Es ist in der Szene DIE Meldung des Tages: Henry A., über viele Jahre ein führender Antifa-Anhänger aus Connewitz, ist tot. Der Mann, der sich zuletzt im Hammerbanden-Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden verantworten musste, verstarb am Samstag (24. Oktober 2026). Mit ihm verliert auch die linksextreme Fanszene von Chemie Leipzig einen wichtigen Vertreter. COMPACT hat die Personalie A. schon vor mehr als einem halben Jahrzehnt näher analysiert. Wie wichtig das genaue Hinsehen ist, zeigt Gerhard Wisnewski, Autor des Klassikers „Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen 2026“, der in seinem Buch ebenfalls aufzeigt, was der Mainstream verschweigen will. Hier mehr erfahren.
„Wir trauern um unseren früheren Vorstand und Aufsichtsrat Henry Aulich, der heute Nacht im Alter von 38 Jahren verstorben ist. Henry Aulich wurde im Jahr 2011 in den Aufsichtsrat der BSG Chemie Leipzig gewählt, von 2012 bis 2015 war er Mitglied des Vorstandes. In dieser Zeit hat er sich um Chemie sehr verdient gemacht und die positive Entwicklung des Vereins maßgeblich mitgestaltet“ – diese Meldung veröffentlichte der Fußball-Verein Chemie Leipzig, berüchtigt für seine linksextremen Fans, am Samstag auf der offiziellen Vereinsseite. Was in dem Nachruf unerwähnt bleibt: Während A., auch unter seinem Spitznamen „Aule“ bekannt, Teil des Vereinsvorstands gewesen war, führte die sächsische Generalstaatsanwaltschaft bereits Ermittlungen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, er soll sich mit anderen Chemie-Fans zu einer gewalttätigen Gruppe Antifa-Ultras zusammengeschlossen haben. Zwar musste das damalige Verfahren eingestellt werden, trotz aufwendiger Ermittlungen reichte die Beweislast nicht für eine Anklage, so dass bis heute formell die Unschuldsvermutung gilt, doch spätestens ab diesem Zeitpunkt stand A. im Visier der Behörden. Und der patriotischen Öffentlichkeit.

COMPACT entdeckte Spur zur Hammerbande
Als 2020 – mit der Festnahme von Lina E. – das Entstehen der berüchtigten Hammerbande bekannt wurde, waren es COMPACT-Recherchen, die erstmals Indizien für eine Nähe von Henry A. zum militanten Schlägertrupp, dem europaweit Überfälle auf politische Gegner zur Last gelegt werden, aufdeckte. Die Enthüllungen waren seinerzeit so investigativ, dass sogar – was freilich völlig abwegig war – eine Zusammenarbeit zwischen COMPACT und der SOKO Linx, einer Spezialeinheit zur Bekämpfung militanter Antifa-Strukturen, vermutet wurde. Die Taz schrieb dazu im Herbst 2021:
„Ende April erfolgten Durchsuchungen im Leipziger Stadtteil Connewitz gegen fünf Beschuldigte. Nur einen Tag später berichtete erneut COMPACT dazu ‚exklusiv‘ Ermittlungsinterna. Als erstes nannte es Henry A. als Beschuldigten, seine Arbeitsstelle bei der Stadtverwaltung und die Dauer der Razzia. Wenige Wochen später legte das Magazin nach, veröffentlichte nun auch ein Observationsfoto von Henry A. und interne Polizeiberichte über ihn. (…) Henry A. selbst beklagt eine ‚jahrelange Kampagne‘ gegen sich. ‚Dass das LKA dafür nun offenbar mit dem rechten COMPACT paktiert, ist unfassbar‘, sagte er der Taz.“
Später, als sich der Antifa-Aussteiger Johannes D. den Behörden anvertraute, nahmen die Ermittlungen Fahrt auf und es gab mehrere Hausdurchsuchungen bei A., der zunächst trotzdem weiter Mitarbeiter der Stadt Leipzig bleiben konnte. Danach folgte jedoch endlich die Anklage der Generalbundesanwaltschaft zum Oberlandesgericht Dresden. Wo er sich zuletzt an mehr als 50 Prozesstagen neben dem Antifa-Anführer Johann Guntermann wegen Unterstützung der Hammerbande verantworten musste. A. wurde dabei u.a. die Beteiligung an einem Überfall in Wurzen vorgeworfen, bei dem Rückreisende einer Trauerveranstaltung in Dresden von vermummten Schlägern überfallen und schwer verletzt wurden.
Selbstmordversuch im August 2026
Was letztendlich den Ausschlag für den Selbstmordversuch, den A. am 15. August 2026 beging, als er sich vor eine Leipziger S-Bahn warf, gegeben haben mag, ist bis heute unklar. Vor allem das Verfahren vor dem Oberlandesgericht soll dem Linksextremisten schwer zugesetzt haben, zeitweilig befand er sich bereits in einer Therapie, mit der er hoffte, eine Abtrennung seines Prozesses zu erreichen. Doch das Gericht ließ sich nicht darauf ein und verhandelte weiter, denn psychische Probleme sind in aller Regel kein Grund für Verhandlungsunfähigkeit oder gar eine Abtrennung, die dazu geführt hätte, dass erst in mehreren Jahren eine erneute Verhandlung gegen A. angestanden hätte, mit noch schwieriger Beweisaufklärung.
Erst nach dem Suizidversuch, bei dem A. so schwer verletzt wurde, dass er bis zu seinem Tod im Koma lag, war die Verhandlungsunfähigkeit erwiesen. Mit seinem Versterben wird die Akte nun geschlossen, eine Verurteilung wird es nicht mehr geben. Nach mehr als einem Jahrzehnt dauerhafter Ermittlungen, bei denen jetzt erstmals eine erhebliche Verurteilung von Aulich möglich erschien, werden die Akten geschlossen. Übrig bleibt das traurige Ende eines Lebens, das durch die linksextreme Szene zerstört wurde: Radikalisierung, Gewalt, Lebenskrisen, Gerichtsprozesse – es war zu viel. Ob eine frühzeitige Ausstiegsberatung für Antifa-Anhänger hätte helfen können, dem Connewitzer neue Lebensperspektiven zu verschaffen, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass A. sich zu Lebzeiten zahlreiche Feinde gemacht hat.
Feindbild rechter Lok-Fans
Als vor einer Woche beim Stadtderby der 1. FC Lokomotive Leipzig, unter dessen Anhängerschaft vergleichsweise viele Patrioten und rechtsgerichtete Fans zu finden sind, die verhassten Chemiker im Bruno-Plache-Stadion empfing, präsentierten die Lokisten ein Banner in Richtung der Gästefans. „Henry A., es war Lok“ hieß es darauf bewusst doppeldeutig in Richtung des damals, nachdem er sich – wie erwähnt – vor einen Zug (Lokomotive) warf, noch um sein Leben kämpfenden A.. Genau eine Woche später war es vorbei.

Henry A. ist tot, doch die Strukturen der Hammerbande sind noch immer nicht gänzlich ausgehoben. Wie wichtig das genaue Hinsehen ist, zeigt auch Gerhard Wisnewski, Autor des Klassikers „Verheimlicht – Vertuscht – Vergessen 2026“, der in seinem Buch ebenfalls aufzeigt, was der Mainstream verschweigen will. Jetzt bestellen!





