Referenten

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Referenten:
Peter Scholl-Latour: Deutscher Sachbuchautor mit den höchsten Verkaufszahlen. Geboren 1924. 1944 wollte er sich den Truppen De Gaulles und den Tito-Partisanen anschließen, wurde aber abgefangen. Nach 1945 Berater der Regierung des – damals mit Frankreich assoziierten – Saarlandes. Ab Mitte der 1950er Jahre Kriegskorrespondent, zuerst in Indochina, dann an allen anderen Fronten auf der Welt. Chefredakteur des Stern. Im COMPACT-Interview äußerte er sich zum Thema unserer Konferenz so: „Die NATO ist obsolet. Damit meine ich nicht das politische Bündnis mit den USA. Aber die militärische Einbindung hat keinen Sinn mehr. Ich erinnere an Staatspräsident Charles de Gaulle. Er hat eine klare Unterscheidung gemacht: In der Auseinandersetzung mit Moskau war er immer an der Seite der USA, in der Berlin-Krise etwa stand er für einen ganz harten Kurs. Aber unter seiner Führung ist Frankreich 1966/67 aus der integrierten Militärstruktur des Bündnisses ausgeschert, ohne die Mitgliedschaft in der NATO insgesamt aufzukündigen.“ (COMPACT 1/2010)

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Professor Karl Albrecht Schachtschneider: Einer der wichtigsten Staatsrechtler Deutschlands. Immer wieder wies er auf das grundlegende Demokratiedefizit der EU und die Allmacht des Europäischen Gerichtshofes hin. Er führte Verfassungsklage u.a. gegen die Einführung des Euro (1998), gegen den Lissabon-Vertrag (2009) und gegen die so genannte Griechenland-Hilfe (Mai 2010). Zur Souveränitätskonferenz erscheint sein Buch „Die Souveränität Deutschlands“.

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Valentin Falin: Von 1971 bis 1978 Botschafter der UdSSR in Bonn. In der Folge Vize-Direktor und Direktor des Internationalen Ausschusses des Zentralkomitees der KPdSU bis zu deren Auflösung 1991. Bis heute häufiger Kommentator in russischen Medien.

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Helmut Schäfer: (rechts im Bild) Dienstältester Staatsminister im Auswärtigen Amt. Amtierte von 1987 bis 1998 in drei verschiedenen Kohl-Regierungen zunächst unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dann unter Klaus Kinkel. Stellte für die Bundesregierung direkte Verbindungen zu Fidel Castro und Yassir Arafat her. Im COMPACT-Interview äußerte er sich zum Thema unserer Konferenz so: „Wenn wir uns grundsätzlich immer dem anschließen müssen, was einige andere NATO-Mächte fordern – denken Sie an Donald Rumsfelds widerliche „Koalition der Willigen“ im Irakkrieg(…) -, wo bleibt denn da unsere nationale Souveränität, wo aber auch unsere politische Vernunft? Schließlich haben wir uns aus Solidarität mit den USA und der NATO zur militärischen Intervention in Afghanistan entschlossen, einem Unternehmen, das schon erheblich länger dauert als der Zweite Weltkrieg, ohne die erhofften Ziele auch nur annähernd erreicht zu haben.“ (COMPACT 5/2011)

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Willy Wimmer: Jahrgang 1943, trat 1958 in die CDU ein und errang 1976 erstmals in Bundestagsmandat. Von 1988 bis 1992 war er als Staatssekretär für Verteidigung Mitglied der Bundesregierung und für das politische Konzept der Intergration der Streitkräfte von Bundeswehr und NVA im Rahmen der Wiedervereinigung verantwortlich. Die Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschland in der NATO und die Sonderregelungen für das Gebiet der ehemaligen DDR entsprechen seinem Vorschlag an Bundeskanzler Dr. Kohl vom November 1989. Von 1994 bis 2000 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. 2009 schied er aus dem Bundestag aus. Im COMPACT-Interview äußerte er sich zum Thema unserer Konferenz so: „Von einem in der eigenen Bevölkerung akzeptierten Verteidigungsbündnis ist die NATO zu einer Aggressionskoaltion mutiert. (…) Die weltpolitische Lage und das Ende des Kalten Krieges hätten es eigentlich zwingend nahegelegt, dass sich alle NATO-Mitgliedsstaaten auf das politische Instrument des NATO-Vertrages ohne die heutige Form der militärischen Integration beschränkt hätten.“ (COMPACT 8/2012)

