„Wir müssen Bewegungspartei bleiben“ – Björn Höcke stellt seine Thesen zur COMPACT-Oppositionskonferenz am 25.11. in Leipzig vor

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„Opposition heißt Widerstand“ heißt das Motto, unter dem COMPACT am 25.11. zur 6.Souveränitätskonferenz nach Leipzig lädt. Alle Informationen und Anmeldung finden Sie hier. (Nur noch 90 Karten übrig!)

Schon im Vorfeld stellen wir die Referenten und ihre zentralen Ideen vor. Heute: Björn Höcke, Vorsitzender der AfD Thüringen und ihrer Landtagsfraktion. Der folgendeText ist ein Auszug aus seiner berühmten Dresdner Rede, gehalten am 17. Januar 2017.

«Wir müssen Bewegungspartei bleiben»

Der parlamentarische Erfolg birgt für jede Partei Gefahren: Ihre Vertreter können korrumpiert werden und sich vom Volk entfernen. Dagegen hilft nur die ständige Präsenz auf der Straße und die Absage an Koalitionsspielereien.

_ von Björn Höcke

Die AfD ist die letzte evolutionäre, sie ist die letzte friedliche Chance für unser Vaterland. Damit sie es sein kann, (…) muss sie sich als inhaltliche, nicht als strukturelle, als inhaltliche Fundamentalopposition verstehen, denn sie ist die einzig relevante politische Kraft des Bewahrenden, die gegen die kollektiven Kräfte der Auflösung, der One-World-Ideologen und ihrer Verbündeten steht.

Und um ihren historischen Auftrag nicht zu verraten, muss die AfD Bewegungspartei bleiben, das heißt, sie muss selbst immer wieder auf der Straße präsent sein, und sie muss im engsten Kontakt mit den befreundeten Bürgerbewegungen stehen. Konzept Fundamentalopposition Und sie muss nicht nur Bewegungspartei sein.

Dort wo sie bereits in den Parlamenten vertreten ist, muss sie dafür sorgen, dass sie auch Bewegungsfraktion ist, denn unsere Abgeordneten dürfen sich in der Lage, in der sich unser Land befindet, eben nicht im Parlamentarismus vollständig erschöpfen. Sie müssen so oft wie möglich rausgehen in ihr Land!

Wir in Thüringen (…) leben diese Bewegungsfraktion. Wir waren in den letzten Monaten in zahlreichen kleinen Dörfern in Thüringen. Und wir haben in diesen kleinen Dörfern (…) Veranstaltungen durchgeführt als Fraktion mit zweihundert, dreihundert besorgten Bürgern. (…) Und mit diesen Bürgerdialogen durchbrechen wir die Schweigespirale.

Wir gehen raus zu den Menschen, um sie aufzuklären, aufzuklären und noch mal aufzuklären. Das hab ich mal ziemlich selbstbewusst (…) als den Thüringer Weg beschrieben. Es ist der Weg einer fundamental-oppositionellen Bewegungspartei und einer fundamentaloppositionellen Bewegungsfraktion, und ich wünschte mir, dass dieser Thüringer Weg einer inhaltlichen, nicht strukturellen Fundamentalopposition, der Weg aller Landesverbände und aller Fraktionen in der AfD wird.

Wir werden das so lange durchhalten – und solange ich etwas in der AfD zu sagen habe, werde ich dafür eintreten und werde dafür kämpfen –, wir werden das so lange durchhalten, bis wir in diesem Lande 51 Prozent erreicht haben oder aber als Seniorpartner, als Seniorpartner in einer Koalition mit einer Altpartei sind, die durch ein kartesisches Fegefeuer gegangen ist, die sich selbst wiedergefunden hat, und die abgeschworen hat von einer Politik gegen das Volk, um endlich wieder zu einer Politik für das eigene Volk zu finden.

