Wie Flüchtlinge einen Vermieter ruinierten und die Behörden ihn im Stich ließen

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Andreas Epple vermietet seit Herbst 2015 eine seiner Wohnungen an Flüchtlinge. Eine Entscheidung, die er längst bitter bereut. Eigentlich habe er nur helfen wollen und hoffte dabei auf zuverlässige Mieteinnahmen, doch es kam anders. Seine Mieter zahlen nicht und terrorisieren die Hausbewohner.

Durch einen aufmerksamen Leser sind wir auf eine Meldung des Schwarzwälder Boten hingewiesen worden, die aus der Gemeinde Unterkirnach im Schwarzwald-Baar-Kreis berichtet. Dort hat Andreas Epple, der Vermieter einer Wohnung für Flüchtlinge, in den letzten Monaten die Hölle durchlebt. (Schicken Sie uns ihre Geschichten aus der Nachbarschaft an volksreporter@compact-mail.de)

„Es ist langsam ein Zustand, der meine Existenz gefährdet“, teilt er dem Deutschen Roten Kreuz via E-Mail mit. Das DRK und das Landratsamt waren für die Vermittlung der neuen „Mieter“ und für die Abwicklung aller Formalitäten inklusive regelmäßiger Zahlungen zuständig. Jetzt, wo die Situation so total aus dem Ruder gelaufen ist, fühlt er sich von denen aber komplett alleine gelassen. Bei der Lokalzeitung heißt es:

„Zunächst sei ein junger Flüchtling eingezogen und schließlich ein zweiter. Das Amt habe zuverlässig monatlich für jeden 248 Euro Miete plus eine Nebenkostenpauschale überwiesen. Nach einem Jahr jedoch sei plötzlich für eine Person kein Geld mehr eingegangen. Er habe nachgeforscht, es habe sich herausgestellt, dass der erste Asylsuchende eine Arbeitsstelle in Villingen gefunden habe und deshalb nun selbst für seine Miete aufkommen müsse.“

Schutzsuchende Vagabunden

Aus der Obhut der Behörde entlassen, war der Vermieter also von nun an auf die Selbstverantwortung des „Flüchtlings“ angewiesen. Das ging leider mächtig in die Hose:

„Die Zahlungen blieben trotz Aufforderungen aus. Der örtliche Stromversorger habe damit gedroht, den Strom abzustellen. Sein zahlungsunwilliger Mieter habe sich aus dem Staub gemacht – mitsamt der Schlüssel, ohne Abmeldung. Epple sei auf etwa 2500 Euro Mietschulden sitzen geblieben.“

Wäre damit das „Ende mit Schrecken“ bereits erreicht gewesen, man hätte wohl keine große Sache daraus gemacht. Doch vorbei ist die Geschichte noch lange nicht, denn der „andere Bewohner“ sei in der Wohnung geblieben – „und mit ihm womöglich weitere, unangemeldete Geflüchtete“. Dieser Verdacht bestätigte sich, so erzählt Epple der Zeitung, bei einem seiner Besuche vor Ort:

„Aus dem überquillenden Briefkasten seien gelbe Briefen geragt, adressiert an mehrere Unbekannte unter ’seiner‘ Adresse, ‚es waren nicht nur einer oder zwei'“.

Im Unklaren darüber, wer nun eigentlich alles in seiner Wohnung lebt und was dort geschieht, erreicht Herr Epple bereits die nächste Hiobsbotschaft: „Die Nebenkosten für die kleine Wohnung explodierten. Bei Minustemperaturen, laufenden Heizungen und offenem Fenster hätte sich eine Nachzahlung von 1400 Euro angestaut.“ Und Weiter: „Hinzu kam ein Wasserschaden über mehrere Stockwerke – der Bewohner habe eine neue Waschmaschine erhalten, sie aber nicht fachgerecht angeschlossen, Schadensbilanz: „mindestens 10.000 Euro“. Epples Hoffnung, dass zumindest der Wasserschaden von einer Versicherung übernommen wird, traf nicht zu. Die Reparaturkosten blieben an ihm hängen.

Blutspuren im Treppenhaus

Materielle Schäden sind schlimm, Verwüstung und Chaos in der eigenen „Mietsache“ ärgerlich, doch richtig „bunt“ wurde es bald vor allem zwischenmenschlich. Krach, Schlägereien, Sachbeschädigung, Pöbeleien – in der Nachbarschaft brach praktisch der Ausnahmezustand aus. Der Schwarzwäler Bote resümiert:

„Zuletzt, vergangene Woche, sei die Situation so sehr ausgeartet, dass die Polizei mit vier Kräften nachts anrücken musste. Nachbarn schildern unserer Redaktion bei der Recherche vor Ort unisono verheerende Zustände. Auch von jener Nacht: „Er hat die Haustüre kaputt gemacht“, wieder mal sei es im Hausflur laut geworden, Glas habe geklirrt. Ob der Bewohner dabei verletzt worden ist und die Blutspuren an der Wand und seiner Wohnungstüre daher rühren, wissen sie nicht.“

Die Rechnung für alle Zerstörungen bekommt natürlich Herr Epple zugeschickt. In dem Schreiben der Hausverwaltung heißt es wenig erfreulich: „die Hauseingangstür und die Briefkastenanlage wurden beschädigt, das Treppengeländer wurde abgerissen und an der Wohnungstür befinden sich Blutspuren.“ Und weiter:

„Selbstverständlich gehen alle Kosten, die aus diesem Schaden resultieren, zu Ihren Lasten.“


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Mittlerweile ist die die Lage in dem ehemals friedlichen Mehrfamilienhaus derart eskaliert, dass die blanke Angst herrscht: „ernsthaft, ich gehe nur noch bewaffnet aus dem Haus“, erklärt ein Nachbar den Reportern der Lokalzeitung und zeigt ein großes Jagdmesser vor. Der Mann meint es ernst. Wie es scheint, richtet sich die Aggression der „Mitbewohner“ nicht allein auf die Männer im Haus, sondern ganz besonders auch auf die Lebenspartnerinnen. Die werden schon mal als „Bitches“ tituliert und im Treppenhaus von hinten angespuckt.

Mietnomaden, die nicht gehen

Warum werden die Störenfriede nicht einfach aus dem Haus geschmissen? Das gestaltet sich offenbar weit schwieriger als gedacht. Die Hausverwaltung hat dem Vermieter Herrn Epple bereits einen Brief geschickt, in dem es heißt:

„Da die Bewohner des Hauses sich von Ihrem Mieter mittlerweile bedroht fühlen, bitten wir Sie eindringlich auf die Beendigung des Mietverhältnisses mit Ihrem Mieter hinzuwirken.“ Und weiter: „Gründe für eine fristlose Kündigung liegen offenkundig ausreichend vor.“

Das hätte Herr Epple dem Vernehmen nach auch gerne längst getan, doch das zuständige Deutsche Rote Kreuz und das Landratsamt scheinen sein Bitten und Flehen zu ignorieren. Rund 25 Mal (!) habe er diese Stellen darum gebeten, ihre Schützlinge wieder bei ihm abzuholen und die Papiere fertig zu machen. Epple klagt:

„Meine Kündigungen werden nicht gelesen, Sie suchen keine Bleibe für den Herrn, sie sind tatenlos. Ich bin nur noch fassungslos.“

So ein Pechvogel… Mit einem COMPACT-Abo wäre ihm das gewiss nicht passiert! Wir hatten schon vor drei Jahren vor den Schattenseiten des linksgrün umjubelten Zusammenpralls der Kulturen gewarnt – Mut zur Wahrheit eben.

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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