Zucker. Grundnahrungsmittel und Dickmacher – die süße Verführung.

5

Zucker ist als Kohlenhydrat Bestandteil unserer Nahrung. Kohlenhydrate gehören zu den Grundnährstoffen. Kohlenhydrate nehmen wir als Einfach- und Mehrfachzucker zu rd. 50 Prozent mit unserer täglichen Nahrung zu uns. Die zwei wichtigsten Einfachzucker sind Glukose und Fruktose. Was ist an Zucker so gefährlich? Zucker ist der Dreh- und Angelpunkt, der Ursprung der meisten Krankheiten! Er verursacht Entzündungen im Körper und langfristig kann unser Organismus das nicht stemmen. Gibt es Alternativen zum Zucker?

Ich gebe zu, ich habe in der Schule schon immer gestutzt, als es hieß Zucker gehöre zu den Kohlenhydraten und trotzdem unterschied man zwischen Zucker und Kohlenhydraten. Noch erinnerlich dürfte vielen sein, dass man bei der Erklärung von Kohlenhydraten von Einfach-, Mehrfach- und Vielfachzuckern spricht. Kohlenhydrate bestehen also aus Zuckermolekülen, die aber nicht unbedingt süß schmecken müssen. Mit Zucker ist in diesem Artikel vorwiegend der süß schmeckende Zweifachzucker (Disaccharid) gemeint. Die wichtigsten Einfachzucker sind Glukose und Fruktose. Und dann gibt es auch noch den freien Zucker. Damit wird all jener Zucker bezeichnet, der den Nahrungsmitteln zugesetzt wird.

In unseren Breiten besteht die tägliche Ernährung in der Regel zu mind. 50 Prozent aus Kohlenhydraten. Auch, wenn in den letzten Jahren Low Carb aufkommt und damit meint, dass der Anteil an Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung reduziert werden müsse und zwar zugunsten einer protein- und fettreichen Ernährung. Zucker als Kohlenhydrat ist hier am stärksten in die Kritik geraten. Vor allen Dingen geht es dabei um den freien Zucker, der den Nahrungsmitteln extra zugesetzt wird.

Die gesellschaftliche Motivation ist klar. Unsere Gesellschaft altert nicht nur, sondern man konstatiert auch eine steigende Übergewichtigkeit. Als Hauptursache ist neben dem Bewegungsmangel die Ernährungsweise ausgemacht. Dass unsere Art sich zu ernähren stark mit unserer Lebensweise verknüpft ist, darauf konnten wir schon verschiedentlich hinweisen. Ein Hauptfeind unseres Lebens ist der Stress, der sich bei vielen zum Dauerstress entwickelt. Wer unter Stress steht, hat oft Heißhunger auf etwas Süßes.

Ernährungsphysiologisch ist dies auf zweierlei Art zu erklären: Zum einen lässt sich Energie aus Süßem schneller aufschließen, zum anderen schütten wir bei Dauerstress insbesondere das Stresshormon Cortisol aus. Dieses sendet vom Gehirn Alarmsignale aus, dass Energie gebraucht wird. Insbesondere wird signalisiert, dass das Gehirn versorgt werden will. Auch unser Gehirn weiß, dass Zucker ein schneller Energielieferant ist. Also verspüren wir Appetit auf etwas Süßes. Das Fatale daran ist, dass bei Dauerstress der Cortisol-Spiegel ständig erhöht ist und damit eine ständige Gefahr signalisiert wird. Diese Gefahr ist aber in der Regel gar nicht vorhanden, sondern der Stress im Kopf, der sogenannte kognitive Stress benötigt viel weniger Energie als angezeigt. Somit kommt es leicht zu einer Überversorgung mit Energie, die zu Gewichtszunahme führen kann. Unangenehme Folge: Auch der Magnesiumverbrauch erhöht sich bei Stress, was bald die mit einem Mangel verbundenen Folgeerscheinungen spürbar werden lässt. Denn in Zeiten hoher Stressbelastung wird nicht nur mehr Magnesium verbraucht, sondern nicht selten qualitativ weniger hochwertige Nahrung zugeführt, wodurch ein bestehendes Magnesiumdefizit zusätzlich verstärkt wird.

Der erhöhte Bedarf kann dann sehr gut durch Einnahme eines Magnesiumpräparates abgedeckt werden. Dabei ist es sinnvoll, individuelle Ernährungsgewohnheiten zu analysieren, um die ungefähre Aufnahme über die Nahrung bestimmen zu können. Als unproblematisch werden Mengen bis zu 800 mg täglich angesehen, was das Zweieinhalbfache der empfohlenen Tagesdosis darstellt.

Stress ist auch der Taktgeber bei der Auswahl der Nahrungsmittel: schnell muss es gehen und einfach. Keine lange Zubereitungszeit, oft genügt gerade die Fertignahrung oder Fastfood, eben Comfort food. Insbesondere in Chips sind meist auch noch Geschmacksverstärker wie Glutamat enthalten. Glutamat wurde in jüngster Zeit zugeschrieben, dass es das Sättigungsgefühl außer Kraft setzt. Die Reihe der Falschsignale in unserem Gehirn setzt sich so ungehindert fort. Um die Folgen von Stress im Gehirn entgegenzuwirken tut einerseits eine Umstellung der Lebensweise not, zum anderen kann man auch aktiv gegensteuern.

Die Stress vielfach begleitende Übellaunigkeit ist neuesten Erkenntnissen zufolge darauf zurückzuführen, dass die Serotoninproduktion durch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin geschwächt oder gar unterbrochen wird. Das ist besonders fatal, da Serotonin zum stärksten Gegenspieler dieser Stresshormone zählt. Unser „Glückshormon“ fehlt uns dann für viele wichtige Funktionen. Es sorgt für gute Laune und Durchsetzungskraft, es kontrolliert das Essverhalten und den Sexualtrieb, den Schlaf- und Wachrhythmus, und so ganz nebenbei regelt es noch Schmerz- und Temperaturempfinden. Es ist bei allem Denken, Fühlen, Erinnern und Vorstellen beteiligt.

Magnesium Brain - gut fürs Gehirn und gegen Demenz

Herrscht ein Serotonin-Mangel im Gehirn, muss die Produktion wieder angekurbelt werden. Neben den wichtigen B-Vitaminen, Zink und Magnesium fehlt uns für die Serotoninproduktion das L-Tryptophan. Eine Aminosäure, die nicht so leicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Da unser Gehirn listig ist, versucht es uns zu „überreden“. Indem der Appetit auf Süßes signalisiert wird, soll der Insulinspiegel erhöht werden. Denn steigt beim Verzehr von Kohlenhydraten der Blutzuckerspiegel, wird die Insulinproduktion angekurbelt. Das führt dazu – vereinfacht gesagt – dass das Insulin jetzt mit dem Abtransport von Glukose in die Muskulatur beschäftigt ist. L-Tryptophan dagegen kann jetzt ins Gehirn gelangen. Mit einer dann wieder erhöhten Serotoninproduktion werden die Stresshormone wie Cortisol und deren Nebenwirkungen gut bekämpft.

Gibt es guten und bösen Zucker?
Zucker ist Zucker. Als Einfachzucker haben wir Fruktose und Glukose. Was ist mit Honig? Zucker hat viele Namen.
Rund 35 kg Zucker essen die Deutschen pro Jahr und Kopf. Deutlich mehr, als internationale Ernährungsexperten empfehlen. Die Auswirkungen für die Gesellschaft: Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und natürlich Karies.

Eines der großen Probleme im Umgang mit Zucker sind die sich hartnäckig haltenden Mythen. Mal soll Fruktose weniger ungesund sein als Glukose, mal ist Honig der vermeintlich bessere Zucker. Aber das ist alles falsch. Man bündelt inzwischen unter dem Begriff „freier Zucker“ alle Zuckerarten, die Speisen und Getränken zugesetzt werden. Häufig ist den Konsumenten gar nicht klar wie viel Zucker enthalten ist: in 100 g Ketchup stecken rund 22 g Zucker. Ein weiteres Problem mit diesen zugesetzten Zuckern ist die schwierige Dosierbarkeit. So trinkt man ganz einfach eine Dose Limonade. Jedoch vier Äpfel würde niemand essen, weil die Obstfasern sehr satt machen.

Der Irrglaube, dass Fruktose besser sei als Glukose, ist falsch. Beide gehören der Gruppe der Einfachzucker an. Umgangssprachlich wird Glukose als Traubenzucker, Fruktose als Fruchtzucker bezeichnet. Früher glaubte man, dass Fruktose besser für Diabetiker sei, weil dort – im Gegensatz zur Glukose – kein Insulin ausgeschüttet wird. Inzwischen haben Experten Hinweise darauf, dass Fruchtzucker bevorzugt als Bauchfett eingelagert wird, vor allem als Leberfett oder viszeralem Bauchfett. Gerade diesem Bauchfett wird ein gefährliches Eigenleben zugeschrieben.