Die Gefahren des Parlamentarismus

Ich will auch mahnen, und das will ich an dieser Stelle tun, und ich will das auch mit der gebotenen Deutlichkeit tun. Ich muss nämlich auch auf eine große Gefahr hinweisen. Die meisten von Euch wissen, dass ich Parteien an sich eher distanziert gegenüberstehe und immer auch versuche, die Distanz für mich, zu mir selbst, und die Distanz zu mir als Parteifunktionär aufzubauen und zu erhalten. Denn jede Partei hat eine schlimme Tendenz, und das ist die Tendenz der Oligarchisierung und der Erstarrung.

Diese Tendenzen, liebe Freunde, sind Parteien immanent, das sind praktisch die Naturgesetzlichkeiten des Parteienstaates, und ich muss kein Prophet sein, um leider orakeln zu müssen: Auch die AfD wird irgendwann einmal erstarren. Und sie kann auch irgendwann meinetwegen einmal erstarren, aber bitte erst, nachdem sie ihre historische Mission erfüllt hat.

Aber sie wird umso schneller erstarren, desto eher sie sich vom Weg der Bewegungspartei und der Bewegungsfraktion verabschiedet. Wir müssen immer bedenken, mit Bernd Lucke sind nicht alle die gegangen, die ihren Frieden mit der Rolle eines Juniorpartners in einer zukünftigen Koalition mit einer Altpartei gemacht haben. Manche von ihnen, manche von diesen Luckisten, sind geblieben. Das sind die, die keine innere Haltung besitzen, die Establishment sind und Establishment bleiben wollen oder so schnell wie möglich zum Establishment gehören wollen.

Und, liebe Freunde, nicht wenige von diesen Typen, nicht wenige von diesen Typen, drängen jetzt gerade in diesen Wochen und Monaten als Bundestagskandidaten auf die Listen oder als Direktkandidaten in den Wahlkreisen entsprechend nach vorne. Und nicht wenige werden, das muss man leider annehmen, nicht wenige werden ganz schnell vom parlamentarischen Glanz und Glamour der Hauptstadt fasziniert werden.

Und nicht wenige werden sich ganz schnell sehr wohl fühlen bei den Frei-Fressen- und Frei-Saufen-Veranstaltungen der Lobbyisten. Und nicht wenige werden nach relativ kurzer Zeit nur eins wollen: dass es für sie so lange so bleiben wird, wie es dann sein wird. Liebe Freunde, ich will das nicht. Ich will Veränderung, ich will eine grundsätzliche Veränderung, ich will die AfD als letzte evolutionäre Chance für unser Vaterland erhalten. Ich will, dass wir diesen Halben einen Strich durch die Rechnung machen. Wir wollen das, denn wir wissen, es gibt keine Alternative im Etablierten.

Appell an die Jungen

Ich betone diese Gefahren, die für die Partei bestehen, ganz bewusst, weil ich weiß, dass viele junge Leute hier heute Gast sind, dass viele Mitglieder der JA [Junge Alternative, Jugendorganisation der AfD] in diesem wunderschönen, historischen Ballsaal zuhören. Der eine oder andere von Euch hat sich in der zurückliegenden Zeit bei mir direkt oder indirekt beklagt, ich würde mich nicht genug um die JA kümmern, die Halben übernähmen dort allmählich das Ruder.

Liebe Freunde, ich will das hier noch mal ansprechen. Ihr wisst, ich bin keiner von denen, die am Telefon leben, um Netzwerke aufzubauen. Ich bin kein Strippenzieher und ich möchte keine jungen Menschen durch Belohnung und Versprechung an mich binden. Ich will Euch nicht wie Claudia Roth – Klammer auf, abgebrochenes Studium der Kunstgeschichte, keine Ausbildung, Klammer zu –, ich will Euch nicht wie Katrin Göring-Eckardt – Klammer auf, abgebrochenes Studium der Theologie, keine Ausbildung, Klammer zu –, ich will Euch nicht wie Volker Beck – Klammer auf, abgebrochenes Studium der Kunst, keine Ausbildung, Klammer zu –, ich will Euch nicht wie Daniel Cohn-Bendit – Klammer auf, abgebrochenes Studium der Soziologie, keine Ausbildung, Klammer zu – oder wie Joseph Fischer, Klammer auf, keine Ausbildung, Klammer zu – so will ich Euch nicht!

