In der hessischen Hauptstadt wird das neue Jahr nicht mit Umarmungen, sondern mit Blaulicht begrüßt. Kurz nach Mitternacht eskaliert in der Innenstadt ein Streit. Sekunden später liegt ein junger Mann sterbend auf der Straße. Kein Einzelfall: In unserem COMPACT-Spezial „Mädchen. Messer. Morde.“ haben wir analysiert, wie es soweit kommen konnte und eine verheerende Bilanz der letzten zehn Jahre gezogen. Hier mehr erfahren. 

    Was als körperliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen beginnt, endet in einer tödlichen Messerattacke. Ein 23-Jähriger wird so schwer verwundet, dass er noch am Tatort stirbt. Ein weiterer Beteiligter, 22 Jahre alt, überlebt nur knapp und wird mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. COMPACT berichtete bereits in der Silvesternacht im Liveticker über den Vorfall.

    Der Tatort liegt im Bereich Wiesbaden-Mitte, Hirschgraben, einem belebten Abschnitt der Innenstadt mit Gastronomie und Nachtleben. Gegen 0.10 Uhr geht bei der Polizei der Notruf ein. Zeugen berichten von Tumulten, Schreien und chaotischen Szenen. Einsatzkräfte rücken aus, sperren den Bereich ab und sichern Spuren.

    Wie das Polizeipräsidium Westhessen und die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mitteilten, wurden im Zuge einer intensiven Fahndung noch in derselben Nacht zwei Tatverdächtige im Alter von jeweils 22 Jahren festgenommen. Der 23-Jährige sei „noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen“, der zweite Verletzte werde stationär behandelt, Lebensgefahr bestehe derzeit nicht. Zum Hintergrund der Verdächtigen, Motiven und zur Beziehung der Beteiligten sowie dem genauen Ablauf der Tat äußern sich die Ermittler bislang nicht.

    Steigende Brutalität in Hessen

    Landesweite Zahlen zeigen eine anhaltende Gewaltdynamik, insbesondere im öffentlichen Raum. So geht aus Angaben der Hessischen Landesregierung hervor, dass die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen bei Gewaltdelikten zwischen 2020 und 2024 um rund 67 Prozent gestiegen ist. Die Zahlen wurden im Rahmen der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der AfD-Landtagsfraktion im Hessischen Landtag veröffentlicht.

    Demnach stieg die Zahl der registrierten jungen Tatverdächtigen von etwa 3.740 im Jahr 2020 auf rund 6.260 Ende 2024. Besonders auffällig ist der Zuwachs in der Altersgruppe unter 14 Jahren: Hier erhöhte sich die Zahl von etwa 820 auf rund 1.860 Tatverdächtige.

    Parallel dazu zeigt sich in Wiesbaden eine ausgeprägte gefühlte Unsicherheit. Eine Erhebung des Amtes für Statistik und Stadtforschung der Landeshauptstadt Wiesbaden zum Sicherheitsgefühl kommt zu dem Ergebnis, dass rund 73 Prozent der Befragten angeben, es gebe Orte in der Stadt, an denen sie sich unsicher oder zumindest unwohl fühlen, insbesondere nachts und in bestimmten Innenstadtbereichen.

    So kann es nicht weiter gehen: In unserem COMPACT-Spezial „Mädchen. Messer. Morde.“ rechnen wir gnadenlos mit der Einwanderungspolitik ab. Hier mehr erfahren.

     

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