Gegen Fake-News: Solidarität mit Alice Weidel!

65

Die Schmutzkampagne von Altparteien und Staatsmedien soll die AfD-Kritik am Migrationspakt zum Verstummen bringen.

Sturm im Wasserglas, künstliche Aufregung in allen Medien, beste Sendezeit in der Tagesschau: Anonyme Großspende für Alice Weidel, möglicherweise Verstoß gegen Parteifinanzierungsgesetz. Der Zeitpunkt der Kampagne ist auffällig: Diese Spende wurde bereits im April 2018 zurückgezahlt! Warum also jetzt die Welle? Für mich sieht das nach einem Revanchefoul der Altparteien aus: Letzte Woche wurde offensichtlich, dass es nicht gelingt, den UN-Migrationspakt heimlich, still und leise durchzuwinken. Dank AfD und Bürgerparteien verbreitet sich die Kritik wie ein Lauffeuer und hat sogar die CDU erfasst: Der Kreisverband Leipzig beschloss gerade eine Ablehnung des Pakts. Was liegt also näher, als die schärfste Waffe der AfD im Bundestag, die attraktive und wortgewaltige Alice Weidel, vor der nächsten Debattenrunde kampfunfähig zu schießen?

Aber das wird nicht gelingen. Das sind die Fakten: Über ein Schweizer Pharmaunternehmen gingen letztes Jahr etwa 115.000 Euro Spenden an Weidels Kreisverband Bodensee, gestückelt in Tranchen von etwa 9.000 Euro. Damals war Bundestagswahlkampf, danach das Tohuwabohu nach dem Einzug in den Bundestag. Sobald Weidel etwas Luft hatte, im Frühjahr, wurde der Betrag vollständig zurücküberwiesen. Die Spende hätte natürlich letztes Jahr schon deklariert werden müssen, das ist eine klare Ordnungswidrigkeit – aber das kann man nicht Weidel persönlich anlasten. Und wer regt sich hier eigentlich auf? Darf ich an diesen Artikel erinnern: „Riesen-Spende an die CDUBMW hat Merkel im Sack‘ / Erst verhindert die Bundesregierung strengere Abgasnormen für Autos, dann wird bekannt, dass BMW-Großaktionäre kurz zuvor der CDU fast 700.000 Euro gespendet haben.“? So stand es im „Handelsblatt“ am 15. Oktober 2013. Von den millionenschweren Bargeld-Koffern von Schäuble und Kohl wollen wir mal gar nicht reden…

Es ist auch nicht auszuschließen, dass der ominöse Schweizer Spender – das Pharmaunternehmen hat nach eigenen Angaben für einen anonymen Hintermann überwiesen – das Geld der AfD in böser Absicht untergeschoben hat, um zu einem geeigneten Zeitpunkt – eben jetzt! – eine Anti-AfD-Kampagne loszutreten.

Jedenfalls ist das eine schmutzige Desinfo, und wenn der Feind die eigenen Stellungen bombardiert, müssen die Patrioten zusammenstehen. Deswegen habe ich mich vehement gegen die Außschließeritis im Falle Jessica Bießmann und anderer gewendet, und das gilt umgekehrt natürlich auch in diesem Falle bei Alice Weidel. Dass im Windschatten der etablierten Schmutzkampagne nun parteiinterne Weidel-Kritiker wie etwa der baden-württembergische Landeschef Ralf Özkara auch in die Rücktrittsrufe einstimmen, halte ich für einen peinlichen Fauxpas. Mit dem Gegner darf man sich nie gemein machen. Deswegen: Solidarität mit Alice Weidel, Jessica Bießmann und allen anderen vom Regime Verleumdeten!

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel