Zwei Männer und ein Rohr – Putin, Schröder und die böse Pipeline

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Altkanzler Gerhard Schröder wird an den Pranger gestellt, weil er mit dem Segen Wladimir Putins den Aufsichtsratsvorsitz des Ölriesen Rosneft übernommen hat. Zugleich torpediert eine transatlantische Allianz das wichtigste deutsch-russische Gasprojekt der letzten Jahrzehnte. 

_ von Sven Reuth

Dieser Artikel erschien zuerst in COMPACT-Magazin Ausgabe 11/2017: Sprengsatz Jamaika – die unmögliche Koalition. Hier bestellen oder gleich abonnieren.

Schröder war gut drauf an jenem 8. September 2005, obwohl die Umfragen für die zehn Tage später stattfindende Bundestagswahl eher mau waren. «Hier sitzt ja meine Wählerinitiative», feixte er beim Mittagessen mit den Chefs des russischen Megakonzerns Gazprom sowie der deutschen Unternehmen Eon und BASF im Berliner Interconti-Hotel. Dann wurde es feierlich. Im Beisein des russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichneten die Firmenvertreter die Vereinbarung zum Bau der Erdgas-

Pipeline Nord Stream. Der Kanzler sprach von einer «wahrhaft historischen Qualität», denn die Leitung sichere Deutschland «in direkter Partnerschaft mit Russland große Teile seiner Energieversorgung auf
Jahrzehnte». Nord Stream war ein Meilenstein: Die 1.224 Kilometer lange Pipeline transportiert seit 2011 pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Gas von Wyborg in Karelien durch die Ostsee bis nach Lubmin bei Greifswald–und umgeht damit Transitländer wie Polen und die Ukraine. Eigentümer der Leitung ist die Nord Stream AG, an der Gazprom mit 51 Prozent, die BASF-Tochter Wintershall und Eon-Ruhrgas mit jeweils 15,5 Prozent sowie die niederländische Gasunie und die französische GDF Suez mit jeweils neun Prozent beteiligt sind.

Um noch mehr Erdgas aus Russland nach Deutschland pumpen zu können, wurde 2015 mit der New European Pipeline AG eine weitere Projektgesellschaft gegründet, die Nord Stream 2 realisieren soll. An dem Joint Venture waren neben Gazprom mit 50 Prozent ursprünglich auch die westeuropäischen Energieunternehmen Eon, BASF/Wintershall, Royal Dutch Shell, OMV und Engie mit jeweils zehn Prozent beteiligt. Doch nachdem die polnische Wettbewerbsbehörde in einem Kartellverfahren Einspruch gegen diesen Zusammenschluss erhoben hatte, zogen sich die fünf westlichen Partner zurück, so dass Gazprom inzwischen alleiniger Gesellschafter ist. Nord Stream 2 soll mit zwei weiteren Röhren parallel zu der bestehenden Ostsee-Pipeline verlaufen. Aufsichtsratsvorsitzender der New European Pipeline AG ist Altkanzler Schröder, der auch als Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG amtiert.


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Erdgas für den Klassenfeind

Auch wenn ihn sein Vorvorgänger Helmut Schmidt für den Erdgas-Deal 2005 kritisierte – Schröder hatte genau den richtigen Riecher. Unter der Ägide Putins wurde Russland zu einem Tiger, der bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2009 jedes Jahr um mehr als sieben Prozent wuchs und in den Kreis der großen Weltwirtschaftsmächte zurückfand. Das Potenzial hätte eigentlich auch Schmidt richtig einschätzen müssen, denn schon zu den Zeiten seiner Kanzlerschaft war die alte Bundesrepublik energiepolitisch aufs Engste mit der Sowjetunion verbunden. Noch in den 1950er Jahren hatte der legendäre Krupp-Manager Berthold Beitz erste Fühler nach Moskau ausgestreckt und ein Tauschgeschäft «Rohre gegen Erdgas» angebahnt.

