Die Geduldeten-Zahl schießt nach oben. Dabei ist die Situation schon schlimm genug: Auf 440 Seiten liefern wir im Paket «Asyl-Invasion» zum Angebotspreis von 14,99 Euro (statt 38,40 Euro ) alle Hintergründe zur Migrations-Problematik. Hier mehr erfahren. 

    Nach drei Jahren scheinbarer Entspannung ist Schluss mit der Beruhigungspille. Ende September 2026 lebten wieder 200.601 Menschen mit Duldung in Deutschland. Das sind rund 9.600 mehr als zum Jahresende 2025. Gleichzeitig galten 256.873 Personen als ausreisepflichtig. Die Zahl steigt also wieder, und zwar spürbar.

    Schon 2023 konstatierte sogar der Spiegel nüchtern:

    «Entgegen der von der Ampelregierung angekündigten ‚Rückführungsoffensive‘ steigt die Zahl der Abschiebungen kaum. Das geht aus einer internen Auflistung der Bundesbehörden hervor. Demnach wurden im ersten Vierteljahr 2023 rund 3.560 Migrantinnen und Migranten ohne Bleiberecht abgeschoben. (…) Derzeit sind rund 300.000 Ausländer in Deutschland ausreisepflichtig, rund 80 Prozent von ihnen sind jedoch geduldet.»

    An diesem grundsätzlichen Problem hat sich bis heute wenig geändert. Zum 30. Juni 2026 lebten in Deutschland 258.845 ausreisepflichtige Personen. Knapp 60 Prozent von ihnen waren abgelehnte Asylbewerber.

    Geduldete sind Menschen, deren Abschiebung aus Deutschland vorübergehend ausgesetzt ist und, die keine Aufenthaltserlaubnis besitzen. Die Behörden stellen eine Duldung aus, wenn die Abschiebung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen vorübergehend nicht möglich ist – etwa weil Papiere fehlen, eine Erkrankung vorliegt, familiäre Bindungen bestehen oder das Herkunftsland die Aufnahme verweigert.

    Die Duldung ist stets befristet, wird in der Praxis jedoch häufig verlängert, manchmal über Jahre. Auf dem Papier bleiben sie rechtlich verpflichtet, Deutschland zu verlassen, sobald die Abschiebung möglich wird.

    Der Abschiebestau wächst

    Der vorübergehende Rückgang der Zahlen war das Ergebnis eines politischen Instruments der Ampel-Koalition. Das sogenannte Chancenaufenthaltsrecht, das Ende 2022 in Kraft trat und drei Jahre galt, holte langjährig Geduldete vorübergehend aus der Statistik.

    Wer sich zum Stichtag 31. Oktober 2022 bereits seit mindestens fünf Jahren geduldet, gestattet oder mit Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aufhielt, bekam eine Aufenthaltserlaubnis auf Probe. Nicht allen gelang der Übergang in einen dauerhaften Titel, manchen wurde danach wieder nur eine Duldung oder eine Ausreisepflicht erteilt.

    Mit dem Auslaufen der Regelung steigt die Zahl nun wieder spürbar. Der Abschiebestau wächst, weil der Wille fehlt, Ausreisepflichtige tatsächlich zurückzuführen. Weitere Ursachen sind rechtliche Hindernisse, die fehlende oder unzureichende Kooperationsbereitschaft vieler Herkunftsländer sowie begrenzte Kapazitäten bei der Durchführung.

    Allein im laufenden Jahr erhielten rund 45.000 Menschen erstmals eine Duldung, darunter etwa 13.460 Minderjährige. Ausbildungs- und Beschäftigungsduldungen bleiben die große Ausnahme. Im Ausländerzentralregister waren zum Stichtag lediglich 402 Ausbildungsduldungen und 17 Beschäftigungsduldungen vermerkt. Also kein Vergleich zu denen, die nicht arbeiten. Die allermeisten Geduldeten leben also weiterhin in einem unsicheren Status, aber auf Kosten der Steuerzahler.

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