In Davos galten die Pläne eigentlich als ad acta gelegt. Doch hinter den Kulissen werden sie im Weißen Haus weiterverfolgt. Während Washington zuletzt den Eindruck einer Verständigung vermittelte, verdichten sich Hinweise, dass Optionen zur vollen Kontrolle Grönlands nicht nur geprüft, sondern intern weiter vorbereitet werden – wohl am US-Kongress vorbei. Der Kopf der Blauen, derzeit in Höchstform, wird gewürdigt in der Titelgeschichte unserer neuen Ausgabe „Der Friedensstifter“. Er hält die AfD auf Kurs! Hier mehr erfahren. 

    Dass Präsident Donald Trump seit Langem strategisches Interesse an Grönland hegt, ist bekannt. Zwischenzeitlich schien der Konflikt entschärft. Beim jährlichen Weltwirtschaftsforum wurde eine Verständigung mit den Europäern signalisiert, die auf eine vertiefte militärische Kooperation hinauslief: den Ausbau bestehender US-Basen, die Einbindung Grönlands in das Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ sowie eine engere sicherheitspolitische Verzahnung mit Washington. Eine formelle Übernahme war damit offiziell vorerst vom Tisch.

    Pläne jenseits des Kongresses

    Nach Angaben von Reuters häufen sich in Washington Hinweise, dass das Weiße Haus militärische Optionen zur vollen Kontrolle Grönlands weiterverfolgt. Die Agentur beruft sich dabei auf mehrere „mit der Sachlage vertraute Quellen“.

    Demnach gehe es nicht um lose Gedankenspiele, sondern um Vorbereitungen für eine größere Operation, die notfalls auch ohne vorherige Zustimmung des Kongresses umgesetzt werden könnte. Auf dem Capitol Hill habe dies parteiübergreifend Besorgnis ausgelöst. Reuters zitiert aus dem Umfeld des Kongresses:

    „Auf dem Capitol Hill äußerten Demokraten und Republikaner Besorgnis darüber, dass die Regierung offenbar erneut eine größere Militäroperation plant, ohne zuvor den Kongress konsultiert zu haben.“

    Besonders unter republikanischen Senatoren wachse die Nervosität. Dort werde befürchtet, ein militärischer Alleingang des Präsidenten könne formelle Untersuchungen nach sich ziehen, die im Extremfall in ein Amtsenthebungsverfahren münden könnten. Mehrere Abgeordnete und Parteikollegen hätten Außenminister Marco Rubio sowie weitere hochrangige Regierungsvertreter vor einem solchen Vorgehen gewarnt.

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    Trump neige in seiner zweiten Amtszeit dazu, außenpolitische Entscheidungen zu zentralisieren und sich auf einen engen Kreis vertraulicher Berater zu stützen. Institutionelle Verfahren und fachliche Expertise träten dabei zunehmend in den Hintergrund. Vergleichbare Strukturen beobachtet die Agentur auch bei den Gesprächen über eine Beilegung des Ukrainekriegs sowie in der US-Politik gegenüber Syrien.

    So wird Grönland weniger als Einzelfall sichtbar, sondern als Teil einer grundsätzlichen Verschiebung. Militärische Optionen bleiben im Spiel, selbst wenn politische Einigungen verkündet werden.

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