Zu wenig Geld: IG-Metall-Betriebsrat wechselt ins Management

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So geht es also zu, bei der allmächtigen IG Metall: Einer ihrer hochrangigen Betriebsräte wechselt die Seiten, mitten in den beginnenden Tarifauseinandersetzungen. Der Grund – so wird gemunkelt – ist der schnöde Mammon. Der Arbeiterverrat könnte sich als Rückenwind für patriotische unabhängige Kandidaten bei den kommenden Betriebsratswahlen erweisen.

Am 8. Januar hatte Thomas Zwiebler hingeworfen. Seit 2009 stand er an der Spitze des Betriebsrats von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWM), einer Sparte des VW-Konzerns mit knapp 16.000 Beschäftigten. „Überraschend“ sei die Demission erfolgt, kommentierte etwa die Hannoversche Allgemeine. Denn allgemein war davon ausgegangen worden, dass der 52-Jährige bei den kommenden Betriebsratswahlen im März erneut die Liste der IG Metall anführen werde. Als Grund für seinen Abgang nannte Zwiebler familiäre Gründe. „Ich fühle mich verpflichtet, hier auch in die Verantwortung zu gehen. Das lässt sich leider nicht mit meinem Amt als Betriebsratsvorsitzender und den damit verbundenen Pflichten vereinbaren“, wird er zitiert.

Ob dieser Grund zutrifft, ist wohl eine Frage der Interpretation. Zwiebler gehörte zu einer kleinen Elite der Betriebsräte, die nicht nach Tarif, sondern mit zusätzlichen Boni für sogenannte Erfolge bezahlt wurde. „Pro Jahr mit mehreren hunderttausend Euro“, will jedenfalls die Junge Welt erfahren haben. Es wird wohl etwas weniger gewesen sein, als bei VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh (ebenfalls IG Metall), dessen Jahreseinkommen nebst Boni in der Spitze bis zu 750.000 Euro betrug.

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Doch mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittlungen gegen den Konzern aufgenommen. Es geht um den unschönen Verdacht der Untreue. Als Reaktion deckelte VW die Einkommen der Betriebsräte rückwirkend zum Dezember 2017 auf die höchste Tarifrunde und damit 96.000 Euro. 14 von 262 Betriebsräten sind betroffen, so auch Zwiebler. Von nun knapp 100.000 Euro aber kann der arme IG-Metaller offenbar nicht leben. „Das bisherige Entgelt war aufgrund meiner Verantwortung und Qualifikation gerechtfertigt“, jammerte er.

Dem wackeren Mann konnte geholfen werden. Er habe sich entschlossen, ein neues Angebot anzunehmen – im Management der VWM. Sicherlich nur schweren Herzens. Wie viel er in der neuen Position verdient, wollte Zwiebler nicht mitteilen.

Weiterlesen: Alle Räder stehen still, wenn der blaue Arm es will – Rede von Daimler-Betriebsrat Oliver Hilburger auf der COMPACT-Oppositionskonferenz 2017

12 Kommentare

  1. Avatar

    Vor einigen Jahrzehnten konnte man in manchen Großbetrieben keine arbeit aufnehmen, wenn man nicht auch in eine Gewerkschaft eintrat! Das galt sogar für die Aufnahme einer Ausbildung. Alternative, katholische Gewerkschaften wurden nur in überwiegend katholischen Regionen, wenn überhaupt, akzeptiert, es mußte schon dr DGB sein. Das ist zum Glück und nach einugen Skandalen nicht mehr überall so.
    Die Regierungsgründung VW (Im 3. Reich!) war allerdings schon immer mit dem DGB und auch der SPD geradezu "verheitatet" . Skandale waren daher schon immer fällig und die VW Betriebsräte zählten sich eher zur Oberschicht, als zu den Arbeitern, die sie eigendlich vertreten sollten! Solche Leute kriegen eben den Hals selten voll und greifen zu – sowohl bei Bezügen, als auch bei Gratisurlaubsflügen! Dabei stehen sie im Zweifelsfall immer auf der Seite der Bosse.

