Am 12. Februar 1951 wurde die 18-jährige Halbdeutsche Soraya Esfandiary-Bakhtiary zur Märchenprinzessin: Sie heiratete den Schah von Persien in einem Kleid von Christian Dior, umjubelt von der Welt. Doch das Glück währte nur sieben Jahre.

    Die Hochzeit war prunkvoll, die Braut trug ein silbernes Lamé-Kleid von Christian Dior mit Perlen, Marabufedern und Diamanten. Zehn Meter Schleppe zog sie hinter sich her, während Schah Mohammad Reza Pahlavi sie ansah als hätte das Schicksal selbst ihm ein lebendes Märchen aus Tausendundeiner Nacht geschenkt.

    Ein harmloses Foto hatte den Blick des Monarchen gefangen – ein Bild, auf dem Soraya lachte, frei und unbeschwert, weit entfernt von Palastprotokoll und Thronfolgezwang. Er hatte sich kurz zuvor von seiner ersten Frau getrennt und war nun auf der Suche nach einer neuen Liebe.

    Soraya Esfandiary-Bakhtiar. Foto: CC0, Wikimedia Commons

    Das persische Traumpaar

    Soraya war keine herkömmliche Prinzessin, sondern das Kind einer deutschen Verkäuferin und eines persischen Adligen. Sie besuchte exklusive Internate in Montreux, Lausanne und London, wo sie die feinen Manieren einer kosmopolitischen Elite lernte. Gebildet und weltoffen beherrschte sie Persisch, Deutsch, Französisch und Englisch mit derselben Leichtigkeit, mit der sie später die Herzen einer ganzen Generation eroberte.

    Der Schah und seine Kaiserin waren international beliebt. Auch in der BRD galten die beiden als absolutes Traumpaar. 1955 besuchten sie Hamburg, ihr Eintreffen wurde dort schon sehnsüchtig erwartet. Viele wollten einen Blick auf sie werfen. Weil Deutschland selbst keinen Kaiser mehr hatte, wurde das Paar zu einer Art symbolischem Ersatz. Aufgrund dieser Beliebtheit berichtete auch die Regenbogenpresse permanent.

    Das Ende des Glücks

    Doch der Glanz hielt nicht lange. Weil Soraya ihm keine Kinder schenken konnte, trennte sich der Schah schweren Herzens von ihr. Er hatte ihr zuvor vorgeschlagen, eine Zweitfrau zu nehmen, aber sie weigerte sich, dies zu akzeptieren. Soraya wollte weder teilen noch Kaiserin bleiben, während eine andere den Thronfolger gebärt. Kurz nach dem siebten Hochzeitstag verließ sie den Iran und ging zurück zu ihren Eltern nach Deutschland. Die Scheidung wurde am 6. April 1958 offiziell.

    Wenige Jahre später – 1967 – besuchten der Schah mit seiner neuen Ehefrau Farah Diba erneut die BRD. Doch diesmal war Misstrauen dem Jubel gewichen. Nur einen Tag zuvor, am 2. Juni 1967, wurde der Student Benno Ohnesorg in West-Berlin  auf offener Straße erschossen, während er gegen den Besuch des Schahs demonstrierte. Zwar setzte sich der persische Herrscher für eine Modernisierung seines Landes bei stärkerer Westanbindung ein, doch die Studentenbewegung warf ihm schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

    Der Schah herrschte brutal und unterdrückte die Opposition. Seine Geheimpolizei SAVAK war berüchtigt für Folter, Verschwindenlassen, Massenverhaftungen und Hinrichtungen von Regimekritikern, das heißt von Kommunisten, Liberalen, Islamisten. Nach dem CIA-gestützten Putsch 1953 gegen den demokratisch gewählten Premierminister Mohammad Mossadegh (der das Öl verstaatlichen wollte) war der Schah ein enger Verbündeter des Westens geworden, aber um den Preis massiver Repression.

    Der Schah war ihre große Liebe geblieben

    Soraya selbst wurde vom Schah großzügig versorgt. Sie behielt den Titel „Ihre Kaiserliche Hoheit Prinzessin Soraya von Iran“, erhielt eine monatliche Abfindung, ein Luxus-Penthouse in Paris und Schmuck im Millionenwert. Doch all der Prunk konnte den Liebeskummer nicht lindern. Der Schah war ihre große Liebe geblieben.

    In den 1960er Jahren versuchte sie, neu anzufangen, und startete eine Karriere als Filmschauspielerin und spielte 1965 die Hauptrolle in dem italienischen Streifen „I tre volti“ („Die drei Gesichter“). Doch trotz Reichtums und Affären mit Prominenten wie Gunter Sachs oder Maximilian Schell fand sie kein Glück.

    Das änderte sich als sie in Rom den italienischen Regisseur Franco Indovina kennenlernte, ihre große Liebe nach dem Schah. Sie lebten acht Jahre zusammen, bis er 1972 bei einem Flugzeugabsturz starb. Der Verlust warf sie in eine tiefe Depression. Soraya zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und lebte einsam in ihrer Pariser Wohnung.

    In ihren Memoiren „Le Palais des Solitudes“ („Der Palast der Einsamkeit“, 1991) beschrieb sie offen ihre Trauer und das Gefühl, vom Schicksal betrogen worden zu sein. Am 25. Oktober 2001 starb Soraya im Alter von 69 Jahren an Herzversagen in Paris. Soraya blieb bis zuletzt die „Prinzessin mit den traurigen Augen“, wie sie von der Boulevardpresse genannt wurde – ein Symbol für geopfertes privates Glück im Namen von Thron, Dynastie und Staatsräson. Ihr Leben war ein Märchen, das in einer Tragödie endete.

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