Triumph der Tradition – Japan feiert Thronbesteigung von Naruhito

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Es herrschte Stille gestern im Kaiserpalast von Tokio. Dann hörte man Trommel- und Gongschläge und plötzlich den dreifachen Ruf des japanischen Regierungschefs Banzai! ‒ „Lang lebe der Kaiser“. Der neue japanische Kaiser Naruhito antwortete förmlich: „Ich erkläre hiermit für die Heimat und das Ausland meine Inthronisierung. […] Ich gelobe, dass ich stets für das Glück des japanischen Volkes und den Weltfrieden beten werde.“ Damit wolle er seine „Pflicht als Symbol Japans erfüllen“.

Damit ist das Inselreich Japan mit seinen 126 Millionen Einwohnern endgültig von der Ära Heisei („Frieden überall“) des alten Kaisers Akihito, der schon am 30. April abgedankt hatte, in die Epoche Reiwa („glücksbringend und friedlich“ oder auch nur „Harmonie“) des neuen Kaisers Naruhito übergegangen. Viele Japaner verbinden ihre eigenen Lebensverläufe mit dem Nengō, also dem jeweiligen Äranamen.

Offiziell gilt in Japan neben dem Gregorianischen Kalender ein weiterer amtlich verwendeter Kalender, der sich an die jeweilige Ära der Kaiser hält. In dieser Zählung dankte Akihito demnach im Jahr Heisei 31 ab.

Ermächtigung durch die Sonnengöttin Amaterasu

Das Japanische Kaiserhaus ist eine – das kann man ohne zu übertreiben sagen – weltweit einmalige Institution. Seine Geschichte soll bis in das Jahr 660 vor Christus zurückreichen. In den ersten japanischen Reichschroniken, die im achten nachchristlichen Jahrhundert erstellt wurden, wird berichtet, dass es die Sonnengöttin Amaterasu selbst war, die dem ersten Tennō (Kaiser), der den Namen Jimmu trug, die Berechtigung gab, über das Inselreich zu herrschen.

Die meisten Historiker sind der Auffassung, dass die ersten 14 Tennō mythische Figuren waren. Die ersten Tennō, die zweifelsfrei historisch existierten, stammen aus dem sogenannten Yamato-Reich des fünften nachchristlichen Jahrhunderts. Seitdem fand kein Dynastienwechsel mehr statt, damit ist das japanische Kaiserhaus die mit Abstand am längsten bestehende Dynastie der Welt.

Möglich wurde dies nur, weil auch Frauen Tennō werden konnten, in diesem Fall übernahmen dann ihre Ehemänner als Prinzregenten die Staatsgeschäfte.

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Ab dem 12. Jahrhundert lag die tatsächliche Macht allerdings bei den Shōgunen, also Militärführern, und ihren Kriegern, den Samurai. Die Institution des Tennō selbst wurde in Japan allerdings nie in Frage gestellt, zumal dieser auch der oberste Priester der japanischen Staatsreligion Shintō ist.

Japans große Transformation in der Meiji-Ära

Ein großer Wandel erfolgte unter dem 122. Kaiser Mutsuhito, der am 3. Februar 1867 nach dem Tod seines Vaters im Alter von nur 14 Jahren das Tennō-Amt übernahm. Seine Regierungszeit, die bis zu seinem Tod im Jahr 1912 währte, stand unter der Devise Meiji, was so viel wie „aufgeklärte Herrschaft“ bedeutet.

In ihr wurde Japan durch zahlreiche Reformen von einem aus westlicher Sicht rückständigen Feudalstaat zu einem modernen Nationalstaat, der am Ende der Meiji-Ära auf Augenhöhe mit den damaligen Weltmächten stand und zum historisch ersten Industriestaat Asiens geworden war. Eine zentrale Rolle in diesem Prozess spielten die O-yatoi gaikokujin, also ausländische Experten, die ihr Fachwissen einbrachten.

Mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg stand auch das japanische Kaiserhaus am Abgrund. General Douglas MacArthur, der Oberkommandierende der US-Streitkräfte in Fernost, war am Ende aber klug genug, nicht auf einer Abschaffung der Monarchie zu bestehen. Allerdings setzte der machtbewusste American Cesar (so nannte ihn sein Biograph William Manchester) durch, dass der Tennō in der 1947 in Kraft getretenen Verfassung keinerlei politische Funktionen mehr ausübte und nur noch als Symbol der Einheit des japanischen Volkes dienen sollte.