Der geplante Osthandel konnte nur mit Mühe von den USA ausgebremst werden, die im Jahr 1963 über den NATO-Rat ein gegen die Sowjets gerichtetes Embargo für Großröhren initiierten. Am Ende baute der Ostblock mit Unterstützung der DDR die Pipeline Druschba (Freundschaft) – und noch heute transportiert diese Öl bis nach Schwedt an der Oder. In Zeiten der Entspannungspolitik waren wieder Kooperationen Moskaus mit Westdeutschland möglich. Auf der Hannover-Messe im Mai 1969 plauderten SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller und der sowjetische Außenhandelsminister Nikolai Patolitschew über gigantische Gasfunde in Westsibirien und dachten nochmal über die sechs Jahre zuvor auf Eis gelegten Tauschgeschäfte nach.

Schon neun Monate später übernahm ein deutsches Bankenkonsortium die Vorfinanzierung von 1,2 Millionen Tonnen Großröhren, die der Mannesmann-Konzern in die Sowjetunion liefern sollte. Im Oktober 1973 wurde dann das erste Gas geliefert. Die Russen erfüllten ihre Verpflichtungen gegenüber der Bundesrepublik eisern – wenn es Engpässe gab, hatten zuerst die sozialistischen Bruderländer das Nachsehen: Während der Ölkrise 1979 ließ ein erboster Erich Honecker dem sowjetischen Machthaber Leonid Breschnew angeblich die Frage übermitteln, warum er «wegen zwei Millionen Tonnen Erdöl die Existenz der DDR aufs Spiel setzen» wolle.

Westdeutschland war hingegen in den 1970er Jahren bestrebt, das Geschäft mit den sowjetischen Partnern auszubauen, und verhandelte schon über den Bau einer weiteren Pipeline, die Gas von der arktischen Halbinsel Jamal ins bayerische Waidhaus an der Grenze zur damaligen Tschechoslowakei transportieren sollte. US Präsident Ronald Reagan versuchte, das Projekt über ein neues Embargo zu verhindern – doch dann brach der  Ostblock zusammen und die Knöpfe wurden auf Reset gestellt.

Störfeuer aus Washington

Die deutsch russischen Erdgas-Pipelines sollten stets, auch im Dienste der Friedenspolitik, das europäische Haus gen Osten erweitern – und werden deshalb von Transatlantikern jedweder Couleur nach wie vor erbittert bekämpft. Auch Nord Stream 2 soll Teil eines zukunftsorientierten eurasischen Energienetzes werden. Und einmal mehr funken Moskaus Rivalen dazwischen. Vor allem auf Druck Polens und der baltischen Länder versuchte die EU lange Zeit, die Erweiterung der Energietrasse durch die Ostsee zu verhindern. Angeblich sei Nord Stream 2 nicht mit den Zielen der Energieunion vereinbar.

Nachdem die rechtlichen Bedenken beiseitegeschoben werden konnten und dann doch grünes Licht aus Brüssel kam, versuchen nun Schweden und Dänemark im Alleingang, das Projekt zu torpedieren. Unterstützung für die skandinavischen Quertreiber kommt aus Washington, wo man gerade erst gegen den erklärten Willen von Präsident Donald Trump die Sanktionen gegen Moskau verschärft hat. Das betrifft auch die Erweiterung der Ostsee-Pipeline. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vermeldete dazu: «Die amerikanische Außenpolitik hat schon lange schwere Bedenken gegen die Pipeline und warb bereits unter Präsident Barack Obama dafür, sie nicht zu genehmigen.

Grafik: COMPACT (c)

Aus amerikanischer Sicht verstärkt sie die Abhängigkeit der EU von Russland und schwächt ihre wichtigen Partner Polen und Ukraine, die in Washington eine starke Lobby haben.» Hinzu komme «das wirtschaftliche Bestreben der Vereinigten Staaten, Exporteur von Energierohstoffen einschließlich Flüssiggas zu werden». Selten hätten «amerikanische Gesetzgeber so deutlich formuliert, dass ihnen nationale kommerzielle Interessen wichtiger sind als eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Europäischen Union», so die FAZ.

