Eine Mutter und ihr Kleinkind tot, Dutzende lebenslang gezeichnet: Heute startete der Prozess gegen Farhad N., mutmaßlicher islamistischen Attentäter von München. Statt Reue zeigt er vor Gericht die Tauhid-Geste. In unserem COMPACT-Spezial „Mädchen. Messer. Morde.“ dokumentieren wir, wie die Gewalt eskaliert und wer dafür die Verantwortung trägt. Wir benennen Opfer, Täter und zeigen, was sich endlich ändern muss. Hier mehr erfahren.
Heute beginnt vor dem OLG München der Staatsschutzprozess gegen den 25-jährigen Farhad N. Ihm wird zweifacher Mord und versuchter Mord in 44 Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung und schwerer gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.
Der Afghane kam als minderjähriger und unbegleiteter Flüchtling 2016 nach Deutschland. Nach seiner Flucht soll eine posttraumatische Belastungsstörung bei ihm diagnostiziert worden sein. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber lehnte schließlich seinen Asylantrag ab, auch die Klage gegen die Entscheidung scheiterte. Abgeschoben wurde er jedoch nie.
Noch vor wenigen Jahren posierte Farhad N. als durchtrainierter Bodybuilder auf Social Media. In seiner Wohnung im Münchner Süden hingen die Medaillen an der Wand: Gold und Silber von Bodybuilding-Wettbewerben, hart erkämpft mit gestähltem Körper. Testosteron-Boosts, Steroide und Kreatin-Shakes gehörten zu seinem Alltag. Farhad N. chattete stundenlang mit Kumpels über die perfekte Ernährung, das beste Posing auf der Bühne, den nächsten Wettkampf-Look. Seine Nachbarn nahmen ihn als eher unauffällig wahr, einige kannten ihn gar nicht.
Der Afghane rief „Allahu Akbar“
Es gab auch eine weitere Seite: So hielt er sich an immer strengere religiöse Regeln, er verschenkte Korane und Gebetsteppiche und schaute sich Videos von Predigern an, ehe der Afghane im Februar seine grausame Tat verübte. Kurz zuvor soll er Kontakt mit einem Hassprediger gehabt haben.
Mit seinem weißen Mini Cooper steuerte er gezielt in eine Verdi-Demo, an der 14.000 Menschen teilnahmen. Amel S. (37) und ihre zweijährige Tochter Hafsa wurden sofort getötet, als der Kleinwagen sie und ihren Kinderwagen erfasste. Viele der 44 Verletzten verloren das Bewusstsein und erlitten teils lebensverändernde Traumata: schwere Kopfverletzungen, zertrümmerte Rippen und Becken, offene Brüche an Armen und Beinen, innere Blutungen. Etliche Opfer mussten mehrmals operiert werden. Einige lagen wochen- oder sogar monatelang auf Intensivstationen, künstlich beatmet und im künstlichen Koma.
Bis heute tragen Dutzende die Spuren der Tat mit sich: chronische Schmerzen, bleibende Behinderungen, schwere posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), panische Angstattacken in Menschenmengen, Albträume und massive Schlafstörungen. Manche wagen sich kaum noch vor die Tür, andere kämpfen mit Depressionen und Suizidgedanken. Zeugen berichten, der Afghane habe „Allahu Akbar“ gerufen und zu beten begonnen.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zog ihr Fazit:
Es besteht der Verdacht, dass die Tat religiös motiviert war und als Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verstehen ist. Damit ist sie geeignet, die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen.
Für den Prozess sind 38 Verhandlungstermine bis Ende Juni 2026 geplant. Farhad N. droht lebenslänglich, sollte er verurteilt werden.
Im laufenden Prozess prüft ein forensischer Psychiater die Schuldfähigkeit von Farhad N. Ein Gerichtssprecher machte heute klar: Das vorläufige schriftliche Gutachten sieht keine Einschränkung, der mutmaßliche Islamist handelte also bei vollem Verstand. Warum er dennoch monatelang in der psychiatrischen Abteilung der JVA saß, dazu schwieg der Sprecher.

Während die Hinterbliebenen mit lebenslangen Traumata ringen, zeigt der Angeklagte bei seiner Vorführung stolz den rechten Zeigefinger: die Tauhid-Geste als Bekenntnis zu seinem Gott und damit zur Tat. Von Reue ist nicht mal im Ansatz etwas zu spüren.
Die etablierten Parteien haben diesen Zuständen, die wir jetzt mitten in Deutschland erleben, den Nährboden bereitet. In unserem neuen COMPACT-Spezial „Mädchen. Messer. Morde.“ haben wir diese Gewalt analysiert und eine verheerende Bilanz der letzten zehn Jahre gezogen. Dieses Heft dürfen Sie nicht verpassen, es soll eine Warnung für die Zukunft sein. Jetzt bestellen!