Auch bei den Ernährungshinweisen hat man inzwischen nachgebessert: Aus den fünf Portionen Obst und Gemüse sind inzwischen höchstens zwei Portionen Obst geworden – den größeren Teil pflanzlicher Ernährung soll Gemüse ausmachen. Denn auch Fruchtzucker aus Obst ist eben Zucker. Ebenso ist auch Honig Zucker, besteht aus energiedichten Kohlenhydraten. Kurz gesagt: Zugesetzter Zucker ist für die Ernährung unnötig. Alles, was wir an Süße zusätzlich essen oder trinken, sollte daher in Maßen geschehen.

Die größte Hürde für Verbraucher sind meist nicht die Limos oder das Eis. Denn dass darin Zucker enthalten ist, wissen wir schließlich. Problematischer wird es bei verarbeiteten Lebensmitteln, bei denen nicht mal ein Blick auf die Zutatenliste klar macht, dass es sich um eine Zuckerbombe handelt. Neben Ketchup steckt besonders viel Zucker auch in löslichem Cappuccino, Cornflakes, Ananas aus der Dose, Tomatensauce und sogar Heringssalat. Wer genau wissen will, wie viel Zucker in einem Lebensmittel verarbeitet wurde, sollte die Inhaltsstoffe genau kontrollieren. Zucker versteckt sich hinter solchen Begriffen wie Saccharose, Dextrose, Raffinose, Glukose, Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup, Stärkesirup, Karamellsirup, Laktose, Maltose oder Malzextrakt, Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin, Süßmolkenpulver, Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt. Noch Fragen?

Nicht mehr als 10 Prozent Zucker
Inzwischen gibt es die Empfehlung, dass die Zufuhr freier Zucker bei nicht mehr als 10 Energieprozent (En%) liegen soll. Dass insbesondere Kinder und Jugendliche diese Werte überschreiten, zeigen jüngste Verzehrstudien. Kinder und Jugendliche konsumieren bis zu 17,5 En%. Um die Zufuhrempfehlung freier Zucker nicht zu überschreiten, müsste die aktuelle Zufuhr um mindestens 25 % gesenkt werden.

Es ist keine Überraschung, dass der größte Anteil an freiem Zucker durch Süßwaren zugeführt wird. An zweiter Stelle liegen dann schon Fruchtsäfte und Limonaden. Besonders fatal: die zuckersüßen Getränke haben keinen Sättigungseffekt. Daher führt ihr Konsum leicht zu einer insgesamt zu hohen Energiezufuhr. Wenn man sich vor Augen führt, dass Zucker zu einem blitzartigen Anstieg des Blutzuckers führt, was wiederum die Insulinproduktion schießen lässt, dann wird gerade durch Süßgetränke das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 erhöht.

Magnesium Vitality stärkt die Lebenskraft und schützt vor Schmerzen

Weniger Zucker ist mehr
Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir auf die Welt kommen, ohne unbedingt auf Süßes geprägt zu sein. Wie manche Mutter stolz berichtet, standen ihre „Kleinen“ früher auf ungesüßten Tee und brauchten auch sonst nichts Süßes. Erst der spätere Kontakt z. B. in Kitas mit der dortigen Versorgung ließ den Hunger auf Süßes entstehen und wachsen. Der Weg andersherum, weg vom Süßen ist ungleich schwieriger. Süßes einzusparen, das genau aber empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) inzwischen, in ihren 2017 aktualisierten „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“. Danach kann, wer stark verarbeitete und zuckergesüßte Lebensmittel selten und maßvoll verzehrt und zuckergesüßte Getränke durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzt, die Zufuhr freier Zucker reduzieren. Kinder sollten sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel sind oft stark zuckerhaltig und deshalb überflüssig. Wer sagt dies eigentlich der Werbeindustrie?
Interessant an diesen Regeln ist, dass die DGE diese 2017 erst überarbeitet hat. Ersatzlos wurde die Warnung vor einem erhöhten Risiko für Übergewicht durch Fett beziehungsweise für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch gesättigte Fettsäuren gestrichen. Ebenso hat sich die DGE entschieden, die Empfehlung für 60 bis 80 Gramm Fett pro Tag ersatzlos zu streichen. Es wird nunmehr auch nicht mehr vor „unsichtbaren“ Fetten in Milchprodukten gewarnt. Das nur am Rande.

