit Blaulicht

    Viele Bewerber scheitern bereits an den Computertests. Der Hauptgrund ist ebenso banal wie brisant: mangelnde Deutschkenntnisse. Rund 80 Prozent der Durchfaller seien sprachlich überfordert, erklärte Slowik Meisel:
    „Die meisten scheitern nicht an Fachfragen, sondern am Verstehen der Aufgaben.“ Nicht fehlen durfte der obligatorische Hinweis auf einen politisch sensiblen Punkt:

    „Das hat nichts mit Nationalität zu tun.“

    Die Anforderungen zu senken, komme nicht infrage: „Wenn wir die Maßstäbe absenken, verschieben wir das Problem lediglich in die Ausbildung“, warnte die Polizeipräsidentin. Die Konsequenz wären steigende Abbruchquoten und ein weiterer Verlust an Qualität.

    Schreiben lernen im Dienst

    Seit 2019 bietet die Polizei Deutsch-Nachhilfekurse für ihre eigenen Auszubildenden an. Als Begründung nennt die Behörde „grundsätzliche Schwierigkeiten bei Rechtschreibung, Zeichensetzung und beim schriftlichen Verfassen von Texten“.

    Berliner Polizei mit einem Großaufgebot. Foto: COMPACT

    Fähigkeiten also, die für Einsatzberichte, Anzeigen und Gerichtsakten elementar sind, müssen nachgeschult werden. Eine Polizei mit Förderunterricht, was früher als Überzeichnung gegolten hätte, ist heute fester Bestandteil des Ausbildungskonzepts. Ob diese Maßnahmen überhaupt greifen, bleibt mehr als fraglich. Belastbare Auswertungen liegen bislang nicht vor.

    Nachwuchsmangel trifft Pensionierungswelle

    Die Zahlen verdeutlichen die Schieflage: Von 1.224 Ausbildungsplätzen konnten im vergangenen Jahr lediglich 936 besetzt werden. Innensenatorin Iris Spranger sprach von einer angespannten Situation und warnte:

    „Wir brauchen dringend mehr Nachwuchs, um die Sicherheit in Berlin langfristig gewährleisten zu können.“

    So entsteht ein struktureller Kurzschluss, der typisch ist für die deutsche Fachkräftedebatte: Der Staat reagiert auf steigenden Bedarf mit Rekrutierung, ohne zu hinterfragen, warum der Bedarf selbst kontinuierlich wächst. Der Druck wächst dadurch immens. Bis 2030 geht rund ein Drittel der Berliner Polizeibeamten in den Ruhestand. Die GdP warnt bereits vor einem personellen Engpass, der sich unweigerlich auf Präsenz, Einsatzdichte und Reaktionszeiten auswirken werde.

    Die eigentliche Ironie liegt tiefer: Ein Staat, der über Jahre Bildungsstandards absenkt, wundert sich nun über unzureichend qualifizierte Bewerber und versucht, das strukturelle Versagen mit Nachhilfeprogrammen zu kaschieren.

    Er schreibt sauber, liegt gut in der Hand und passt zu klaren Gedanken – für alle, denen Sprache noch Werkzeug ist und kein Förderbedarf. Unser COMPACT-Kugelschreiber.

     

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