Grünes Großmaul

Da dürfen natürlich die notorischen Russlandfeinde aus der Bunten Republik nicht fehlen. So erklärte der grüne EU-Parlamentarier Reinhard Bütikofer, Kuratoriumsmitglied beim Berliner Ableger der US-Denkfabrik Aspen Institute, kürzlich bei einem Landesparteitag in Greifswald, dass es auf europäischer Ebene angeblich keine Mehrheit für Nord Stream 2 gebe. Um das Energieprojekt zu verhindern, arbeite man schon daran, Deutschland das Verhandlungsmandat zu entziehen und stattdessen Brüssel alle Vollmachten zu erteilen.

Im völligen Gegensatz zu dieser mit großmäuliger Verve vorgetragenen Behauptung steht allerdings ein Gutachten des juristischen Dienstes des Europäischen Rates, in dem festgestellt wird, dass die Union keine Kompetenz hat, anstelle ihrer Mitgliedstaaten über das Projekt mit Moskau zu konferieren. Schon die energiepolitische Sprecherin der EU-Kommission, Anna-Kaisa Itkonen, hatte der dänischen Tageszeitung Politiken unumwunden gesagt: «Wir mögen Nord Stream 2 politisch nicht.» Es gebe nur keine rechtliche Handhabe dagegen.

In der momentan aufgeheizten antirussischen Stimmung wirkte die Wahl Schröders zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden von Rosneft Ende September wie ein Stich ins Wespennest. Die Bild-Zeitung titelte reißerisch: «Schämen Sie sich, Herr Schröder!» – und beschuldigte den Altkanzler «Putins blutiges Geld» zu kassieren. Spätestens hier dürfte jedem kritischen Leser auffallen, wie verdreht die Maßstäbe in Deutschland mittlerweile sind. Während Schröder die Partnerschaft mit Russland ein Herzensanliegen ist, das er schon als Kanzler verfolgte, erwägt die Front der Putin-Hasser jeden erdenklichen Rechtsbruch, um ein fast schon fertiggestelltes und mit Milliardensummen finanziertes Großprojekt der eurasischen Energie-Infrastruktur zu Fall zu bringen. Der Sozi wird ein dickes Fell benötigen, um in diesem erbittert geführten Energiekrieg zu bestehen.

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20 Kommentare

  1. Als wäre Schröder der einzigste der nach seiner Politikerkarriere einen gut bezahlten Job erhalten hätte.
    Die Kritik aus gewissen Kreisen ist einfach nur lächerlich und doppelzüngig.
    Wo ist die moralische Entrüstung über den grünen Rezzo Schlauch (u.a. EnBW, Goldgas LNB) oder J. Fischer (RWE , BMW und OMV Gas).

  2. Jeder hasst die Antifa am

    Da Gasprom Putins Gas nach Deutschland liefert und unseren Politikern das nicht passt, würde ich den Verein Schalke 04 vorschlagen sofort den Sponsor zu wechseln-man trägt doch nicht den Feind als Brustsponsor oder hört beim Geld die Solidarität auf

  3. Karl Blomquist am

    Die Russland-Sanktionen:
    Königin Stiefmutter versperrt Deutschland den Ausweg

    • 2014: Ukraine-Putsch und Merkels Wirken gegen Russland: die Russland-Sanktionen.
    • 2015: Auf den ersten Blick absurd: denn die Russlandsanktionen schaden Deutschland – doch Merkel droht deren Verlängerung an.
    Warum handelt Merkel so? Erklärtes Ziel der USA ist es seit 1871, eine deutsch-russischen Allianz oder Zusammenarbeit zu verhindern, und dazu ständig einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben. Gemäß dem US-Regierungsstrategen George Friedman, Leiter des US-Denktanks Stratfor. Und dem kommt die eingeschleuste US-Handpuppe Merkel natürlich nach.
    Resumee: „Merkels Russlandpolitik ist so sehr gegen die Interessen ihre eigenen Volkes gerichtet, dass sich die Frage stellt, wem sie dient. Merkel ist ein kompromittierter Staatschef. Oder, in einem Wort: gekauft.“

    Nur noch 3 Tage Atempause für Deutschland? Königin Stiefmutter will sich nun wählen lassen. Mithilfe eines dreist manipulierten SPD-Mitgliedervotums, um dem Volk ihre vergiftete Apfelhälfte reinzuwürgen. Liebe CDU-Klatschhäschen, CSU-Bettvorleger, SPD-Transatlantiker: Wollt ihr dafür wirklich die Verantwortung übernehmen?

