Was treibt hunderttausende Menschen in Frankreich auf die Straße? Edouard Husson, Professor für die Geschichte der internationalen Beziehungen, hat die Motivation hinter den neuen Demonstrationen ausführlich analysiert. Überall in Europa brodelt es: Passend zur allgemeinen Wendestimmung liefert COMPACT jetzt den Schmuckrahmen mit gleich vier hochwertigen Silbermedaillen im Komplett-Set – mit Reichstagsmedaille. Patriotismus pur! Hier ansehen.

    Edouard Husson war von 2009 bis 2010Berater des französischen Bildungsministers Luc Chatel (UMP) und Generalsekretär des Council for the Development of Humanities and Social Sciences. Ab 2010 war er Vice-Chancelier der Paris Universitas. Er ist Professor für die Geschichte der internationalen Beziehungen an der Université de Picardie Jules Verne in Amiens. 2012 referierte Husson auf der COMPACT-Souveränitätskonferenz.

    Bezugnehmend auf das Video einer verzweifelten Frau mit Namen Martine, die ihre Gründe für die Beteiligung an den französischen Massenprotesten erklärt und die soziale Benachteiligung und Ungerechtigkeit, die sie mit 68 Jahren erfährt, betont, ordnet Husson die französischen Proteste ein.

    Edouard Husson auf der COMPACT-Souveränitätskonferenz 2012 mit einer Rede über Charles De Gaulle. Links von ihm Jürgen Elsässer und der Schriftsteller Rolf Stolz. Foto: COMPACT/SvM

    Nachfolgend dokumentiert COMPACT die lesenswerte Analyse in voller Länger:

    Was sich in Frankreich abspielt, ist das Entstehen einer antiglobalistischen Bewegung, die darauf abzielt, eine Gesellschaft wiederaufzubauen, welche durch ein halbes Jahrhundert der Unterwerfung unserer Führungseliten unter die Parolen des Neoliberalismus zerstört wurde.

    Martines Video ist wunderbar, denn es – wie schon so viele andere zuvor – ein Plädoyer für die Solidarität zwischen den Generationen.

    (Offensichtlich beunruhigt dies die Mächtigen; so kursierte etwa ein KI-generiertes Video, in dem „Kriminelle“ angeblich ein älteres Ehepaar ausraubten.)

    Margaret Thatcher ist berühmt für ihren Ausspruch: „Es gibt keine Gesellschaft!“ – Nun, doch, die gibt es sehr wohl!

    Wir haben gesehen, wie sich Ende September anlässlich des Papstbesuchs eine Million Menschen versammelten.
    Wir haben am 17. Oktober eine Million Menschen gesehen, die demonstrierten und ihrem Aufruhr Ausdruck verliehen.

    Für mich gibt es nur eine französische Gesellschaft, die sich dem Zwangskorsett des Globalismus verweigert. Ihr gegenüber steht eine Minderheit Privilegierter – Profiteure der Globalisierung –, die den Staat instrumentalisieren, um ihre Rolle beim Ausverkauf des französischen Erbes und Kapitals zu sichern, während sie sich ganz nebenbei Provisionen in die eigene Tasche stecken.

    Wenn Sie von den überwiegend friedlichen Demonstranten sprechen, dann müssen Sie auch anerkennen, dass die Grenze zu den gewalttätigen Akteuren verschwommen ist – denn die Arroganz der französischen Globalisierungs-Profiteure ist eine tägliche Provokation.

    Und wenn Sie von den Unruhestiftern sprechen, dann müssen Sie auch anerkennen, dass es neben den Vandalen eine Polizei gibt, die so gut wie jeden republikanischen Geist verloren hat – denn kaum jemand in ihren Reihen weigert sich, ungerechte Befehle auszuführen.
    Das Land ist gespalten, doch nach mehr staatlicher Gewalt und Unterdrückung zu rufen, ist fruchtlos – ja, sogar gefährlich.
    Genauso illusorisch wäre es, die bestehenden Risse zu ignorieren.

    Wir müssen über die Verbrüderung der Generationen sprechen – über das Zusammenfinden von Studierenden und Schülern aus den Innenstädten mit den Jugendlichen aus den Vororten. Lasst uns auf diesen gemeinsamen Energien aufbauen.

    Wir müssen uns der Bedeutung des Zusammenkommens aller sozialen Bewegungen und Aufstände bewusst werden, die die Ära Macron geprägt haben – ein Prozess, der am 17. Oktober seinen Ausdruck findet.

    Wir müssen der Versuchung zur Gewalt widerstehen; sie ist eine tückische Falle, die eine in die Enge getriebene Macht einem aufbegehrenden Volk stellt.

    Wir beobachten das Entstehen einer „Partei der Ordnung“, die im Grunde den Macronismus dem Chaos vorzieht.

    Die große Gefahr der kommenden Wochen und Monate besteht darin, dass der in die Enge getriebene Macronismus rechte Kräfte als „nützliche Idioten“ für seine „Partei der Ordnung“ instrumentalisiert – und gleichzeitig jenen Teil Frankreichs, der sich ihm entgegenstellt, in eine Gewalt treibt, die wiederum eine noch härtere Unterdrückung nach sich ziehen wird.

    Dieses perfide Spiel eines Präsidenten, der den Boden unter den Füßen verliert, muss entschlossen bekämpft werden – durch ein Bündnis all jener Menschen in Frankreich, die eine Revolution anstreben, die zugleich friedlich und radikal ist.

    Für ein solches Bündnis dürfen Kategorien wie „rechts“ oder „links“ keine Rolle mehr spielen.

    In diesem Bündnis haben ethnokulturelle Wahnvorstellungen keinen Platz. Frankreich ist das Land großer politischer und sozialer Kämpfe!

    Frankreich ist so beschaffen, dass in unserer Geschichte der Kampf an der Seite unterdrückter Völker untrennbar mit dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit im eigenen Land verbunden ist – ebenso wie mit der Freiheit eines jeden Einzelnen, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

    Was Martine uns in diesem Video vermittelt, ist dies: Was wir verloren haben, weil wir zugelassen haben, dass die Mächtigen uns gegeneinander ausspielen, können wir zurückgewinnen – indem wir zusammenstehen, einander integrieren und auf das Beste in unseren Mitbürgern setzen.

    Überall in Europa werden die sozialen Ungerechtigkeiten immer sichtbarer und führen zu Protesten. Passend zur allgemeinen Wendestimmung liefert COMPACT jetzt den Schmuckrahmen mit gleich vier hochwertigen Silbermedaillen im Komplett-Set – mit Reichstagsmedaille. Patriotismus pur! Hier ansehen.

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