Die AfD ist gemäß Umfragen die stärkste Kraft im Land, im Bundestag stellt sie die zweitstärkste Fraktion. Im zur Neutralität verpflichteten öffentlich-rechtlichen Fernsehen kommen ihre Vertreter kaum zu Wort. Eine Gegenöffentlichkeit muss her. Wir empfehlen, auch als Geschenkidee: „101 Gründe, AfD zu wählen“. Hier mehr erfahren.

    Ganze 21 Einladungen in zehn Monaten: Während Union und SPD die Talkshow-Runden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dominieren, kommt die zweitstärkste Kraft im Bundestag kaum zu Wort. Eine Auswertung von Apollo News wirft erneut Fragen nach der politischen Ausgewogenheit der reichweitenstarken TV-Formate auf.

    Beschämende Benachteiligung

    Die politischen Talkshows des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bilden weiterhin nur eingeschränkt die tatsächlichen Kräfteverhältnisse im Deutschen Bundestag ab. Obwohl die AfD bei der vergangenen Bundestagswahl 20,8 Prozent der Stimmen erhielt und damit zur zweitstärksten politischen Kraft aufstieg, bleibt ihre Präsenz in den großen Diskussionssendungen beschämend gering.

    In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden AfD-Politiker in den fünf großen öffentlich-rechtlichen Talkshows insgesamt lediglich 21-mal eingeladen. Das entspricht gerade einmal 6,2 Prozent aller 340 Politikerauftritte in diesem Zeitraum. Die Partei ist damit deutlich seltener vertreten, als es ihr Wahlergebnis und ihre parlamentarische Bedeutung erwarten ließen. Die AfD liegt bundesweit derzeit etwa bei 30 Prozent, im Osten der Republik bei 40.

    Parallelwelt: AfD 6,2 Prozent, Union 42,4 Prozent

    Ein Blick auf die Verteilung der Gäste macht das Ungleichgewicht besonders deutlich. Die Unionsparteien CDU und CSU kamen zusammen auf 144 Einladungen. Das entspricht einem Anteil von 42,4 Prozent und damit mehr als zwei Fünfteln aller Politikerauftritte. Die SPD folgte mit 91 Gästen beziehungsweise 26,8 Prozent. Auch die Grünen waren mit 35 Auftritten (10,3 Prozent) deutlich häufiger vertreten als die AfD. Die Linke brachte es auf 25 Einladungen und einen Anteil von 7,4 Prozent.

    Damit lag die AfD nicht nur weit hinter Union und SPD, sondern auch hinter den Grünen und knapp hinter der Linken. Lediglich die FDP mit elf Auftritten (3,2 Prozent) und das BSW mit sieben Auftritten (2,1 Prozent) wurden noch seltener berücksichtigt. Sechs weitere Gäste gehörten anderen Parteien an.

    Die Zahlen werfen eine grundsätzliche Frage auf: Nach welchen Maßstäben entscheiden die Redaktionen darüber, welche politischen Vertreter ihre Positionen einem Millionenpublikum präsentieren dürfen? Wahlergebnisse und parlamentarische Stärke sind wesentliche Kriterien für gesellschaftliche Relevanz. Insofern ist die mangelhafte Beteiligungsmöglichkeit von AfD-Vertreten an den Talk-Formaten nicht zu rechtfertigen.

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