Heute beginnt in Hamburg der Prozess gegen einen mutmaßlichen Saboteur der Nord-Stream-Pipelines. Eine zentrale Frage wird sein, in wessen Auftrag der Ukrainer handelte. COMPACT hat sich von Beginn an für eine Aufklärung dieses Terroraktes starkgemacht. Wir liefern die hochspannenden Erkenntnisse von Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh zu diesem Komplex: Der Nord-Stream-Krimi. Spannender geht es nicht. Hier mehr erfahren.

    Es sollte ein Urlaub mit der Familie werden, bevor der älteste Sohn sein Auslandssemester in Italien antrat. Der ehemalige ukrainische Kommandosoldat Serhij K. entschied sich dafür, die Reise mit seiner Familie an die italienische Adriaküste zu unternehmen – in die Nähe des beliebten Urlaubsortes Rimini. Doch die Reise endete anders als geplant: Ein europäischer Haftbefehl führte im August vergangenen Jahres zur Festnahme von K. durch die Carabinieri im Küstenort Misano Adriatico.

    Die Vorwürfe

    Der Generalbundesanwalt wirft ihm vor, an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 beteiligt gewesen zu sein. Nach Darstellung der Ermittler soll K. eine Gruppe angeführt haben, die von einem Boot aus zu den Pipelines am Meeresgrund tauchte und dort Sprengsätze anbrachte.

    Nach seiner Auslieferung nach Deutschland kam K. in Hamburg in Untersuchungshaft. Heute beginnt vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht der Prozess gegen ihn.

    Die Bundesanwaltschaft wirft ihm in ihrer 136-seitigen Anklageschrift unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und ein Kriegsverbrechen vor. K. und seine mutmaßlichen Mittäter sollen im Rahmen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit der Zerstörung der Gasleitungen von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 zivile Objekte angegriffen haben, die nach Auffassung der Anklage durch das humanitäre Völkerrecht geschützt waren.

    Damit ordnet die Bundesanwaltschaft die mutmaßliche Sabotage in den Kontext des Ukrainekriegs ein. Sie geht davon aus, dass K. im Auftrag ukrainischer staatlicher Stellen gehandelt haben könnte. Zudem sollen er und seine mutmaßlichen Mittäter gewusst haben, dass es sich bei den Pipelines um geschützte zivile Objekte handelte.

    Eine zentrale Frage des Verfahrens ist weiterhin: Wer hat die Sprengung tatsächlich in Auftrag gegeben? Und welche politischen Konsequenzen müssen daraus gezogen werden? Der Bundesgerichtshof beschäftigte sich Ende 2025 im Zusammenhang mit einer Haftbeschwerde von Serhij K. ausführlich mit den möglichen Hintergründen der Operation. Der zuständige Strafsenat sah dringende Gründe für die Annahme, dass die Sabotage staatlich initiiert und gesteuert worden sein könnte. Dabei verwies das Gericht unter anderem auf die Professionalität des Vorgehens, die Verwendung echter Ausweisdokumente mit falschen Personalangaben und das politische Ziel der Aktion.

    Regierung gerät unter Druck

    Diese Einschätzung könnte für das weitere Verfahren von Bedeutung sein. Sollte die Operation einem Staat zuzurechnen sein, stellt sich die Frage nach einer möglichen Immunität der beteiligten Personen. Der BGH machte allerdings zugleich deutlich, dass eine solche Immunität nicht uneingeschränkt gilt. Insbesondere bei Kriegsverbrechen und bestimmten gewaltsamen Spionagehandlungen greift der Schutz nach der vom Gericht dargestellten völkerrechtlichen Rechtslage nicht.

    Zunehmend unter Druck gerät jedoch auch die Bundesregierung. Sie unterstützt die Ukraine mit Milliardensummen und Waffenlieferungen – obwohl der Verdacht im Raum steht, dass staatliche Stellen des Landes hinter einem Anschlag auf unsere deutsche Energieversorgung stehen könnten. Mit jeder Festnahme und jeder neuen Erkenntnis aus den Ermittlungen wächst der politische Erklärungsbedarf. Wie lange will die Bundesregierung diese Unterstützung fortsetzen, ohne die offenen Fragen zur Nord-Stream-Sabotage konsequent zu klären? Ein Irrsinn.

    COMPACT hat sich von Beginn an für eine Aufklärung dieses Terroraktes starkgemacht. Wir liefern die hochspannenden Erkenntnisse von Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh zu diesem Komplex: Der Nord-Stream-Krimi. Spannender geht es nicht. Hier bestellen.

    Kommentare sind deaktiviert.