Japan bleibt seinen Traditionen treu

Die bis heute bestehende japanische Zeiteinteilung mit ihren Äranamen zeigt aber, wie wichtig das Kaiserhaus für die Inselnation nach wie vor ist. Der emeritierte Tennō Akihito, der am 23. Dezember 1933 in Tokio geboren wurde, hat als Kind den Weltkrieg noch selbst miterlebt. In seiner Kronprinzenzeit, die im November 1952 begann, als er für volljährig erklärt wurde, besuchte er mehrfach die Bundesrepublik Deutschland.

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Mit der Heirat der Bürgerlichen Michiko Shoda im Jahr 1959 brach er mit einer Jahrtausende alten Tradition. Als politisches Hauptanliegen seiner Heisei-Ära, die mit seiner Inthronisierung im Jahr 1989 begann, betrachtete er die Aussöhnung mit den asiatischen Nachbarländern Japans.

Der am 23. Februar 1960 geborene heutige Kronprinz hat wie sein Vater und sein Großvater ausgeprägte wissenschaftliche Interessen, die sich bei ihm allerdings auf die japanische Mittelalterforschung konzentrieren. Naruhito, der von früheren Kommilitonen der Universität Oxford als umgänglich und lebenslustig beschrieben wird, ist außerdem ein begeisterter Bergsteiger und Musikliebhaber, der Geige und Bratsche spielt.

Auch unter Naruhito wird Japan eine zutiefst konservative Nation bleiben, die gestern anlässlich der Inthronisierung des neuen Kaisers einmal mehr bewiesen hat, wie gut sich Tradition und Moderne miteinander vereinbaren lassen.

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11 Kommentare

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    Yamashita Tomoyuki am

    Es freut mich, einen derartigen Artikel zu lesen, wobei viel hinzuzufügen wäre.

    Aber: Ich warne vor zu großem Optimismus…

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    Rechtsstaat-Radar am

    Ja, ja, der diabolische Hegemon braucht das ebenfalls besetzte Japan noch. Es dient ihm als Handlanger, Flugzeugträger für die Stationierung seiner Truppen, Flugzeuge, Schiffe und Raketen im Kampf gegen den Hauptfeind des Hegemon: Die Volksrepublik China.

    Das ist aus meiner Sicht der tiefere Grund dafür, dass Japan und die Japaner noch nicht mit dem Hooton-Plan und anderen Plänen ähnlich fieser Gestalten des Hegemons konfrontiert worden ist. Nun haben "die Japan" allerdings erstmals beschlossen, bis maximal ca. 500.000 Ausländer in ihren Arbeitsmarkt eintreten zu lassen. Freilich nur solche, die Japan benötigt und die es sich genauestens ausgesucht und angeschaut hat. Muslime unerwünscht!

    Wäre die VR China ein unbedeutender Zwerg, so hätte der Hegemon längst einen Großangriff auf den Genpool des beneidenswert ethnisch absolut reinen japanischen Volkes gestartet. Sie würden sich derzeit mit uns ebenfalls den Todeskampf gegen die ethnische Ausradierung teilen.

    So aber dürfen sie noch ein klein wenig ihre Traditionen pflegen, wenn gleich auch die "Selbstverteidigungsstreitkräfte", das japanische Militär zu einer Karikatur seiner selbst (vor der Kapitulation) verkommen ist.

    Immerhin: Der Kaiser lebt! Hurra, hurra, hurra!

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      Yamashita Tomoyuki am

      Die Umstände sind wesentlich komplexer.
      Es spielen hier auch geistig-seelische Verfasstheit, genetische Grundlagen und Raum bzw. Topographie eine Rolle.
      Selbst unter der Voraussetzung der Injizierung von Kontinentalmongoliden wäre eine derartige ethnische Auflösung in Japan so nicht möglich.

      Der Ausgleich zwischen China und Japan bzw. Korea ist die wichtigste Aufgabe zukünftiger Generationen in Japan zwecks a) Schaffung einer ostasiatischen Großraumordnung mit einer Art ostasiatischem Mächtepakt bei gleichzeitigem Abwurf westlich-atlantisch-zivilisatorischer Einflüsse.