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Alexander Rahr: Spricht als Forschungsdirektor des Deutsch-Russischen Forums. War als Analytiker in den Think Tanks von Radio Liberty und Rand Corporation tätig. Seit 2012 ist er Senior Advisor der Wintershall Holding GmbH und berät den Präsidenten der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer AHK. 18 Jahre arbeitete er für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und war zuletzt Leiter des Berthold Beitz-Zentrums – Kompetenzzentrum für Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien. Rahr sitzt im Lenkungsausschuss des Petersburger Dialogs. Dort ist er auch Mitkoordinator des Arbeitskreises Zukunftswerkstatt.
Rahr bekam 2003 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er ist Ehrenprofessor an der Moskauer Diplomatenschule und an der Higher School of Economics, Moskau. Er ist Autor zahlreicher Bücher über Russland, wie beispielsweise Biographien über Michail Gorbatschow (1985) und Wladimir Putin (2000). Rahr schrieb in COMPACT 3/2012 über die Präsidentschaftswahlen in Russland.

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Edouard Husson: Historiker und Deutschland-Spezialist. War bis 2011 Vizekanzler der renommierten Universität von Sorbonne und ist jetzt Direktor der ECSP Europe, einer Hochschule für Management mit Sitzen in Paris, Berlin, London und anderen Städten. Einer der heute wichtigsten Vertreter des Gaullismus.

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Natalia Narotchniskaya: Arbeitete von 1982 bis 1989 im Generalsekretariat der Vereinten Nationen, war in der russischen Parlamentsdelegation des Europarates und, von 2003 bis 2007, Abgeordnete in der Duma und Vize-Präsidentin des Auswärtigen Ausschusses der Duma. Die Historikerin hat zahlreiche Bücher veröffentlicht (unter anderem das Standard-Werk: Russland und die Russen in der Weltgeschichte) und gehört zu den gefragten Kommentatoren in den russischen Medien. Sie ist Präsidentin der Stiftung für Historischen Ausblick in Moskau und des Institut de la Démocratie et de la Coopération in Paris.

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John Laughland: Britischer Historiker und Spezialist für Völkerrecht. Schreibt vor allem für das Magazin The Spectator, des weiteren für den Guardian, die Times und andere biritische Blätter. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt unter anderem: A History of Political Trials from Charles I to Saddam Hussein (Oxford: Peter Lang, 2008); Schelling versus Hegel: from German Idealism to Christian Metaphysics (London: Ashgate, 2007); Travesty: the Trial of Slobodan Milosevic and the Corruption of International Justice (London: Pluto Books, 2007). Laughland ist Direktor des Institut de la Démocratie et de la Coopération in Paris.

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Jan von Flocken: Historiker und Buchautor. Sein Buch über die preußische Königin Luise war 1089 eines der ersten, die in der DDR zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Seine neueren geschichtlichen Werke erschienen im Kai Homilius-Verlag, zuletzt im Jahr 2010 das Buch 99 Geschichten zur Geschichte. Von Ramses II. bis J. F. Kennedy. Schrieb in COMPACT 9/2012 über die „Generalsrevolte von Tauroggen“.

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Jürgen Elsässer: Chefredakteur von COMPACT-Magazin, zuvor bei Junge Welt, Konkret und Neues Deutschland. Veröffentlichte über zwei Dutzend Bücher vor allem zu geopolitischen Fragen, die zum Teil auch auf Französisch, Italienisch, Polnisch, Serbisch und Japanisch übersetzt wurden. In seinem Buch Der deutsche Sonderweg plädierte er für eine „Finnlandisierung oder besser Hellenisierung des Kontinents“: „Die Liaison Paris-Berlin-Moskau nicht als Kern einer Militärachse, sondern als Knoten in einem eurasischen Friedensnetz. Keine Ankurbelung der Rüstung, sondern allgemeine Demilitarisierung. Keine weltweiten Interventionen, sondern Rückzug der Truppen. Die Friedensdividende wird für die zivile Wirtschaft sowie Bildung und Kultur verwendet. Das vom Krieg zerstörte Jugoslawien und die vom Neoliberalismus ins Elend gestoßenen Länder des Ostens werden wieder aufgebaut. Ein Zone des Friedens vom Brest bis Wladiwostok. Ein Bund souveräner Republiken, so wie das antike Griechenland ein Bund freier Städte war – das alte Europa in seiner schönsten Gestalt.“

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Nicolas Dupont-Aignan: Der 1961 geborene Politiker ist Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und seit 1995 Bürgermeister der Stadt Yerres. Als überzeugter Gaullist und Souveränist verließ er die Regierungspartei UMP im Jahr 2007 und gründete die Partei Debout le République (DlR), deren Präsident er bis heute ist. Dupont-Aignan tritt für die Rückkehr zum Franc ein, der Euro soll nur Reservewährung bleiben.

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COMPACT-Magazin

 

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