Der Streit um den chinesischen Telekom-Riesen Huawei droht die Gespräche über eine Lösung des Handelskonflikts zwischen China und den USA, die am Mittwoch endlich zusammen kommen wollten, erstmal auf Eis zu legen. Die amerikanische Seite glaubt zwar, dass es bis Anfang März zu einer Übereinkunft kommen könne, knüpft jedoch Bedingungen an das Treffen: China müsse zu strukturellen Veränderungen bereit sein. Die Chinesen wiederum fordern, dass die Amerikaner ihr Auslieferungsersuchen an Kanada gegen Meng Wanzhou, Tochter von Firmengründer Huawei und Finanzchefin des Konzerns, zurückziehen.

    Auf Betreiben der USA war Wanzhou Anfang Dezember in Vancouver festgenommen worden. Die Amerikaner werfen ihr und Huawei Verstöße gegen Iran-Sanktionen, Betrug, Geldwäsche, Verschwörung zur Behinderung der Justiz sowie Industriespionage vor. Zwar kam sie gegen Zahlung einer Millionen-Kaution und strenge Auflagen frei, ist aber nach wie vor in Kanada festgesetzt. Was überdies kaum einer Entspannung zwischen den USA und China dienlich sein dürfte: Peking sieht hinter dem verschärften Agieren der Amerikaner gegen Huawei und andere chinesische Unternehmen politische Motive und den Versuch, das Rennen um die technologische Führerschaft zu gewinnen. „Chinesische High-Tech-Unternehmen sind die größten Opfer der amerikanischen Eindämmungspolitik gegenüber China geworden“, kommentierte die chinesische Global Times am Mittwoch. Sie beschuldigte die Vereinigten Staaten „politischer Tricks unter einem rechtlichen Vorwand“.

    Keineswegs aus der Luft geholt, dieser Einwand, wie Recherchen von COMPACT-Autor Sven Reuth belegen. Der Diplom-Ökonom und wirtschafts- sowie außenpolitische Experte von COMPACT schreibt in der Februarausgabe unseres Magazins unter dem Titel „Der Raub der Huawei-Prinzessin“:

    „Der amerikanisch-chinesische Wirtschaftskrieg schaukelt sich immer weiter hoch. Die Inhaftierung der Tochter des mächtigsten Oligarchen aus dem Reich der Mitte ist nur der vorläufige Höhepunkt – eine weitere Eskalation zeichnet sich ab.

    Es waren Tränen der Erleichterung aber auch der Bitterkeit, die Meng Whanzou kurz vor dem Weihnachtsfest in einem Verhandlungssaal im kanadischen Vancouver über das Gesicht rollten. Das Gericht hatte entschieden, dass die gesundheitlich angeschlagene vierfache Mutter und Vizepräsidentin des Huawei-Konzerns die Zeit bis zur Entscheidung über ein Auslieferungsbegehren der USA nicht in einer Haftzelle verbringen muss. Sie bleibt gegen eine Kaution von zehn Millionen kanadischen Dollar in Freiheit, muss allerdings eine elektronische Fußfessel tragen und darf sich nur in einem eng begrenzten Teil von Vancouver bewegen.

    Vierzehn Tage zuvor hatten auf dem Flughafen der Metropole an der kanadischen Pazifikküste, in der Meng eine Villa besitzt, die Handschellen geklickt. Die Vorwürfe, die sich die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei anhören musste, wirkten reichlich konstruiert: Sie soll angeblich vor Jahren an der Verschleierung von Iran-Geschäften der in Hongkong ansässigen Firma Skycom mitgewirkt haben. Diese wird von der US-Justiz als Strohfirma von Huawei angesehen, in den Vereinigten Staaten droht Meng deswegen eine 30-jährige Haftstrafe, und nach diesem Haftbefehl handelte die kanadische Justiz.

    Brüsker hätte der Affront gegenüber dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping kaum ausfallen können: Die Festnahme erfolgte parallel zu seinem Treffen mit Donald Trump während des G20-Gipfels in Buenos Aires. Beide wollten Wege zur Beendigung des Handelskrieges ausloten. Die Verhaftung in Vancouver verhagelte das Tête-à-Tête: Huawei ist nichts weniger als das Kronjuwel der chinesischen Wirtschaft – und wohl jetzt schon das stärkste Symbol für den wirtschaftlichen Aufstieg des roten Drachen aus den Ruinen der US-Hegemonie.

    Rund ein Drittel der Weltbevölkerung nutzt mittlerweile Huawei-Produkte

    Den einstigen Weltmarktführer Apple aus dem kalifornischen Cupertino haben die Chinesen mittlerweile überholt. Während der US-Technologiegigant schon in den ersten Tagen des neuen Jahres mit einer drastischen Gewinnwarnung (Prognose reduzierten Gewinns) den letzten Weihnachtsschmuck bei den schockierten Anlegern vom Tisch fegte, konnte Huawei seinen Umsatz 2018 um 20 Prozent steigern und wird im laufenden Jahr wohl erstmals die magische 200-Millionen-Marke bei der Zahl der verkauften Geräte knacken.“

    Ende des Auszugs; lesen Sie weiter auf COMPACT Online Digital+ oder in COMPACT Magazin 02/2019

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    7 Kommentare

    1. Huawei baut die besten Smartphones…….das stinkt dem Amy. Ein goldenes Eierphone lasse ich da gerne links liegen zumal ich ein Android Handy von Huawei sehr gut entgooglen kann.

      Den Amys stinken die chinesische Konzerne die ihnen in wichtigen Marktsegmenten gefährlich auf die Pelle rücken.

    2. Huawei (华为) heißt übrigens "Blumenkraft" oder "Flower Power" auf deutsch und wird während des Venezuelakrieges eines der wichtigsten globalen Botnets unter der Führung des 天空网络 stellen. Der Revolutionär schwimmt im Netz wie ein Fisch im Wasser. Schaffen wir zwei, drei, viele Venezuelas!

      • heidi heidegger an

        Jawoll, meine sehr verehrte Kaderleiterin Gabi Gabersen..Flocky (Berufsrevolucionär) scharrt schon mit den Hufen, pardon, scharrt Löcher in seine Matratze->Übersprungshandlung wohl unn dat. *schmunzel*

    3. brokendriver an

      Der chinesische Telekom-Riese Huawei will die Weltherrschaft für China…

      Dagegen sind Facebook und Google Waisenknaben…

        • Nunja die haben halt ihre eigenen Spionage Teile jenseits vom CIA NSA Intel ARM Hintertür.
          Und auf die G5 Mikrowelle verzichten wir doch alle gerne.