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    Friedrich von Steubendorf am

    Die heutigen "Gewerkschaften" und unter ihnen vorweg Verdi und IG-Metall sind durch und durch korrupte und antideutsch-extremistische Vereinigungen. Es wird Zeit, dass wir Patrioten diese unappetitlichen Vereinigungen unterwandern und übernehmen.

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    Das Übliche:

    Wasser predigen und selbst Wein saufen.
    besonders fallen da die Betriebsräte auf, die gleichzeitig bei der Gewerkschaft ( z.B. IG-Metall ) sind.

    Tja ist halt so: jeder Mensch ist käuflich, kommt nur auf den Preis an

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    brokendriver am

    Arbeiterverräter gibt es auch beim DGB und der IG Metall….

    Schaut euch mal die Monatsgehälter eines DGB-Chefs oder eines

    IG-Metall-Chefs an…

    Die Leben wie die Made im Speck und sind Einkommensmillionäre.

    Beispiel gefällig: VW-Gesamtbetriebsrat in Wolfsburg….

    • Avatar
      Friedrich von Steubendorf am

      CDU/CSU und Sozialdemokraten!

      Freundliche und patriotische Grüße in die Ostmark

      Friedrich von Steubendorf

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    Und was macht die Klassenkampfpartei Die Linke oder die SPD?
    Sie kümmert sich lieber um ihren Krampf gegen Räächts.

    Auch anstatt wöchentlich gegen die exorbitanten Fußballergehälter zu demonstrieren,
    gegen die Scheichs, die in Europa lieber Unsummen für irgendwelche Balltreter ausgeben
    als religionsaffine Moslems in ihrer Heimat zu unterstützen -,
    man hetzt lieber gegen alles, was noch irgendwie Deutsch bleiben will.

    Gemeinsamer Bezugspunkt mit oberster Priorität ist für die Volkszertreter von Die Linke, Grünen, SPD, CDU, CSU und FDP, Gewerkschaften und Kirchen:
    Ihr Hass auf das Deutsche Volk.

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    Dieses Verhalten ist für mich nicht nachvollziehbar! Man muss sich bloß mal die Durchschnittslöhne ansehen in den neuen Bundesländern – da trennen uns bereits Welten! So sehen wir dieses Fordern der Metaller als ein Lamentieren auf höchstem Niveau! Hier in Sachsen wären sicherlich 80 Prozent aller Beschäftigten glücklich, wenn die 40 Stunden wöchentlich arbeiten dürften für einen ähnlichen oder gleich hohen Stundenlohn. Da würden die schon Luftsprünge machen, nicht auszudenken, wenn dazu noch ein Absenken auf 35 Stunden käme, wie dies in vielen Firmen bereits üblich ist… Ich betrachte es als regelrechtes Nepp-Verhalten, 28 Stunden die Woche zu fordern. Von mir gibt es dazu: Daumen runter!

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    DerSchnitter_Maxx am

    Wenn STREIK … dann gleich GENERALSTREIK !!! Last -uns- das, böse, hintervotzige, krude, SPIEL der Spiele … mit unseren REGELN beginnen und fortführen ….

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      heidi heidegger am

      easy now! unser JE schreibt zu weihnachten sci-fi und ist dann m. e. kosmonaut irgendwie (lol). und da müssma kucken:

      >>„Häufiges Reisen könnte erforderlich sein“ heißt es bei F. neben vielen speziellen Anforderungen an die angehenden Flockynauten, die unter anderem nicht größer als 1,90 Meter sein sollen, einen Universitätsabschluss mitbringen und dt.-austr. Staatsbürger sein müssen. Das Gehalt liegt umgerechnet zwischen 47.000 und 104.000 Euro pro Jahr.

      LOL + zacknweg

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