Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich die Kontrolle über zentrale Teile der deutschen Öl- und Treibstoffversorgung verschoben. Seit Mitte Januar liegen Tanklager und Pipelines faktisch in amerikanischer Hand. Hinter dem Deal steht ein Konzern mit direkter Nähe zu Donald Trump. Was als nüchterner Eigentümerwechsel verkauft wird, reicht bis in unsere militärischen Versorgungsstrukturen hinein. Energie und Abhängigkeit:  In Zeiten der Versorgungssicherheit  setzen viele wieder auf Substanz. Unsere COMPACT-Silbermedaille Druschba steht für einen realen Sachwert, und für deutsch-russische Freundschaft jenseits politischer Frontlinien. Endlich wieder lieferbar. 

    Am 16. Januar ging der größte deutsche Tanklagerbetreiber TanQuid faktisch in amerikanische Hände über. Käufer ist der US-Ölkonzern Sunoco, der wiederum zum Energieriesen Energy Transfer gehört. Die Transaktion war bereits 2024 angekündigt und wurde Anfang Januar, unter Auflagen, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz genehmigt.

    Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, auf dem CDU-Parteitag 2016.
    Foto: Wikimedia Commons. CC BY-SA 4.0

    Mit dem Deal wechseln rund 20 Prozent der deutschen Tanklagerkapazitäten sowie über 1.000 Kilometer strategisch relevanter Pipelines den Eigentümer. TanQuid betreibt 15 Standorte in Deutschland und einen weiteren in Polen. Gelagert werden dort bis zu drei Millionen Kubikmeter Öl, Treibstoffe und chemische Produkte, offiziell als kritische Infrastruktur eingestuft.

    Kritische Infrastruktur in US-Hand

    Besonders brisant ist nicht nur das Was, sondern das Wer. Hinter Energy Transfer steht der US-Milliardär Kelcy Warren, ein langjähriger Großspender und politischer Unterstützer von Donald Trump. Über Jahre flossen laut Recherchen zweistellige Millionensummen an Trump-nahe Super-PACs und Organisationen aus dem Umfeld der „America-First“-Agenda. Wirtschaftliche Macht und politische Loyalität greifen hier ineinander:

    Super-PACs unterscheiden sich von klassischer Lobbyarbeit vor allem durch ihre Unbegrenztheit. Sie dürfen ohne feste Obergrenzen Geld sammeln und für Wahlkampagnen einsetzen, während die Transparenz- und Veröffentlichungspflichten deutlich geringer sind als bei direkten Parteispenden oder registrierter Lobbyarbeit.

    Druschba (Дружба) heißt Freundschaft. Wenn es zwischen Deutschen und Russen gestimmt hat, war das nicht nur für unsere beiden Völker gut, sondern für den gesamten Kontinent.

    Ergänzend geriet der Konzern Energy Transfer in den vergangenen Jahren auch in Konflikt mit Umweltorganisationen. Unter anderem kritisierte Greenpeace, dass das Unternehmen in den USA sogenannte SLAPP-Klagen gegen Aktivisten und Organisationen angestrengt habe.

    Sogenannte SLAPP-Klagen sind strategische Zivilklagen, die weniger auf einen juristischen Erfolg zielen, sondern darauf, Kritiker durch hohe Kosten und lange Verfahren einzuschüchtern. Energy Transfer weist entsprechende Vorwürfe zurück und betont, man gehe lediglich gegen falsche Tatsachenbehauptungen vor.

    Genehmigt hinter verschlossenen Türen

    Obwohl der Deal bereits 2024 angekündigt worden war, erfolgte die endgültige Genehmigung Anfang Januar 2026 im Rahmen eines nicht-öffentlichen Investitionsprüfverfahrens des Wirtschaftsministeriums. Eine öffentliche Debatte fand nicht statt.

    Noch sensibler wird die Lage durch einen kaum beachteten Detailpunkt: Zum Deal gehören 49 Prozent an einer Fernleitungs-Betriebsgesellschaft, die Kerosin für Militärflugplätze transportiert, darunter auch den US-Luftwaffenstützpunkt Büchel in Rheinland-Pfalz, wo amerikanische Atomwaffen lagern. Der Sicherheitsexperte Jacopo Maria Pepe von der Stiftung Wissenschaft und Politik spricht von einer „politisch hochbrisanten Konstellation“.

    Fliegerhorst Büchel mit dem angrenzenden Depotgelände, auf dem von den USA auch Atomwaffen gelagert werden. Foto: Stahlkocher, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

    Das Wirtschaftsministerium verweist derweil auf Auflagen und versichert, die „durchgängige Versorgung“ sei gewährleistet. Konkrete Details bleiben jedoch unter Verschluss. Reichen formale Zusicherungen aus, wenn strategische Infrastruktur faktisch unter ausländische Kontrolle gerät?

    Zwar betont die Bundesnetzagentur, es drohe aktuell keine Knappheit. Doch strukturell hat Europa eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt. Die TanQuid-Übernahme ist daher mehr als ein gewöhnlicher Firmenkauf. Sie berührt zentrale Fragen von Versorgungssicherheit, militärischer Logistik und politischem Einfluss.

    Die Übernahme fällt in eine Phase wachsender energiepolitischer Abhängigkeit Europas von den Vereinigten Staaten, nicht nur beim Öl. Seit dem Wegfall russischer Gaslieferungen und der Zerstörung der Nord Stream Pipelines setzt Deutschland massiv auf US-Flüssigerdgas.

    Quelle: BDEW, Eurogas, Nordstream 2 AG. Grafik: COMPACT

    Inzwischen stammen über die Hälfte der europäischen LNG-Importe aus den USA. Eine extreme Kältewelle in Nordamerika ließ zuletzt die Gaspreise binnen Tagen um bis zu 60 Prozent steigen, ein Vorgeschmack darauf, wie verwundbar diese neue Abhängigkeit ist.

    Der Blick auf den Energiemarkt insgesamt zeigt, wie wenig Puffer Deutschland derzeit hat. Die Gasspeicher sind aktuell deutlich niedriger gefüllt als im Vorjahr, teils nur im Bereich von rund 40 Prozent, ein Umstand, der zumindest noch weniger die physische Versorgung als vielmehr die Preisbildung nervös macht.

    Besonders der Großhandel reagiert sensibel auf solche Signale, weil dort kurzfristige Wetterlagen, Speicherstände und geopolitische Risiken unmittelbar in Preise einfließen. Haushalte spüren diese Bewegungen meist verzögert, da viele Tarife langfristig gebunden sind,  Industrie und Energieversorger dagegen sofort.

    Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und steigende Kosten rücken reale Werte wieder in den Fokus. Der Wert des Silbers gilt seit Jahrhunderten als unabhängig von politischen Entscheidungen. Unsere COMPACT-Silbermedaille Druschba steht für einen realen Sachwert, und für deutsch-russische Freundschaft jenseits politischer Frontlinien. Nur bei uns.

     

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