Alles Müller oder was? Der Schweizer Comedian Mike Müller erklärte alle AfD-Wähler zu Nazis. Darum hat ihn Peter Müller, Sohn von Molkerei-Unternehmer Theo Müller, angezeigt. Der Osten bleibt stabil! Unsere neue Silbermedaille «Ostdeutschland – Die Hoffnung» würdigt den Widerstand. Hier mehr erfahren.

    Nach dem herausragenden AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt postete der Schweizer Komiker Mike Müller wegen der immer lauter werdenden Rücktrittsforderungen an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X:

    «Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines achtzig Mio.-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll.»

    Unabhängig davon, dass in Sachsen-Anhalt keine Million Menschen die AfD gewählt haben – es waren 576.037 Zweitstimmen –, kassierte der Anti-AfD-Hetzer aus der Schweiz dafür eine Anzeige – und zwar von Peter Müller, dem Sohn von Molkerei-König Theo Müller (Müllermilch).

    Müller junior erklärte:

    «Ich finde es schockierend, wie Mike Müller die Wähler einer demokratischen Partei pauschal mit den schlimmsten Verbrechern der deutschen Geschichte gleichsetzt».

    Peter Müller sprach von einer «Relativierung der historischen Verbrechen des Nationalsozialismus».

    Müllermilch und Alice Weidel

    Mike Müllers Reaktion auf die Müller Anzeige spricht Bände: «Es ist Wasser auf die Mühlen der SVP [Schweizerische Volkspartei], wenn es Ausländer gibt, die sich schlecht benehmen». Ein bisschen ruderte er trotzdem zurück, indem er erklärte, er meine nicht einzelne Personen, wenn er von Nazis spreche. Der Komiker versteckte er sich hinter der billigen Ausrede, dass die AfD in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werde.

    Anzeigenerstatter Peter Müller ist bekennender AfD-Wähler, sein Vater Theo ist mit AfD-Chefin Alice Weidel befreundet. Dem Handelsblatt erklärte der Unternehmer 2023: «Bei den Gesprächen mit Frau Dr. Weidel galt mein Interesse dem Programm der AfD sowie ihrer persönlichen Ansicht zur aktuellen Politik.» Für NS-Ideologie habe er «nicht den geringsten Anhaltspunkt» gefunden. Das wäre für ihn ein «absolutes No-Go».

    Das Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt nannte Theo Müller einen «Glücksfall». Im Gespräch mit der Welt am Sonntag sagte er, er habe Alice Weidel sofort gratuliert. Strafrechtlich dürfte die Anzeige seines Sohnes indes wenig Aussicht haben, weil Mike Müller keine konkreten Personen beim Namen genannt hat.

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