  4. Polen ist über Northsttream2 verärgert, und war es auch vorher schon über Northstream1, weil sie nicht über ihr Land gehen, sondern durch internationale Gewässer und Polen somit keine Durchleitungsgebühren kassieren kann.
    Korrupte polnische Politiker! Und beste US-Vasallen. 🙁

    • Michael Höntschel am

      Eine sehr weitsichtige Entscheidung. Da kann jetzt auch keiner mal einfach so den Hahn zu drehen, bzw. etwas abzapfen ohne zu bezahlen. Sollte Deutschland je zu einer freunschaftlichen Zusammenarbeit zuück kehren, braucht man auch keine Angst vor Sappotage durch Transitländer fürchten. Ich hoffe, wenigstens das war Schröders Idee.

  5. In der Tat, das war Schröders einzige gute Tat als Kanzler der BRD. Ansonsten fällt mir zu ihm nichts freundliches oder gar positives ein. Sein völkerrechtswidriges Agieren im Balkan-Konflikt 98/99, seine Agenda-Politik und seine radikale Markt-Liberalisierungspolitik hat alle Schranken des sozialen Ausgleichs, der Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit niedergerissen. Nicht zuletzt hat es die einst so stolze Partei SPD den Status einer Volkspartei gekostet und ihr weiteres Überleben nach 2022 nahezu unmöglich gemacht. Das liegt allerdings auch daran, dass die SPD keinerlei fähiges Personal mehr aufbieten kann und aus Angst vor dem unausweichlichem Ende zu einem Merkel-Klatschverein mutiert ist. Tja, auch Dinos leben nun einmal nicht ewig. Machts gut ihr “Genossen“!

  6. Michael Theren am

    wenigstens im Gasbereich haben Deutschland und Rußland endlich wieder eine gemeinsame Grenze –
    Das Typen wie der Kissingerfreund und EU Former und Umvolker (Rede und Handlung sind nun einmal verschiedene Dinge) Helmut Schmidt in "alternativen" Kreisen weiterhin ein erstaunlich hohes Ansehen genießen, spricht nur für den Erfolg der Desinformation.

  7. Archangela Gabriele am

    Entweder wir werden gefressen von einem immer größer wuchernden Krebsgeschwür, genannt EU, oder wir müssen uns auf eine Zeit ohne Gängelung von außen, in Souveränität mit selbstgesuchten Bündnissen, vorbereiten.

    Der Partner, der sich in der Vergangenheit als der verlässlichste herausgestellt hat, nicht zuletzt, weil er seine Verpflichtungen uns gegenüber immer genauestens erfüllt hat, ist Russland. Deshalb versucht die halbe Welt den Keil zwischen Deutschland und Russland zu erhalten und zu vergrößern. Eine deutsch-russische Allianz (unter Einbeziehung der BRICS) würde die weltpolitische Machtkonstellation so sehr erschüttern, dass die VSA mit ihren Vasallen einpacken könnten.

    • Es gibt nicht wenige, die sagen, genau aus diesem Grund wurde Deutschland in zwei Weltkriege hineingezogen!

      (Hineingezogen! Dass Deutschland den 1. WK nicht begonnen hat, sollte reichlings bekannt sein.)

  8. Wahnsinn,aus der Kernenergie aussteigen,die Kohle absaufen lassen und dann darüber debattieren,ob es "besser" ist von den USA oder Russland abhängig zu sein.

  9. Während einerseits Schröder das Urklientel der SPD auch mit der Zulassung amerikanischer Bankenpraktiken und Steuererleichterungen verriet, hat er doch als positiven Höhepunkt seiner Kanzlerschaft eine Beteiligung am Irakkrieg verhindert. In Abwandlung eines Bismarck-Zitates sind NATO-Kriege amerikanischer Interessen nicht die Knochen eines einzigen deutschen Sodaten wert!
    Die Angloamerikaner leben seit Ende das 19.Jhs. nach der Mackinder-Theorie und wollen eine wirtschaftliche Zusammenarbeit Ds. mit Rußland um jeden Preis verhindern. Wenn Eurasien zu Land zusammenarbeitet, sind die Seemächte außen vor! Eine Rohrleitung, auch unter Wasser, ist Landtransport – dazu braucht es kein Schiff und kann auch damit nicht kontrolliert werden.
    Polen leidet immer noch unter dem Trauma, einst vom Zarenreich besetzt gewesen zu sein und die Ukraine ist kürzlich von den USA "besetzt" worden, Die Beiden sind in dem Punkt also nicht ausschlaggebend für Europa.
    Raus aus der NATO! Raus aus der Westbindung!