Zuckersteuer
In manchen Ländern geht man sogar noch weiter. Eine sogenannte Zuckersteuer soll den Verbrauch von Zucker über den Geldbeutel reduzieren helfen. Auch in Deutschland werden ab 2019 bis 2025 die Zuckergehalte in Fertigprodukten reduziert.

Zuckerkrankheit
Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes, insbesondere an Typ II, was durch eine Insulinresistenz gekennzeichnet ist. In den USA beginnt man damit die Vorsorgeuntersuchungen auf das 25. Lebensjahr vorzuziehen. Diabetes ist die Folge einer ungünstigen Lebens- und Ernährungsweise. Man spricht von „zu süß und von zu wenig Bewegung“. Das ist zwar richtig, doch vergisst man dabei eines: zu magnesiumarm. Genau das aber wäre für Diabetiker und entsprechende Risikogruppen ausschlaggebend, denn der Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und der Entstehung von Diabetes bzw. seiner angeblichen Unheilbarkeit wird immer offensichtlicher.

Diabetiker sollten auf genügend Magnesium in der Nahrung achten bzw. zusätzlich Magnesium zu sich nehmen. Denn Magnesium verbessert die Wirkung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert ganz entscheidend. Magnesium hilft dem Insulin, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Fehlt es an Magnesium, wird mehr Insulin benötigt, um die Glukose in die Zellen zu schleusen. Steigt die Insulinproduktion wird einerseits irgendwann die Bauchspeicheldrüse überfordert und andererseits führt der hohe Insulinspiegel zu einer allmählichen Insulinresistenz der Zellen. Insulin kann dann nicht mehr als Schleuser der Glukose in die Zellen fungieren.

Erhalten Diabetiker zusätzlich Magnesium, kann dies die Wirkung des Insulins verbessern und den Blutzuckerspiegel senken, wie Studien zeigen. Dadurch hilft Magnesium auch, Folgeprobleme des Diabetes wie Netzhaut-Erkrankungen oder Nierenschäden zu vermeiden. Bei gesunden Menschen kann eine magnesiumreiche Ernährung das Risiko für Diabetes verringern oder das Auftreten der Krankheit zumindest hinauszögern. Studien zeigen, dass Menschen mit Magnesiummangel etwa doppelt so häufig an Diabetes erkranken.

Zucker und Krebs
Es wird diskutiert, ob Zucker die Entstehung von Krebs fördert und ob eine zuckerfreie Nahrung das Wachstum von Krebs behindern kann. Diese These (Warburg-Hypothese) hat einige Anhänger auch unter Ärzten, und es gibt Initiativen für eine Krebsdiät, die auf zuckerfreier oder zuckerarmer Ernährung basiert.

Wo ist Zucker enthalten?
Dass in Fruchtsäften, (heller) Schokolade, Eis oder Kuchen Zucker enthalten ist, dürfte bekannt sein. Weniger jedoch, dass Fruchtjoghurt, Dressings, Feinkostsalate im Glas, Ketchup und Fertiggerichte oder auch bestimmtes Müsli wahre Zuckerbomben sind.

In welchen Lebensmitteln ist fast kein Zucker?
Naturbelassene Lebensmittel enthalten fast keinen oder nur wenig einfachen Zucker: Gemüse wie Tomaten und Paprika, Salat, Kräuter, Pilze in allen Formen und Variationen, Fleisch, Fisch aller Art, Eier, Käse aller Art, Haferflocken und andere Getreideprodukte wie Quinoa, Hirse, Bulgur oder Amaranth, rote Linsen, Naturreis, Vollkornnudeln, Couscous, Knäckebrot ohne Hefe, Tee, rohes Kakaopulver, Spinat, Nüsse, Leinsamen, Chiasamen.

Puh! Da fehlen viele uns liebgewordene Speisen und Grundnahrungsmittel. Kein Problem! Mit dem Bewusstsein um das Zucker-Thema lassen sich auch die stärkehaltigen Lebensmittel wie z. B. Kartoffeln in Maßen genießen.

Ansonsten bitte die Zutatenlisten nach gängigen Namen für Zucker durchforsten. Als da wären: z. B. Saccharose, Maltose, Dextrose, Glukose usw.

Welche Obstsorten enthalten wenig Zucker?
Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Aprikosen, Wassermelone, Pfirsich, Zitrone.
Kleiner Tipp: Verzehrt man das süße Obst zusammen mit Eiweiß (Nüsse, Quark) oder Fett, so bleibt der Blutzucker länger stabil und man ist auch länger satt.

