Die unsägliche Aschensäulen-Aktion des Zentrums für politische Schönheit (ZPS) hat ihm nicht das erwünschte Echo gebracht: nämlich berechtigte Empörung statt Schulterklopfen und Streicheln des narzisstischen Egos. Daher folgte jetzt zähneknirschend eine Pseudo-Entschuldigung.

    Die Mitglieder des Zentrums für politische Schönheit, künstlerisch nicht höher begabt als der psychopathische Postkartenmaler aus Braunau, suhlt sich im eigenen Gutmenschentum. Und gilt man erst mal als wahrhaft „humanistisch“, als „Sturmtruppe (!) zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit“, dann darf man einfach alles: Existenzen zerstören, Menschen denunzieren so richtig die Sau rauslassen. Und die linksgrüne Schafshorde blökt wohlig dazu. Jetzt hat Ruchs Sturmtruppe das Fass zum Überlaufen gebracht: Eine Säule, angeblich gefüllt mit der Asche von Holocaust-Opfern, errichtet vor dem Reichstag, um Politiker vor einer Koalition mit der AfD zu warnen. (COMPACT-Online berichtete)

    Allerdings blieb der erhoffte Applaus weitgehend aus. Europa-Politiker Sergej Lagodinsky entlarte die Motivation der Pseudokünstler in der Jüdischen Allgemeinen: „Mit Schockern des 21. Jahrhunderts will das Zentrum für Politische Schönheit die Erinnerungskultur noch weiter dahin drehen, wo sie nicht hingehört: Sich als Gesellschaft besser zu fühlen, weil wir uns über die Täter erheben und immer auf die anderen zeigen können.“ Und dafür wurden Asche und Knochenreste Ermordeter missbraucht. Jetzt schrieb das ZPS eine Pseudo-Entschuldigung:

    „Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben. Wir möchten insbesondere auch die jüdischen Institutionen, Verbände oder Einzelpersonen um Entschuldigung bitten, die durch unsere Arbeit die Totenruhe nach jüdischem Religionsrecht gestört oder angetastet sehen.“

    Aber eigentlich, so fährt man einschränkend fort, findet auch manch Protestler die Säulen-Installation richtig toll: „Zwar bekommen wir auch Rückmeldung von Angehörigen, die sowohl Form als auch Aussage unserer Arbeit begrüßen, aber unser Ziel war nie, Konflikte zwischen Menschen, die auf derselben Seite kämpfen, zu befeuern.“ Und sofort kann man wieder auf andere zeigen:

    „Wir wollen angesichts der per staatlich proklamierten, ach-so vorbildlichen ,Aufarbeitung‘ der deutschen Verbrechen erneut darauf aufmerksam machen, dass nichts vollständig aufgearbeitet ist und vermutlich auch nie sein kann, wenn uns nur die Grasnarbe oder ein wenig Laub von der Entdeckung und Dokumentation weiterer deutscher Kriegsverbrechen trennt. Wir wollen auf die Verantwortung der Nachwelt hinweisen, die identifizierten Massengräber wenigstens als solche zu deklarieren, zu markieren und zu schützen und speziell die Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland, die bestehenden Gedenkstätten im In- und Ausland mit genug finanziellen Mitteln auszustatten, damit Sie ihre Aufgabe des Erinnerns und Mahnens nach besten Möglichkeiten erfüllen können.“

    Nein, die Säule diente ursprünglich nicht als Hinweis auf fehlende Gedenkstätten, sondern wie beim ZPS üblich zur Denunziation heutiger Politiker: Auf der Website der Ruch-Stürmer war vorige Tage zu lesen:

    Kreise des Konservatismus (Christian von Stetten, Hans-Georg Maaßen, Mike Mohring, Werner Patzelt) strecken schon wieder die Hand nach Faschisten aus. Sie machen sich öffentlich Gedanken, ob die AfD nicht doch ein guter Regierungspartner – oder Tolerierer einer ,Minderheitenregierung‘ – wäre. Wir haben vergessen, den Ort des Verrats an der parlamentarischen Demokratie zu markieren. Die Toten erinnern den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben: es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde.“ Kein Wort von schlechter Gedenkstätten-Kultur. Diese „Begründung“ ist allenfalls nachträgliche Schadensbegrenzung.

    Die Installation soll jetzt beendet werden. Rabbiner haben eine würdige Bestattung der Überreste angeboten. Allerdings, so fragte Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, was geschieht mit jener Asche, „die in Würfel gepresst bereits an vermutlich tausende Spendenfreudige verteilt wurde und jetzt womöglich die Vitrinen und Schreibtische der willigen Helfer der ,Sturmtruppe‘ ziert? Wer sammelt die wieder ein? Was wird mit der nach Angaben des Zentrums 100.000-€-Spende? Sollte die nicht umgehend an eine Einrichtung weiter gereicht werden, die verantwortungsvoll mit dem Gedenken an die Ermordeten umgeht?“

    Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass das ZPS seinen Status als gemeinnütziger Verein verlieren wird, aber jeder, der weiterhin Spenden überweist, sollte sich klar sein, dass er Schänder der Überreste von Genozid-Opfern finanziert.

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