Ich will, liebe junge Freunde und Patrioten, (…) dass Ihr einen Beruf habt. Denn wer keinen Beruf hat, ist von der Politik abhängig. Ich will Euch als Vater. Ich will Euch als Vater und Mutter. (…) Und vor allen Dingen will ich, dass es eine Zukunft für unser Volk gibt, und dazu gehören Kinder nun mal dazu! Und ich will Euch als ganzheitliche Persönlichkeiten, ich will Euch nicht als Parteifunktionärszwerge, und ich werden den Teufel tun, Euch den kürzesten Weg zu irgendwelchen Pfründen zu weisen, junge Freunde!

Ich möchte Euch an einen berühmten und oft zitierten Ausspruch von John F. Kennedy erinnern. Er sagte: «Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, sondern was Ihr für Euer Land tun könnt.»

Ich möchte, dass Ihr Euch im Dienst verzehrt. Ja, ich möchte Euch als neue Preußen. (…) Aber die preußischen Tugenden, die tun uns allen gut, egal ob wir Thüringer sind, Brandenburger sind oder Bayern sind. (…) Ihr merkt, ich will es Euch nicht leicht machen. Ich weise Euch einen langen und entbehrungsreichen Weg. Ich weise dieser Partei einen langen und entbehrungsreichen Weg. Aber es ist der einzige Weg, der zu einem vollständigen Sieg führt, und dieses Land braucht einen vollständigen Sieg der AfD, und deshalb will ich diesen Weg, und nur diesen Weg mit Euch gehen, liebe Freunde!

Lasst Euch also bloß nicht verzwergen. Ihr habt wahrscheinlich nur dieses eine Leben und es sind nur willensstarke Menschen, die Geschichte schreiben, und das wollen wir tun. Liebe Freunde, die Bundespräsidenten dieser Republik, die haben keine Geschichte geschrieben und sie haben sehr wenig bedeutsame Reden gehalten. Eine der bedeutsamsten Reden, die von einem Bundespräsidenten gehalten wurde, das war die Rede von Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985.

Das war eine rhetorisch wunderbar ausgearbeitete Rede, stilistisch perfekt. Richard von Weizsäcker war ein Könner des Wortes. Aber es war eine Rede gegen das eigene Volk und nicht für das eigene Volk. Und auch die Ruck-Rede, die sogenannte Ruck-Rede von 1997, gehalten vom (…) verstorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog, war eine Rede gegen das eigene Volk. (…)

Er sagte: «Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!» Welcher Patriot könnte sich dieser Aussage nicht anschließen? Selbstverständlich muss durch Deutschland ein Ruck gehen, liebe Freunde. Aber er versuchte diese nationale Emotion nur zu schüren und zu transportieren, um die Gemeinschaft von uns Deutschen der vollständigen Ökonomisierung auszuliefern. Seine Rede war nichts anderes als eine deutliche Begleitmusik zur Entfesselung der Finanzmärkte, zur Auflösung der Solidargemeinschaft, sprich zum neoliberalen Pluralismus.

Die Menschen haben Roman Herzog damals geglaubt, so wie viele Menschen sehr lange Angela Merkel geglaubt haben. Beide haben sie unser gutmütiges Volk heimtückisch hinters Licht geführt. Aber wir, liebe Freunde, wir Patrioten hier in Dresden, in Sachsen und in ganz Deutschland, wir trauen diesen Politkern nicht mehr, denn diese Politiker meinen es nicht gut mit ihrem Volk.

Wir freuen uns, Björn Höcke auf der diesjährigen COMPACT-Oppositionskonferenz begrüßen zu dürfen. Am 25.11. in Leipzig. Alle Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier. (Nur noch 90 Karten übrig!)

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