Ein Kinderschänder im Rathaus? Der Skandal um Lünens stellv. Bürgermeister Daniel Wolski erschütterte die Stadt. Jetzt wurde der Mann endlich verurteilt, doch das Gericht reduzierte die Strafe. Kein Wunder, dass angesichts solcher Rücksicht auf einen Sexstraftäter die AfD weiter an Zustimmung gewinnt. olitikwissenschaftler Werner J. Patzelt analysiert den Erfolg der Partei exzellent. Sein bemerkenswertes Buch „Das blaue Wunder“ über den Aufstieg der Blauen ist jetzt im COMPACT-Shop erhältlich. Hier mehr erfahren.
Dieser Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Der damalige Lüner Kommunalpolitiker Daniel Wolski, immerhin stellvertretender Bürgermeister der Stadt, soll in mehreren Fällen Minderjährige über soziale Netzwerke kontaktiert und ihnen Geld für sexuelle Dienstleistungen angeboten haben. Darüber hinaus wurde ihm auch der Besitz und die Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte vorgeworfen. Besonders dreist: Der SPD-Politiker spielte sich stets als moralische Instanz auf – bis die Polizei anrückte und die Handschellen klickten.

Doch jetzt die Wendung: Im Revisionsverfahren vor dem Landgericht Bochum, örtlich wegen des Wohnsitzes der Opfer von Wolski zuständig, wurde die Strafe, die zuvor eine andere Kammer ausgesprochen hatte, deutlich reduziert. Nur noch für drei Jahre und drei Monate soll der Sex-Täter ins Gefängnis, einen Teil der Strafe hat er bereits abgesessen, so dass der SPD-Mann möglicherweise überhaupt nicht mehr hinter Gittern muss. Begründung für das milde Urteil: Er sei geständig und befände sich bereits in therapeutischer Behandlung.
Frühzeitige Hinweise auf Pädo-Bürgermeister wurden ignoriert
Nicht nur Wolski selber geriet im Rahmen der Ermittlungen ins Visier, auch mehreren Mitarbeitern der Lüner Stadtverwaltung wurde vorgeworfen, die Taten – möglicherweise fahrlässig – gedeckt zu haben. Frühzeitig, schon im Jahr 2023, war die Stadtverwaltung per E-Mail auf die Taten des SPD-Politiker hingewiesen worden, ging diesem Sachverhalt aber nicht nennenswert nach. Auch die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2021, als eine 15-Jährige, der Wolski Geld für Geschlechtsverkehr bot, Strafanzeige erstattete, Ermittlungen eingeleitet, diese aber nach kurzer Zeit eingestellt. Möglicherweise, weil kein Aufsehen um den prominenten Politiker, der eine feste Größe der nördlichen Dortmunder Nachbarstadt gewesen war, erzeugt werden sollte.
Erst nach weiteren Strafanzeigen wurde endlich durchgegriffen und das gesamte Ausmaß aufgedeckt. Trotzdem zieren sich bis heute mehrere regionale Medien, den Namen des SPD-Politikers in der entsprechenden Berichterstattung zu nennen – hätte er keine Kinder vergewaltigt, sondern ein migrationskritisches Lied auf Sylt gesungen, sähe es freilich anders aus.
Der Sumpf des etablierten Parteienkartells ist tief und die menschlichen Abgründe kaum in Worte zu fassen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen der AfD zuwenden. Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt analysiert den Erfolg der blauen Partei exzellent. Sein bemerkenswertes Buch „Das blaue Wunder“ über den Aufstieg der Blauen ist jetzt im COMPACT-Shop erhältlich. Jetzt bestellen!