In welchem Gemüse ist kein Zucker?
Da bleibt nur wenig übrig: Tomaten und Paprika und Salat.

Zuckerersatz
Wer bei der Zubereitung von Speisen nicht auf Zucker verzichten möchte, kann zu Ersatzstoffen greifen.

Erythrit
Erythrit ist ein Zuckeraustauschstoff, der Zucker-ähnlich schmeckt und aussieht, aber kaum Kalorien enthält. Das macht ihn für alle interessant, die auf ihre schlanke Linie achten wollen. Erythrit (auch Erythritol) ist ein Zuckeralkohol, der als alternatives Süßungsmittel benutzt wird. Der Ausgangsstoff zur Erythritherstellung ist Stärke. Enzyme bauen diese in einem biochemisch-enzymatischen Prozess zunächst ab. Darauf folgt eine Fermentation mittels Hefen oder Pilzen aus deren Endprodukt schließlich der Zuckerersatzstoff gewonnen wird.
Zudem kommt der Stoff natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor, wie beispielsweise in Obst, Gemüse oder fermentierten Nahrungsmitteln. Nennenswerte Mengen finden sich beispielsweise in Wein, Misobohnenpaste, Sojasauce, Trauben, Melonen, Birnen.
Zwar ist Erythrit besser verträglich als andere Zuckersatzstoffe. Dennoch kann es bei übermäßigem Verzehr zu Durchfall kommen. Entsprechende Hinweise müssen auf verarbeiteten Lebensmitteln mit einem Erythrit-Gehalt über 10 Prozent angebracht sein.

Stevia
Stevia oder „Süßkraut“ ist in den Bergen zwischen Paraguay und Brasilien beheimatet. Die Zulassung des Süßstoffs Stevia in Europa versprach 2011 eine Zuckerrevolution. Nun herrscht Ernüchterung. Auch die Frage „Ist Stevia gesund?“ gibt Rätsel auf. Hier muss man die weitere Forschung und Entwicklung beobachten.

Xylit – Birkenzucker
Wenn Xylit aus dem Ursprungsland Finnland kommt, kann man davon ausgehen, dass es sich um Xucker aus Birken handelt. Andernfalls kann es auch aus Mais gewonnen werden.
Der Körper erkennt Birkenzucker und kann ihn verstoffwechseln, wodurch er sich von anderen, künstlichen Zuckerersatzstoffen unterscheidet
Birkenzucker hat 240 kcal auf 100 Gramm und damit rund 40 Prozent weniger Kalorien als klassischer Haushaltszucker. Der Gehalt an Kohlehydraten ist zwar um rund 75 Prozent geringer, aber die Süßkraft ist fast gleich, auch geschmacklich unterscheiden sich Zucker und Xucker kaum.
Der Zuckerersatzstoff ist auch für Diabetiker geeignet, da er insulinunabhängig abgebaut wird.
Studien haben gezeigt, dass Xucker Kariesbakterien bekämpft und damit die Mundhygiene unterstützt – deswegen findet man Xylit in vielen Zahnpflegekaugummis.

Nachteile:
Da unser Darm nur sehr geringe Mengen Xylit aufnehmen kann, wirkt Birkenzucker abführend. Wissenschaftler empfehlen, am Tag nicht mehr als 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen, sonst drohen Blähungen und Durchfall. Der Körper kann sich allerdings an Birkenzucker gewöhnen: Wer Zucker gänzlich durch Xylit ersetzen möchte, sollte die Xucker-Dosis langsam erhöhen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wie andere Süßstoffe auch steht Birkenzucker im Verdacht, Heißhungerattacken zu fördern.
Auch wenn der Name Natürlichkeit suggeriert und der Rohstoff aus der Natur stammt, kann bei Birkenzucker dennoch nicht von einem naturbelassenen Produkt die Rede sein. Um das Endprodukt, mit dem Kaugummis, Limonaden und Co. gesüßt werden, zu gewinnen, ist ein aufwendiges chemisches Verfahren nötig. Bei Produkten, die nicht aus Finnland stammen, kann es zudem sein, dass das Xylit nicht aus Birken, sondern aus Mais gewonnen wird, und damit ggf. gentechnisch verändert ist.