    • Michael Höntschel am

      LIVIA, wenn ich richtig informiert bin, ist dies leider nicht so. Es scheint zu stimmen, dass Schröder keine Kampfeinheiten schickte. Aber er soll den bis dahin sehr guten Ruf Deutschlands zur Spionage missbraucht haben. Deutsche Agenten sollen die Ziele in Bagdad markiert haben, die dann von US-Marschflugkörpern zerstört wurden. Gleiches wurde unter Merkel in Afghanistan praktiziert. Dies hat unserem Ruf in der Welt massiven Schäden zugefügt. Schröder ist bis heute eine sehr umstrittene Figur. Ich denke selbst die Pipeline war eher Eigennutz als Dienst am Vaterland. Es gibt ja auch "Verschwörungstheorien" wie er und Fischer an die Macht gekommen sind. Ist da was dran sieht die Sache ganz böse aus (Balkankrieg).

      • Michael Theren am

        selbstverständlich war auch Deutschland auf vielfältige Art am 3. Golfkrieg beteiligt (wie auch am Libyenkrieg), alles andere ist (anscheinend wirksame) Propaganda.

        Geld, Stützpunkte, Spezialkräfte – mehr wollen die Piraten auch nie (der direkte Truppeneinsatz (der Krauts) ist ihnen eher lästig und aufgezwungen, man rede mit Entscheidungsträgern)

    • Ich habe damals, als im Ostblock Aufgewachsener noch ganz Transatlantiker, Schröder dafür verachtet und ihm mangelnde Bündnistreue vorgeworfen. Heute schäme ich mich für diese Fehleinschätzung, kann für mich jedoch verbuchen, daß ich aus meinen irrigen Meinungen gelernt habe.
      Als interessante, humorvolle, bitterböse und durchaus traurigstimmende Lektüre zum Agieren der amerikanischen Ostküste kann ich das Buch von Joachim Fernau "Halleluja, die Geschichte der USA" empfehlen.

  10. Frank Schultz am

    Was der Schröder für einer ist, hat er ja mehrfach bewiesen. Wer des sich erinnerns fähig ist, weiß, was ich meine.

    • Archangela Gabriele am

      Ja, das ist wahr. Er reiht sich als letzter in die Reihe der Großen der SPD ein. Auf einer Ebene mit Willy Brandt, der 1973 die Verschiffung von Rüstungsgütern nach Israel über deutsche Häfen untersagte und mit seinem Kniefall ein Zeichen für Frieden und Versönung setzte, über Helmut Schmidt, der dem Terrorismus die Stirn bot und mit dem Nato-Doppelbeschluss das Ende der kommunistischen Knechtschaft im Ostblock einläutete, gehört Schröder mit seiner Annäherung an das neue Russland und dem in-die-Schranken-weisen der kriegslüsternen Grünen, als letzter Kanzler mit Rückgrat auf den Heldensockel.
      Er musste für seine Politik viele Kompromisse eingehen und hat vielleicht einige Zusammenhänge nicht überblickt. Aber wie die anderen beiden Großen der SPD, ist er am Ende durch Manipulation aus dem Amt gejagt worden, was seine patriotische Ausrichtung unterstreicht.

      • Archangela Gabriele am

        Es gibt wenige Politiker dieses Kalibers, Oskar Lafontaine zählt dazu, Sahra Wagenknecht und einige der AfD, die es noch wagen, aufrecht zu stehen.

    • Michael Theren am

      Schröder ist Mafia durch und durch – einzig das die Mafiosi vom alten Schlag heute schon fast anständig wirken…..

      • Harald Kaufmann am

        @Michael Theren,

        So, so und das wissen Sie so genau? Wie jung sind Sie denn? 12,13,14 Lenze?

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