Endlich herrscht Klarheit: Die AfD-Bundestagsfraktion wird sich am Donnerstag (16. Oktober 2025) gegen die Planungen der Bundesregierung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht stellen. Zuvor wurde eine intensive Diskussion, u.a. ausgetragen bei COMPACT, geführt. In unserer Ausgabe „Der Totengräber. Wie Merz Deutschland das Grab schaufelt“ greifen wir die parteiinterne Positionsdebatte unter dem Titel „AfD für Wehrpflicht – echt jetzt?“ auf. Dieses Streitgespräch sollten Sie nicht verpassen. Hier mehr erfahren.
Es ist ein Erfolg für den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, der wie kaum ein anderer Politiker seiner Partei gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht mobil gemacht hat. Und sich auch den Planungen von Teilen seiner eigenen Bundestagsfraktion, einen eigenen Pro-Wehrpflicht-Antrag einzureichen, entgegen stellte, u.a. mit der gemeinsamen Erklärung „Keine Wehrpflicht für fremde Kriege!“, die von allen Ost-Landesvorsitzenden unterzeichnet wurde. Auch Tino Chrupalla, der die Positionen russlandfreundliche Parteibasis im Osten der Republik an der Fraktionsspitze vertritt, stellte sich frühzeitig gegen die zwangsweise Einziehung unserer Jugend, die weithin als weiterer Schritt zur kriegerischen Eskalation betrachtet wird. Der jetzige Erfolg markiert deshalb nicht nur einen Sieg des Höcke-Lagers, erstmals hat sich auch Chrupalla mit einem klaren, inhaltlichen Standpunkt zu einem parteiintern umstrittenen Thema durchgesetzt.
Besonders bemerkenswert: Es gelang den Wehrpflicht-Gegnern in der AfD sogar, zu verhindern, dass die Partei – wie ursprünglich von den Befürwortern vorgesehen – einen eigenen Antrag, der möglicherweise sogar über die Planungen der Bundesregierung hinausgeht, zu stellen.
West vs. Ost, Transatlantiker vs. Russlandfreunde
Dabei herrscht über die Frage, ob ein souveräner Staat eine starke Armee unterhalte sollte, die ausschließlich seiner Landesverteidigung dient, eigentlich in weiten Teilen der AfD Einheit. Ob die BRD jedoch ein souveräner Staat ist und wie die Bundeswehr unter einem Kanzler Merz, der als Brandstifter auftritt und fortwährend gegen Russland zündelt, Verwendung findet, wird jedoch höchst kontrovers betrachtet. Aggressionen im Baltikum, mit denen eine russische Reaktion auf die fortwährende NATO-Mobilmachung provoziert werden sollen, sind freilich gerade keine Landesverteidigung, sondern letztendlich genau das Gegenteil, grenzen an Landesverrat und werden zum Baustein für den 3. Weltkrieg.
Vielbeachtet war deshalb auch die – von COMPACT ausgerichtete – Podiumsdiskussion zwischen Hans-Thomas Tillschneider (Sachsen-Anhalt), der wie kaum ein anderer für das prorussische Lager in der AfD steht, sowie dem ehemaligen Bundeswehroffizier Rüdiger Lucassen (Nordrhein-Westfalen), der eher dem transatlantischen AfD-Lager zugerechnet wird und versucht, seine Partei zur Unterstützung einer neuen Wehrpflicht zu drängen. Diese Bestrebungen erhalten jetzt jedoch von der Fraktionsführung eine deutliche Absage, begründet mit Tillschneiders Argumentation: Die Zeit der westlichen NATO-Mobilmachung gegen Russland ist der denkbar falscheste Moment, um unsere Jugend für die Merz-Regierung an die Waffen zu holen und möglicherweise in einem fremden Krieg zu verheizen. Wenn in Deutschland wieder Politik für Deutsche gemacht wird, heißt es sinngemäß aus den Reihen der Fraktion, könne erneut über eine Wehrpflicht nachgedacht werden.
Kein Scherz: Gesetz sieht Wehrpflicht per Los vor
Erstmals eingebracht werden soll das neue Wehrpflicht-Gesetz von Union und SPD schon am Donnerstag (16. Oktober 2025). Vorgesehen ist dann möglicherweise, noch sind sich die Regierungsparteien über den genauen Wortlaut uneinig – was anfangs noch von manchem Leser für einen Scherz gehalten wurde – eine Auslosung derjenigen, die das zweifelhafte Vergnügen haben, dem Musterungszwang zu unterliegen. Wie genau das ablaufen soll, ob Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius beispielsweise jeden Mittwoch und Samstag nach den Lotto-Zahlen die Freiwilligen für die merzsche Ostfront zieht, ist jedoch bisher unklar. Was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass dieser Irrsinn ernst gemeint ist und für für Jugendliche kurzer Zeit potentiell tödliche Folgen haben kann.
Die Entscheidung der AfD-Fraktion, gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu stimmen, ist richtig. In unserer COMPACT-Ausgabe „Der Totengräber. Wie Merz Deutschland das Grab schaufelt“ diskutieren die beiden AfD-Politiker Rüdiger Lucassen und Hans-Thomas Tillschneider zum Thema „AfD für Wehrpflicht – echt jetzt?“. Jetzt das Heft bestellen!