Agavendicksaft
Besteht zum Großteil aus Fruktose und hat daher einen niedrigen glykämischen Index (lässt den Blutzuckerspiegel niedrig). Wird andererseits als bedenklich eingestuft, da ein übermäßiger Gebrauch zu Fettleibigkeit führen kann.
Es heißt: „Die verstärkte Aufnahme von Fruktose über industriell gefertigte Lebensmittel fördert die Einlagerung von Fetten im Fettgewebe und in der Leber sowie Fettleibigkeit. Im Gegensatz zum natürlichen Fruchtzucker in Obst und Gemüse erhöht der in verarbeiteten Produkten enthaltene Fruchtzucker das Risiko für verschiedene Krankheiten wie das metabolische Syndrom.“

Zuckerersatzstoffe sind das was sie sind, einerseits Ersatz andererseits süß. Daher gibt es nicht wenige Experten, die von Ersatzstoffen abraten und lieber den Verzicht von Zucker fordern.

Zum Schluss
„Der menschliche Körper braucht alle drei Makro-Nährstoffe. Eine gesunde Ernährung bedeutet eine Mischung aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, die das Körpergewicht normal halten oder es dorthin bringen.“, so Professor Erdmann, Internist und Leiter der Ernährungsmedizin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Extra-Tipp:
Mit dem neuen Online-Tool der AGES „Lebensmittel unter der Lupe“ können Zucker-, Salz-, Fett- und Energiegehalte von Lebensmitteln ganz einfach abgerufen werden. Zusätzlich bietet das Tool praktische Tipps und Informationen rund um eine ausgewogene Ernährung.

Über den Autor

Avatar

5 Kommentare

  1. Avatar

    Kleiner Tipp für Alle, die eine Mahlzeit zwischendurch einsparen wollen:
    Ein Schluck Leinöl! Nützliche Inhaltsstoffe und sehr gutes Sättigungsgefühl. Es ist nur am Anfang etwas Überwindung. Andere Öle wirken aber nicht so gut.

  2. Avatar

    Schon im alten Ägypten gab es haufenweise Schäden durch Entzündungen im Körper, und das lange vor der Erfindung von Zuckerrohr und Schokoriegeln:
    [ Untersuchungen an Mumien Schon alte Ägypter hatten verkalkte Arterien ]

    Selbst in reinen Jägerkulturen war Krankheit eher die Regel als die Ausnahme:
    [ Rätsel der Mumien-Arteriosklerose gelöst? ]

    Menschen über 30 sind am meisten betroffen, um Platz für neue zu machen, bevor die Alten nach mehr Zuwanderung in die Pflegeberufe rufen können. Die Evolution ist doof, aber gerissen. Ich habe übrigens für meine Pyramide besonders viele Falltüren und Sprengfallen eingeplant. Datenschutz: Der Zustand pharaonischer Arterien geht niemanden etwas an!

    • Avatar
      heidi heidegger am

      sehr witzich. Ne umgedrehte Pyramide ist altägyptisch betrachtet (die malten ja nie dreidimensional, sondern stets im Profil und so..) ein Delta d. V. quasi und Dokta heidi h. könnte da mal für ausgezeichnete Durchblutung sorgen und äh ämm

      zacknweg

  3. Avatar
    HERBERT WEISS am

    Interessanter Beitrag! Der Mensch benötigt seine Nahrung nun einmal nicht nur zur bloßen Energieversorgung, sondern auch zum stofflichen Erhalt seines Körpers. Wenn man z.B. mit dem Auto vor einem Tsunami fliehen oder einen Angehörigen schnell ins Krankenhaus bringen muss, wird man nicht erst den Ölstand oder den Reifendruck kontrollieren, sondern nur eben mal schnell einen Blick auf die Tankanzeige werfen. Doch das sollte die Ausnahme bleiben, denn sonst ist die nächste Panne vorprogrammiert – gemäß Murphys Gesetz im unpassendsten Moment. Beim Menschen sind die Pannen allerdings an der Tagesordnung. Wir haben uns daran gewöhnt …

  4. Avatar
    heidi heidegger am

    Was’n goldiches Bild, ey! Ist das Delta der Venus etzala verrutscht? lol

    Maltose oder Malzzucker ist ein Abbauprodukt der Stärke. Es handelt sich um einen weißen, kristallinen Zweifachzucker (Disaccharid) mit der Summenformel C12H22O11 und H. Wehner (Diabetiker) kaute im BT ab und an einen Kanten Brot (wird durch den Speichel zu Maltose und Dingens aufgeschlossen), um nicht zu unterzuckern. voilà!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel