Wieder Schüsse in Berlin, diesmal in Kreuzberg. Berlins Polizeipräsidentin schlägt Alarm. Die Organisierte Kriminalität in der deutschen Hauptstadt ufert aus. Die Folgen sind verheerend, wie COMPACT in der Spezialausgabe „Mädchen. Messer. Morde“ herausarbeitet. Hier mehr erfahren.
In Berlin bedienen sich kriminelle Netzwerke zunehmend internationaler Strukturen, um ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Am Wochenende traf es ein türkisches Café. Schüsse fielen. Wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA berichtet, werden für bestimmte Delikte gezielt Täter aus dem Ausland angeworben und kurzfristig in die Hauptstadt gebracht. Diese Männer reisen demnach meist mit regulären Besuchsvisa ein, führen hier gezielte Einschüchterungen oder Erpressungen aus und verlassen das Land anschließend rasch wieder.
Eskalation der Gewalt
Viele dieser Tatverdächtigen verfügen demnach kaum über Deutschkenntnisse und agieren ausschließlich im Auftrag anderer. Die Hintermänner sitzen nach Einschätzung der Polizei teils im Ausland, teils innerhalb bereits bestehender Berliner Strukturen der Organisierten Kriminalität. Ziel sei es, Einfluss auf illegale Geschäftsfelder zu gewinnen oder bestehende Machtverhältnisse zu verschieben.
Die Sicherheitsbehörden registrieren dabei eine deutliche Eskalation der Gewalt. Rivalisierende Gruppen tragen ihre Konflikte immer häufiger offen aus, auch mit Schusswaffen. Im vergangenen Dezember erreichte diese Entwicklung einen neuen Höhepunkt, als nachts eine Handgranate auf ein Lokal in Kreuzberg geworfen wurde. Das Gebäude wurde schwer beschädigt, Ermittlungen wegen Erpressung liefen bereits zuvor. Solche Taten dienen nach Angaben der Polizei vor allem der Einschüchterung von Geschäftsinhabern.
Hinter den Angriffen stehen vor allem zwei Motive: Machtkämpfe im Drogenmilieu und systematische Erpressungen von Unternehmern. Der Begriff „Schutzgeld“ greife dabei zu kurz, so Slowik Meisel. Tatsächlich handele es sich um massive Drohungen und gewaltsamen Druck auf wirtschaftlich erfolgreiche Menschen. Einschüsse in Fassaden oder gezielte Angriffe sollen die Forderungen untermauern. In beiden Bereichen gehe es um besonders einträgliche Einnahmequellen für die kriminellen Netzwerke. Und das alles mitten in Deutschland.
Kampf gegen Windmühlen
Die Berliner Polizei reagiere mit verstärkter Präsenz, Razzien und Festnahmen, so versichert die Polizeipräsidentin. Dabei würden sie sowohl offen als auch verdeckt operieren, mit anderen Bundesländern und internationalen Partnern kooperieren. Taktiken und Schwerpunkte würden bewusst regelmäßig angepasst, um für die Täter nicht vorhersehbar zu sein. Die Botschaft sei klar: Berlin solle kein Austragungsort für gewalttätige Machtkämpfe der Unterwelt werden. Aber es ist ein Kampf gegen die Windmühlen, zumal die Politik das Thema mit Wegschauen bekämpft.
Slowik Meisel tritt dafür ein, dass der illegale Besitz von Schusswaffen automatisch weitergehende Ermittlungsmaßnahmen erlauben solle. Nach polizeilicher Erfahrung sei der Fund einer verbotenen Waffe fast immer ein Hinweis auf Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Derzeit bleibe es in solchen Fällen oft bei Anzeigen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Eine weitergehende Überwachung der mutmaßlichen Waffenbesitzer, etwa um erneute Bewaffnung oder die dahinterstehenden Strukturen aufzudecken, sei rechtlich kaum möglich.
Die Folgen des kriminellen Treibens internationaler Banden sind verheerend, wie COMPACT in der Spezialausgabe „Mädchen. Messer. Morde“ herausarbeitet. Hier bestellen.