      Es gibt große Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Die Städter sind geistig stärker infiziert von westlichen Einflüssen.

      Der gegenwärtige Tenno ist in der Folge von Akihito und Hirohito (Micky-Maus-Uhr-Träger, durch den US-Militär-Diktator geschändet) bereits opportunistischer in Bezug auf die gegenwärtigen Herrschaftsstrukruren in Japan im Rahmen einer Art parlamentarischer Parteiendemokratie sowie westlich-zivilisatorischer Einflüsse.
      Yamashita Tomoyuki ist von sämtlichen Kaisern der letzten Äras nicht angetan.

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        Yamashita Tomoyuki am

        Bei Japan könnte man momentan von einer Art geistig-seelischer Auszehrung sprechen über mehrere Jahrzehnte bei gleichzeitiger ethnischer Homogenität.
        Ob die erste zu einer Erosion von letzterem führen wird, hängt ab von der geistigen Entwicklung der nächsten Jahrzehnte: Zunahme oder Zurückdrängung der Transhumanisten in Japan.
        Ein Problem ist die große Naivität vieler Japaner, insbesondere der Frauen, in Sachen Politik.
        Ein unpolitisches Bewußtsein.
        Dazu kommt aufgrund der Insellage und Medien ein gewisser Reiz des Fremden, der zu unkontrollierbaren Auswüchsen führen könnte…
        So leicht wie unter Ieasyu läßt sich das nicht mehr unter Kontrolle bringen.

        Betreff Fremdstämmige: Auf Japan wurde bezüglich Migrationspakt (Pakt zur Zerstörung ausdifferenzierter Lebensformen der Gattung Mensch) erheblicher Druck ausgeübt. Daher wird versucht, diese Hypothek mit geeigneten Mitteln zu konterkarieren; das Beste aus der Misere zu machen.
        Quantitativ und qualitativ.

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    Der Tenno hat in Japan politisch soviel zu melden wie die Queen im Vereinigten Königreich, nämlich nix. Und das ist auch gut so. Als Republikaner könnte ich mit so einer reinen Symbolfigur (vergleichbar mit Flagge und Hymne) notfalls leben.

    Schlage daher JE als neuen deutschen Kaiser vor. Er dürfte öffentlich aber nur das verlesen, was die demokratisch legitimierte Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel ihm aufschreibt. Herr Elsässer, stehen Sie zur Verfügung?

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      heidi heidegger am

      Elsässer ist bereits designierter Kanzler und Präsident, aber ichichich wäre bereit, noch! mehr! Verantwortung zu übernehmäään..keine Frage! 🙂

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        Jeder hasst die Antifa am

        Du hast schon eine große Verantwortung für deine Ziegen da kann man dich nicht noch mehr mit Verantwortung belasten.hihi zacknweg

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        heidi heidegger am

        Nochmal: das sind Selbstversorger, Mann! Wohl zuviel Haribo-Schlümpfe gefuttert, häh? du Racker du! *kicher*

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      Yamashita Tomoyuki am

      Die Äußerungen von deutschstämmigen sich selbst überschätzenden Aufklärungs-, Revolutions- , Republik- und Demokratieknechten (europäischer Logos) in Verbindung mit umerzogenen artabtrünnigen und fremdsüchtigen Fremdherrschaftszuchtkastraten auf der Basis judäo-christlicher Prägung sind irrelevant.

      Das Ergebnis dieser Spezies ist der geistig-seelische und biologische Genosuizid.
      Die heutige Katastrophe Europas liegt im Wesen der Verirrung dieser widernatürlichen Typus begründet.

      Daher ist der Tod Europas bereits naturgeschichtlich beschlossene Sache.
      Sieger bleibt Asien! So oder so.

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    Ah so,"rückständiger Feudalstaat".Was brachte Japan der moderne Industrie- Staat? Nur Sxxxxxx,genau wie uns.

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      heidi heidegger am

      Hmm, er brachte den Kunstdünger, damit wächst das Sushi nun einfach höher, hihi. *Kultur vs. Zivilisation* ick hör dir trappsen, aus diesem Bächlein willst du ²schnappsen, nein ²das ist ein Würfelspiel, gell?! Grüßle!

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